Sanierungsverwalter beantragt Schließung – Fürstenfeld unter den betroffenen Standorten
Der Sanierungsverwalter der Hellweg Baumärkte hat in Abstimmung mit der Unternehmensführung beim Landesgericht Linz einen Antrag auf Teilbereich-Schließung der Filialen in Fürstenfeld und Graz-Raaba gestellt. Laut Unternehmensinformationen soll die Schließung bereits am kommenden Montag erfolgen.
Betroffene Beschäftigte und laufende Investorengespräche
Für die beiden steirischen Standorte wurde angegeben, dass ein potenzieller Investor nach Prüfung kein positives Fortführungsszenario für diese Filialen gesehen habe. Insgesamt sind laut Pressemitteilung 44 Mitarbeiter der beiden Standorte von der Maßnahme betroffen. Zur Identität des Investors machte Hellweg mit Rücksicht auf die noch laufenden Gespräche keine Angaben.
„Für die Beschäftigten ist das eine enorm belastende Situation. Viele haben bis zuletzt auf eine Zukunft ihrer Standorte gehofft und werden nun innerhalb kürzester Zeit mit der Schließung konfrontiert.“
Dieses Statement stammt von der Vize-Chefin der GPA in der Steiermark, Verena Nussbaum, die zugleich darauf hinwies, dass die Gewerkschaft die Beschäftigten über arbeitsrechtliche Möglichkeiten informiert und begleitet.
Gewerkschaftsrat: Beratung vor Unterschrift, Zugang zur Arbeitsstiftung
Die GPA appellierte an die Betroffenen: „Unterschreiben Sie nichts ohne vorherige Beratung.“ Nussbaum betonte, dass nun rasch Perspektiven für jene geschaffen werden müssen, deren Jobs nicht gerettet werden können. Als mögliches Instrument nannte sie die steirische Arbeitsstiftung StAF, die Qualifizierung und Neuorientierung ermögliche. Wichtig sei, dass die Betroffenen möglichst schnell und unbürokratisch Zugang zu diesen Angeboten erhielten, so die Gewerkschaft.
Standorte außerhalb der Steiermark bleiben Gegenstand der Verhandlungen
Die Verhandlungen mit dem potenziellen Investor werden den Angaben zufolge für vier weitere Hellweg-Standorte fortgeführt: Graz-Eggenberg, Straßwalchen (Salzburg), Ried im Innkreis und Kirchdorf an der Krems (Oberösterreich). Zusammengenommen beschäftigen diese weiteren Filialen rund 120 Mitarbeiter. Ziel sei es, die übrigen Standorte geordnet weiterzuführen; konkrete Ergebnisse wurden bislang nicht kommuniziert.
- Betroffene Filialen: Fürstenfeld und Graz-Raaba
- Anzahl der betroffenen Mitarbeiter (beide ST-Standorte): 44
- Weitere in Verhandlung befindliche Standorte: Graz-Eggenberg, Straßwalchen, Ried i.I., Kirchdorf a.d. Krems (rund 120 Mitarbeiter)
- Geplantes Datum der Schließung: bereits am kommenden Montag (laut Aussendung)
| Standort | Region | Status |
|---|---|---|
| Fürstenfeld | Steiermark | Teilbereich-Schließung beantragt |
| Graz-Raaba | Steiermark | Teilbereich-Schließung beantragt |
| Graz-Eggenberg; Straßwalchen; Ried i.I.; Kirchdorf a.d. Krems | ST, S, OÖ | Verhandlungen mit Investor laufen |
Konsequenzen für Fürstenfeld und Handlungserfordernisse
Für Fürstenfeld bedeutet die Entscheidung des Sanierungsverwalters eine unmittelbare Erschütterung für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie für die lokale Wirtschaftsstruktur: Baumärkte sind Nahversorger für Handwerk und Heimwerkerinnen, sie generieren Laufkundschaft und sind Arbeitgeber in der Innenstadt und im Umland. Kurzfristig wird die Gemeinde Begleitmaßnahmen benötigen, um Beschäftigte zu beraten und Hilfsangebote zu koordinieren. Die Gewerkschaft hat bereits Unterstützung in arbeitsrechtlichen Fragen und Hinweise zu Förderinstrumenten zugesagt.
Offen bleibt, welche Auswirkungen die Teilbereich-Schließung konkret auf das Sortiment, lokale Lieferbeziehungen und mögliche Nachnutzungen der Betriebsflächen in Fürstenfeld haben wird. Die Gespräche mit dem potenziellen Investor für die übrigen Standorte werden weitergeführt; ob daraus mittelfristig Lösungen für die steirischen Filialen entstehen, ist derzeit unklar.
Fürstenfelderinnen und Fürstenfelder können in den kommenden Tagen nähere Informationen von Hellweg, der GPA sowie der Gemeinde erwarten. Die kurzfristige Frist bis zur angekündigten Schließung erhöht den Druck auf alle Beteiligten, rasch Klarheit und praktikable Unterstützungswege für die Betroffenen zu schaffen.