In der Region Murau-Murtal wird das Sicherheitsprojekt „Ist Luisa hier?“ weiter ausgerollt. Ziel ist, Mädchen und Frauen in Bars, Lokalen, Cafés und anderen Freizeiteinrichtungen eine einfache, diskrete Möglichkeit zu geben, bei Belästigung, Bedrohung oder Gewalt rasch Hilfe zu erhalten. Träger des Projekts ist das Novum – Zentrum für Frauen und Mädchen, das interessierten Betrieben kostenlose Schulungen anbietet.
Ein Satz statt langer Erklärungen
Das Prinzip ist bewusst schlicht: Wer sich in einer unangenehmen oder bedrohlichen Situation befindet, muss dem Personal nicht im Detail schildern, was passiert ist. Die Frage „Ist Luisa hier?“ reicht als Signal dafür, dass Unterstützung benötigt wird. Gerade in lauten Lokalitäten oder in Momenten, in denen es schwerfällt, offen über einen Vorfall zu sprechen, soll dieses Codewort eine rasche, unaufdringliche Interventionsmöglichkeit schaffen.
Die Initiatorinnen betonen, dass es nicht nur um den akuten Schutz einer Person geht, sondern auch um eine generelle Sensibilisierung des Lokalpersonals: Alleine die Präsenz des Angebots in einem Lokal könne Mädchen und Frauen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und das Bewusstsein aller Beteiligten für das Thema stärken.
„Alleine dass es ‚Luisa ist hier!‘ in einem Lokal gibt, soll Mädchen Sicherheit geben und Awareness auf allen Seiten schaffen: Sexuelle Übergriffe, Belästigungen, körperliche und Gewalt sind unakzeptabel“, so Anny Lori Sperl, Obfrau von Novum.
Schulungen und Umsetzung in Betrieben
Novum bietet interessierten Betrieben kostenlose Schulungen an. Diese Schulungen sollen Mitarbeitende darüber informieren, wie sie das Codewort erkennen, welche Schritte diskret eingeleitet werden können und wie Betroffene sensibel begleitet werden. Konkrete Abläufe — etwa ob das Personal die betroffene Person in ein ruhigeres Zimmer führt, die Begleitung zu einem Taxi organisiert oder andere Sicherheitsmaßnahmen trifft — werden in den Schulungen erarbeitet, damit die Reaktionen verlässlich und respektvoll sind.
- Codewort: „Ist Luisa hier?“
- Zielgruppen: Mädchen und Frauen in Bars, Lokalen, Cafés und ähnlichen Einrichtungen
- Anbieter: Novum – Zentrum für Frauen und Mädchen
- Leistung: Kostenlose Schulungen für Betriebe
Die Initiative richtet sich vor allem an den ländlichen Raum, wo die Hemmschwelle, nach einem Übergriff Hilfe zu holen, laut Projektträgerinnen besonders hoch sein kann. In Regionen mit kleineren Gemeinden und engem sozialen Umfeld sei die Sorge, bemerkt oder später angesprochen zu werden, oft ein Hindernis für ein sofortiges Einschreiten.
| Element | Beschreibung |
|---|---|
| Codewort | „Ist Luisa hier?“ — signalisiert Bedarf an Unterstützung |
| Träger | Novum – Zentrum für Frauen und Mädchen |
| Leistung | Kostenlose Schulungen für Lokale und andere Betriebe |
Konkrete Zahlen zur bisherigen Verbreitung des Programms in der Region Murau-Murtal oder zur Anzahl geschulter Betriebe wurden in der Berichterstattung nicht genannt. Ebenso finden sich keine Angaben zu einer offiziellen Kooperation mit Behörden oder Rettungsorganisationen; das Projekt setzt vorerst auf die Zusammenarbeit mit der Gastronomie und anderen Freizeiteinrichtungen.
Für Betroffene kann das Angebot eine wichtige Ergänzung zu bestehenden Hilfsstrukturen sein: Es reduziert die Schwelle, aktiv Hilfe anzufordern, und schafft zugleich klare Handlungsoptionen für Personal in Situationen, die rasches und umsichtiges Eingreifen erfordern. Für Betreiberinnen und Betreiber von Lokalen bietet die Schulung die Möglichkeit, ihr Personal auf solche Situationen vorzubereiten und zugleich ein sichtbares Schutzangebot für Gäste zu etablieren.
Novum und die Verantwortlichen in der Region Murau-Murtal setzen damit auf eine präventive, niedrigschwellige Maßnahme, die das subjektive Sicherheitsgefühl von Mädchen und Frauen im Nacht- und Freizeitleben stärken soll. Ob und wie schnell das Angebot von Gästen und Betrieben angenommen wird, bleibt eine Frage der nächsten Monate.