Mitten in der Fußgängerzone von Ludwigshafen steht seit dem 1. Juni ein ungewöhnlicher Anlaufpunkt: Das künstlerische Fundbüro „Lost & Found“ lädt Passantinnen und Passanten ein, persönliche Verlusterfahrungen kreativ zu erkunden. Vom 20. bis 22. August bieten die Künstler*innen Illig & Illig im Social Innovation Lab in der Bismarckstraße 55 jeweils von 15.00 bis 19.00 Uhr die Aktion „Kokon – ein persönlicher Raum für Verlust“ an. Am 28. August schließt die Reihe um 18.00 Uhr mit einem „Freitagsfundstück“ und einem Austausch aller Beteiligten.
Ort, Ziel und Angebot
Das Projekt der Montag-Stiftung „Kunst und Gesellschaft“ entstand in Kooperation mit dem Social Innovation Lab der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG LU). Ein Container, der zum Fundbüro umgebaut wurde, steht direkt gegenüber den offen eingerichteten und kühl gehaltenen Räumlichkeiten des Labs. Dort werden nicht nur Gegenstände entgegengenommen, sondern vor allem Erfahrungsräume angeboten: Bei einem Gespräch und einer Apfelschorle können Teilnehmende ihre Geschichten teilen und gestalterisch verarbeiten.
Programm und Teilnehmende
Wöchentlich wechselt ein anderes Künstler*innen-Team das Angebot; unterstützt wird die Reihe vom Projektteam der Montag-Stiftung und Studierenden des Studienbereichs Soziale Arbeit der HWG LU. Die Workshops sind kostenfrei, die Besucherinnen und Besucher kommen sowohl zufällig vorbei als auch gezielt aus anderen Stadtteilen oder sogar aus Mannheim.
| Datum | Zeit | Format |
|---|---|---|
| 20.–22. August 2026 | 15.00–19.00 Uhr | „Kokon – ein persönlicher Raum für Verlust“ (Illig & Illig) |
| 28. August 2026 | 18.00 Uhr | Abschluss: „Freitagsfundstück“ und Austausch |
Methoden und Wirkung
Die Veranstalterinnen und Veranstalter bieten verschiedene künstlerische Strategien an, um persönliche Erlebnisse des Verlierens, Suchens und Findens zu bearbeiten. Ziel ist nicht therapeutische Behandlung im klinischen Sinn, sondern ein niedrigschwelliges Angebot, das Reflexion und Ausdruck ermöglicht: von visuellen Techniken über kollaborative Formate bis hin zu performativen Elementen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die einen kreativen Zugang zu ihren Erfahrungen suchen — sei es durch einmaliges Ausprobieren oder regelmäßige Teilnahme an den Freitagsfunden, die in der Regel jeden zweiten Freitagabend stattfinden.
- kostenfreie Workshops mit wechselnden Künstler*innen-Teams
- Unterstützung durch die Montag-Stiftung und Studierende der HWG LU
- Angebot offen für Passantinnen und Passanten, Nachbarschafts-Bewohnerinnen und -Bewohner sowie Besucher*innen aus der Region
Gesellschaftlicher Kontext
Das Projekt verbindet Kunstvermittlung mit sozialer Teilhabe: Indem es kreative Prozesse als Mittel zur Auseinandersetzung mit Verlusten nutzt, spricht es eine breite Öffentlichkeit an und schafft einen niederschwelligen Begegnungsraum. Studierende der Sozialen Arbeit sind eingebunden, was den pädagogischen Charakter des Angebots stärkt und Praxisbezüge für die Ausbildung schafft. Solche Initiativen zeigen, wie Kulturinstitutionen und Hochschulen gemeinsam Räume für Austausch und Verarbeitung gesellschaftlich relevanter Erfahrungen schaffen können.
Die Präsenz des Fundbüros in der Innenstadt macht sichtbar, dass Verlust nicht nur ein privates Thema ist, sondern Teil des städtischen Lebens bleiben kann — als Anlass zum Gespräch, zur Kunst und zur Vernetzung. Wer teilnehmen möchte, kann an den genannten Terminen vorbeikommen; das Team vor Ort informiert über weitere Angebote und Folgeformate.