Bezirk Liezen — Die zahnärztliche Versorgung im Bezirk Liezen steht unter erheblichem Druck. Eine aktuelle Stellungnahme der Österreichischen Zahnärztekammer bestätigt, was viele Patientinnen und Patienten bereits spüren: Von den vorgesehenen 26 Kassen-Zahnarztstellen sind derzeit nur 16 besetzt. Damit fehlen zehn Stellen, was nahezu 40 Prozent der geplanten Versorgungskapazitäten entspricht.
Situation und politische Reaktionen
Die Kammer brachte ihre Einschätzung im Parlament als Antwort auf eine Petition des SPÖ-Nationalratsabgeordneten Mario Lindner zur Absicherung des Zahnambulatoriums in Trieben ein. Lindner sieht den Bezirk durch diese Entwicklung stark gefährdet und fordert kurzfristige wie langfristige Maßnahmen, um die Versorgung wieder sicherzustellen.
„Fakt ist: Unser Bezirk entwickelt sich mehr und mehr zur Versorgungswüste. Gerade im Bereich der Zahnmedizin sehen wir das besonders deutlich und die zuständige Zahnärztekammer gibt uns dabei recht.“
Die Stellungnahme der Zahnärztekammer warnt ausdrücklich davor, dass weitere Pensionierungen die Lage noch verschärfen könnten. In einem Bezirk mit ausgedehntem Flächenanteil würde das die Erreichbarkeit zahnärztlicher Leistungen für viele Menschen weiter einschränken.
Konkrete Zahlen
| Position | Zahl |
|---|---|
| Vorgesehene Kassenstellen | 26 |
| Derzeit besetzte Kassenstellen | 16 |
| Unbesetzte Stellen | 10 (≈ 40 %) |
Folgen für die Bevölkerung
Für Patientinnen und Patienten im Bezirk Liezen kann der Mangel an Kassen-Zahnärzten erhebliche Folgen haben. Bereits jetzt sind längere Wartezeiten, weite Anfahrten und ein größeres finanzielles Risiko durch Wahlleistungen oder Privatbehandlungen mögliche Konsequenzen. Besonders betroffen sind Bewohnerinnen und Bewohner ländlicher Gemeinden, für die Erreichbarkeit und Mobilität limitierende Faktoren sind.
- Wartezeiten für Kassenbehandlungen könnten sich verlängern.
- Patienten müssen vermehrt in andere Bezirke oder in Privatordinationen ausweichen.
- Das geschlossene Zahnambulatorium in Trieben wird als Problemfall genannt und steht stellvertretend für regionale Versorgungslücken.
Was nun erwartet wird
Politische Vertreter, darunter Lindner, fordern rasche Lösungen für akut betroffene Einrichtungen wie das Zahnambulatorium Trieben sowie einen langfristigen Gesundheitsplan für die ganze Region. Die Zahnärztekammer fordert präventive Maßnahmen, um einem weiteren Abbau entgegenzuwirken — darunter die Sicherung von Nachfolgeregelungen bei Pensionierungen und Anreize für die Niederlassung junger Zahnärztinnen und Zahnärzte im Bezirk.
Eine nachhaltige Lösung erfordert koordinierte Schritte auf mehreren Ebenen: Gemeinde- und Bezirksebene müssen Bedarfe klar benennen, Landes- und Bundesstellen sind gefordert, finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen zur Niederlassung zu schaffen. Dazu zählen mögliche Förderungen, Praxisübernahmen und Verbesserungen in der Infrastruktur für ländliche Regionen.
Für die Menschen im Bezirk Liezen bleibt die Lage aufmerksam zu beobachten. Welche konkreten Maßnahmen Land und Kammer in den kommenden Wochen und Monaten ergreifen werden, entscheidet darüber, ob die zahnmedizinische Grundversorgung kurzfristig stabilisiert und langfristig gesichert werden kann.