Gesundheit

Neue telefonische und digitale Nachsorge: Deutsche Schlaganfallbegleitung startet Individualberatungen

Die Deutsche Schlaganfallbegleitung erweitert ihr Angebot: Ab Oktober bietet eine Patientenlotsin individuelle Beratung per Telefon und Videocall an. Zum Welt‑Schlaganfall‑Tag gibt es eine zweitägige, kostenlose Telefonaktion mit 30‑minütigen Gesprächen.

Neue telefonische und digitale Nachsorge: Deutsche Schlaganfallbegleitung startet Individualberatungen
©Illustration KI Sabine Windisch / we-news.com

Berlin — Die Deutsche Schlaganfallbegleitung (DSB) baut ihre Nachsorgeangebote aus und startet im Oktober ein persönliches Beratungsangebot für Schlaganfallbetroffene und deren Angehörige. Ziel ist es, Lücken in der Versorgung nach der Entlassung aus dem Spital zu schließen und Betroffene emotional wie fachlich zu stärken.

Individuelle Unterstützung per Telefon und Videocall

Im Mittelpunkt steht eine neu geschaffene Rolle: eine Patientenlotsin, Case-Managerin und Physiotherapeutin (Sabine Robbers), die persönliche Beratungsgespräche telefonisch und per Videocall anbietet. Das Angebot richtet sich an Menschen, die konkrete Hilfe benötigen oder einfach jemanden zum Zuhören wollen — ein Bedürfnis, das nach der Entlassung häufig besteht.

Die DSB betont, dass Informationsdefizite und fehlende Zuwendung den Genesungsprozess behindern können. Durch die Kombination aus fachlicher Einschätzung und emotionaler Begleitung soll die Beratung dazu beitragen, Ängste abzubauen und Betroffene zu motivieren, das Leben nach dem Schlaganfall aktiv zu gestalten.

Ablauf und Fokus der Gespräche

Die Beratung beginnt mit einem sogenannten Assessment, in dem die Lotsin die Situation der Betroffenen erfasst und geeignete Unterstützungsangebote identifiziert. Auf Basis der fachlichen Erfahrung als Case Managerin und Physiotherapeutin kann die Lotsin sowohl therapeutische Optionen als auch Wege im Versorgungssystem aufzeigen.

  • Zielgruppe: Schlaganfallbetroffene und Angehörige
  • Formate: Telefon sowie Videocall
  • Start: Oktober (Jahresangabe in Quelle: heuer Oktober)
„Was mir in den Gesprächen wirklich wichtig ist, ist, die Betroffenen zu motivieren, das Leben nach dem Schlaganfall wieder in die Hand zu nehmen.“

Robbers hebt hervor, dass viele Betroffene sich der eigenen Kräfte nicht bewusst seien und in den Herausforderungen nach dem einschneidenden Ereignis oft unlösbare Probleme sähen. Die persönliche Beratung zielt darauf ab, diese Perspektive zu verändern und Zugänge zu bereits vorhandenen Versorgungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Kurzfristige Aktion zum Welt‑Schlaganfall‑Tag

Anlässlich des Welt‑Schlaganfall‑Tages am 29. Oktober führt die DSB eine telefonische Aktion durch: An diesem Tag sowie am darauffolgenden Tag können Interessierte eine kostenfreie 30‑minütige Beratung in Anspruch nehmen. Die Aktion soll einen niedrigschwelligen Einstieg darstellen und Betroffenen sowie Angehörigen die Möglichkeit geben, erste Fragen zu stellen oder Hilfestellungen zu erhalten.

Datum Angebot
Oktober (Startmonat) Regelmäßige telefonische und Videoberatung
29. Oktober und Folgetag Kostenfreie 30‑minütige Telefonberatung

Die Initiative knüpft an die Erkenntnis an, dass richtige Therapiemaßnahmen und emotionale Unterstützung wesentliche Faktoren für die Rehabilitation nach einem Schlaganfall sind. Eine individuelle, fachliche Begleitung kann die ärztliche Behandlung ergänzen und Betroffene in der Alltagsbewältigung stärken.

Für Patientinnen und Patienten wie für Angehörige bedeutet das Angebot einen zusätzlichen, niederschwelligen Zugang zu Expertise: von Informationen über vorhandene Versorgungsstrukturen bis zu konkreten Ratschlägen zur Weiterführung von Therapie und Selbstmanagement. Ob das neue Beratungsmodell langfristig fest im Versorgungsnetz verankert wird, hängt von Nachfrage und Ergebnissen der ersten Monate ab.

In Zeiten steigender Bedeutung von Telemedizin und digitaler Betreuung bietet die DSB mit diesem Schritt ein Beispiel, wie qualifizierte Fachpersonen nach der Spitalsentlassung erreichbar bleiben können — ohne ärztliche Entscheidungen zu ersetzen, aber ergänzend zur Rehabilitation und Unterstützung.

Sabine Windisch
Sabine KI Ressortleiterin Gesundheit online

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