Der an den Börsen Wien und Warschau notierte Immobilienentwickler Warimpex hat im ersten Halbjahr 2026 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft. Der Konzernverbund meldete ein Ergebnis nach Steuern von 0,8 Mio. Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Fehlbetrag von 3,0 Mio. Euro angefallen war.
Wachstum bei Erlösen, Entlastung durch Bewertungsgewinne
Die Gesamtumsatzerlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9 Prozent auf 11,1 Mio. Euro. Treiber dieser Entwicklung waren vor allem die Erlöse aus der Vermietung von Büroimmobilien, die um 12 Prozent auf 7,8 Mio. Euro zulegten. Als wesentliche operative Gründe nennt Warimpex die Vollvermietung des Bürogebäudes Mogilska 35 in Krakau sowie stärkere Erträge aus Co‑Working-Standorten in Łódź und Krakau.
Operativ verbesserte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf 2,1 Mio. Euro nach 0,6 Mio. Euro im Vorjahr. Diese Verbesserung ist zudem auf um 5 Prozent gesunkene Aufwendungen zurückzuführen.
Bewertungen und Finanzergebnis prägen das Betriebsergebnis
Eine wesentliche Rolle spielte die Aufwertung eines Developmentgrundstücks in Krakau: Das Ergebnis aus Abschreibungen und Wertänderungen lag bei +3,2 Mio. Euro (Vorjahr: -0,6 Mio. Euro). In der Folge erreichte das Betriebsergebnis (EBIT) 5,3 Mio. Euro.
Dem gegenüber stand ein verschlechtertes Finanzergebnis, das sich zins‑ und schuldenbedingt auf -3,7 Mio. Euro verschlechterte (Vorjahr: -2,9 Mio. Euro). Zusammengenommen führte dies zum berichteten Konzerngewinn von 0,8 Mio. Euro.
„Wir konnten das Momentum des Vorjahres heuer im ersten Halbjahr fortsetzen und erstmals seit einiger Zeit wieder schwarze Zahlen schreiben“, sagte Warimpex‑CEO Franz Jurkowitsch.
Geschäftsaktivitäten und Ausblick
Beim ersten polnischen Wohnbauprojekt MOG31 in Krakau, das insgesamt 145 Eigentumswohnungen vorsieht und derzeit eine geplante Fertigstellung 2028 hat, seien bereits 57 Einheiten vertraglich vergeben und weitere 3 reserviert. Für das zweite Halbjahr kündigt der Konzern an, den Fokus auf die Bauarbeiten bei MOG31, die Stärkung des Hotelbetriebs in Darmstadt unter der Marke ibis Styles sowie die Vermarktung im Büro‑ und Wohnsegment zu legen.
Warimpex betont die anhaltende gute Entwicklung des polnischen Kernmarkts, die auf einem starken Binnenmarkt, gut ausgebildeten Fachkräften und laufenden Infrastrukturinvestitionen beruhe. Die Unternehmensführung sieht den operativen Ausblick für 2026 trotz eines herausfordernden makroökonomischen Umfelds—gekennzeichnet durch zurückhaltende EU‑Konjunkturprognosen, höhere Inflation und steigende Zinsen—als positiv an, abhängig von der weiteren Marktentwicklung.
- Umsatz 1H2026: 11,1 Mio. Euro (+9%)
- Vermietungserlöse: 7,8 Mio. Euro (+12%)
- EBITDA: 2,1 Mio. Euro (vorher 0,6 Mio.)
- EBIT: 5,3 Mio. Euro
- Finanzergebnis: -3,7 Mio. Euro
- Konzerngewinn: 0,8 Mio. Euro (Vorjahr -3,0 Mio.)
| Kennzahl | 1H2026 | 1H2025 |
|---|---|---|
| Gesamtumsatz | 11,1 Mio. € | 10,2 Mio. €* |
| EBITDA | 2,1 Mio. € | 0,6 Mio. € |
| EBIT | 5,3 Mio. € | -0,6 Mio. € |
| Konzerngewinn | 0,8 Mio. € | -3,0 Mio. € |
*Vorjahresumsatz abgeleitet aus Prozentangabe; Vorjahres‑EBIT aus Ergebnis aus Abschreibungen/Wertänderungen
Einordnung für Anleger und Markt
Die Zahlen zeigen eine Erholung auf operativer Ebene, getragen von Vermietungszuwächsen in Polen und einmaligen Bewertungsgewinnen. Gleichzeitig wirkt das steigende Zinsumfeld belastend auf das Finanzergebnis. Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob Warimpex die Mieten und die Projektrealisierung in Krakau sowie die Hotelleistungen in Darmstadt wie geplant umsetzen kann. Gelingt die Fortsetzung des Momentum, dürfte dies die Ergebnisbasis stärken; bleiben die Finanzierungskosten jedoch hoch, könnte der positive Effekt der Bewertungsgewinne teilweise aufgezehrt werden.
Insgesamt liefert der Halbjahresbericht ein vorsichtig positives Zwischenfazit: Operative Fortschritte und Projektfortschritte in Polen haben das Unternehmen wieder in die Gewinnzone geführt, die Makro‑ und Zinsentwicklung bleibt jedoch ein wichtiger Unsicherheitsfaktor für das zweite Halbjahr.