Eine Delegation des vietnamesischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt hat am Morgen des 13. August in der Gemeinde Phu Son Vor-Ort-Kontrollen zur Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseuchen durchgeführt. Schwerpunkt der Inspektion war die Umsetzung der Anordnungen des Provinzvolkskomitees in Dokument Nr. 5173/UBND-VP3 vom 23. Juli 2026 zu Maßnahmen gegen die Vogelgrippe und die Afrikanische Schweinepest (ASP). Vertreter des Ministeriums für Viehzucht und Veterinärmedizin begleiteten die Überprüfung.
Landesweite Lage: Ausbrüche in vielen Provinzen
Nach Angaben des Ministeriums für Tierhaltung und Veterinärmedizin wurden von Jahresbeginn bis zum 12. August 2026 Vogelgrippe-Fälle in 18 von 34 Provinzen und Städten gemeldet. Die Ausbrüche führten laut Bericht zum Tod oder zur Keulung von mehr als 440.000 Geflügeltieren. In weiterer Folge treten in sieben Provinzen und Städten weiterhin Ausbrüche auf.
Bei der Afrikanischen Schweinepest sind dem Bericht zufolge bis zum selben Stichtag Ausbrüche in 598 Gemeinden in 29 von 34 Provinzen und Städten registriert worden; betroffen waren über 125.000 Schweine durch Tod oder Keulung. Die Lage bleibt in 20 Provinzen und Städten angespannt.
Fokus Ninh Binh und Phu Son
In der Provinz Ninh Binh kam es nach Angaben des Ministeriums seit Anfang Mai 2026 wiederholt zu Ausbrüchen des Subtyps A/H5N1 in freilaufenden Entenbeständen. Aktuell seien in sechs Gemeinden der Provinz noch Vogelgrippe-Ausbrüche aktiv.
Für die geprüfte Gemeinde Phu Son nennt der Bericht konkrete Bestandszahlen: Insgesamt rund 20.000 Schweine, verteilt auf 2 große, 9 mittlere und 64 kleine Betriebe sowie 792 Haushalte. Der Geflügelbestand wird mit etwa 78.000 Tieren angegeben, davon rund 47.000 Hühner sowie etwa 30.000 Enten, Gänse und Schwäne. Seit Jahresbeginn wurden in der Gemeinde drei Vogelgrippe-Ausbrüche erfasst, die acht Haushalte betrafen und zum Verlust von 22.174 Geflügeltieren führten.
Maßnahmen, Quarantäne und aktueller Stand
Der Bericht macht deutlich, dass die Afrikanische Schweinepest nach den großen Ausbrüchen 2025 in vielen Gebieten 2026 größtenteils eingedämmt werden konnte. Gleichwohl gibt es in Ninh Binh derzeit noch aktive ASP-Fälle in 16 Gemeinden und Bezirken, bei denen die vorgeschriebene Quarantänezeit von 21 Tagen noch nicht abgelaufen ist.
- Dokumentierte Vogelgrippe-Ausbrüche: 18/34 Provinzen, > 440.000 Geflügelverluste (bis 12.8.2026).
- ASP-Ausbrüche: 598 Gemeinden in 29/34 Provinzen, > 125.000 Schweine betroffen.
- Phu Son: ~20.000 Schweine, ~78.000 Geflügel; 22.174 Geflügelverluste durch drei Ausbrüche.
Die Inspektion vor Ort umfasste auch die Kontrolle einzelner Betriebe; konkret besuchten die Delegierten das Anwesen von Truong Van Luong im Dorf Phu Son, um Seuchenprävention und Biosicherheitsmaßnahmen zu beurteilen. Vertreter der regionalen Behörden beteiligten sich an der Arbeitssitzung, in der die Umsetzung der provincialen Anordnung Nr. 5173/UBND-VP3 bewertet wurde.
Konsequenzen und Ausblick
Die Zahlen zeigen, dass sowohl Vogelgrippe als auch ASP in Vietnam weiterhin territoriale Verbreitung aufweisen und regionale Schwerpunkte bestehen. Die Kombination aus hohen Geflügel- und Schweinebeständen in Gemeinden wie Phu Son sowie wiederholten Ausbrüchen in Teilen von Ninh Binh macht fortgesetzte Kontrollen, strikte Quarantäne und rasches Eingreifen erforderlich, um weitere Verluste und Ausbreitung zu verhindern. Die Berichterstattung des Ministeriums weist auf eine teilweise Eindämmung der ASP seit 2025 hin, betont aber gleichzeitig, dass Quarantänefristen und Überwachungsmaßnahmen in betroffenen Gemeinden weiter strikt einzuhalten sind.
| Parameter | Angabe (bis 12.8.2026) |
|---|---|
| Provinzen mit Vogelgrippe | 18 von 34 |
| Geflügelverluste | > 440.000 Tiere |
| Gemeinden mit ASP | 598 (in 29/34 Provinzen) |
| Schweineverluste durch ASP | > 125.000 Tiere |
| Geflügel in Phu Son | ~ 78.000 Tiere |
| Schweine in Phu Son | ~ 20.000 Tiere |
Die Behörden kündigten an, ihre Inspektions- und Präventionsarbeit fortzusetzen. Für betroffene Gemeinden bleibt die Einhaltung der Quarantänebestimmungen sowie die Stärkung der Biosicherheit in Betrieben und Haushalten zentral, um weitere Tierverluste zu vermeiden und die Risiken für Tierbestände und die Versorgungssicherheit zu reduzieren.