Lesen wirkt sich positiv auf die Lebenserwartung aus: Eine US-amerikanische Langzeitstudie mit 3.635 Teilnehmern über einen Zeitraum von zwölf Jahren ergab für Personen über 50 Jahren eine deutlich niedrigere Sterblichkeit bei denen, die regelmäßig Bücher lasen.
Was die Untersuchung zeigte
Die Probandinnen und Probanden wurden in drei Gruppen unterteilt: Leserinnen und Leser, die bis zu 3,5 Stunden pro Woche mit Büchern verbringen, Vielleserinnen und Vielleser mit mehr als 3,5 Stunden pro Woche und Personen ohne Buchkonsum. Nach 12 Jahren ergab sich im Vergleich zu Nichtlesenden:
| Lesergruppe | Reduktion der Sterblichkeit |
|---|---|
| Vielleser (>3,5 Std./Woche) | 23 % |
| Leser (≤3,5 Std./Woche) | 17 % |
| Nichtlesende | Referenz |
Die Forschenden berichten, dass der Effekt unabhängig von Geschlecht und sozialem Status bestand — also für sehr unterschiedliche Bevölkerungsgruppen greift.
Mögliche Mechanismen
Warum Lesen gesund sein könnte, lässt sich aus mehreren Beobachtungen ableiten: Eine Befragung der University of Sussex zeigte, dass sich 58 Prozent der Teilnehmenden durch Lesen weniger gestresst fühlen. Darüber hinaus weist die AOK auf Hinweise hin, dass Lesen das Risiko für Demenz senken kann. Lesen scheint geistige Reserven zu fördern und den kognitiven Abbau zu verlangsamen. Zudem berichten viele Menschen von verbessertem Schlaf nach einer ruhigen Lesestunde.
„Dadurch, dass ich dabei ja etwas mache – aber in einem ruhigen Umfeld – komme ich zur Ruhe. Die Anstrengung lässt langsam die Augen schwer werden, was wiederum für den Körper und die Psyche das Signal ist, zu schlafen“,
so der Psychologe Rolf (Zitatquelle aus der Studie/Medienauswertung).
Was das für die Freizeitgestaltung bedeutet
Als Freizeitressort empfiehlt sich ein praktischer Zugang: Lesen ist unkompliziert, günstig und flexibel integrierbar. Es reicht offenbar schon regelmäßiger Konsum, um messbare Vorteile zu erzielen — ob Belletristik, Sachbuch oder Biografie. Für Menschen, die bisher wenig lesen, bieten sich einfache Schritte an:
- Feste Zeitblöcke einplanen: eine kurze Lesephase am Abend oder eine halbe Stunde in der Mittagspause.
- Realistische Ziele setzen: Ein Kapitel pro Abend oder zehn Seiten täglich statt einer langen Session.
- Vielfalt nutzen: Wechsel zwischen Roman, Sachbuch und Hörbuch hält die Motivation hoch und trainiert unterschiedliche Denkmodi.
- Ruhiger Abschluss: Lesen vor dem Schlafengehen kann helfen, den Tag zu entschleunigen und den Schlaf zu fördern.
Wichtig ist: Die Studie spricht von Büchern als Medium; Zeitungs- oder reiner Online‑Konsum wurde getrennt betrachtet. Die positiven Effekte zeigten sich speziell bei Buchlesern.
Konsequenzen und Einordnung
Für die öffentliche Gesundheitskommunikation ist die Untersuchung relevant: Sie unterstützt Präventionsbotschaften, die Alltagsverhalten adressieren, und liefert konkrete Zahlen, die Politik und Gesundheitsorganisationen in Kampagnen nutzen können. Für Einzelne ist die Botschaft klar und leicht umsetzbar: Regelmässiges Lesen kann ein einfacher Baustein sein, um Stress zu verringern, geistig fit zu bleiben und möglicherweise die Lebenserwartung zu erhöhen.
Als Freizeitautor empfehle ich, das Buch zur täglichen Gewohnheit zu machen — nicht als Pflicht, sondern als angenehme, wirksame Investition in die eigene Gesundheit.