Die Generation 60+ nutzt Konsum vielfach, um Lebensqualität zu erhöhen und investiert gezielt in Gesundheit, Bewegung und gesellschaftliche Teilhabe. Das zeigt das Konsumbarometer 2026 von Consors Finanz BNP Paribas, das Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa untersucht hat. Für die Altergruppe ist der Erhalt körperlicher und geistiger Fähigkeiten ein zentrales Ziel — mit konkreten Folgen für Nachfrage und Angebot in den Bereichen Sport, Gesundheitsdienstleistungen und digitale Unterstützung.
Worauf ältere Konsument:innen Wert legen
Laut Studie betrachten 88 Prozent der Senior:innen in Europa Konsum als Mittel, sich Komfort zu ermöglichen; in Deutschland liegt der Wert sogar bei 93 Prozent. Zugleich ist Sparsamkeit wichtig: 80 Prozent der europäischen und 88 Prozent der deutschen Befragten wollen keine unnötigen Ausgaben tätigen. Das Ergebnis signalisiert eine selektive Nachfrage: Für Komfort und Gesundheit wird eher ausgegeben, für Triviales eher nicht.
Aktivität, Vereinsleben und Digitalisierung
Die Studie dokumentiert ein hohes Engagement der Generation 60+ in Freizeit und Sport. In Deutschland geben 77 Prozent an, viel Zeit mit Freizeitaktivitäten zu verbringen (EU: 70 Prozent), und rund 40 Prozent möchten diese Aktivitäten so lange wie möglich aktiv ausüben. Vereinszugehörigkeit ist kein Randphänomen: Etwa vier von zehn Personen über 60 in Europa gehören einem Verein oder einer Initiative an; in Deutschland sind 20 Prozent Mitglied in einem Sportklub, gegenüber 16 Prozent EU-weit.
Die Bereitschaft, digitale Hilfsmittel zu nutzen, wächst ebenfalls: 18 Prozent der deutschen Senior:innen verwenden bereits digitale Geräte oder Apps für Gesundheit und Fitness (EU: 15 Prozent).
Freizeit, Reisen und Medienkonsum
Reisen bleibt für viele ein Bestandteil der Lebensqualität: In Deutschland reisten 22 Prozent der Generation 60+ in den letzten zwölf Monaten mindestens dreimal, weitere 37 Prozent ein- bis zweimal; 41 Prozent waren hingegen gar nicht unterwegs (EU: 29 Prozent dreimal oder öfter; 32 Prozent gar nicht unterwegs). Beim Medienkonsum haben 36 Prozent der deutschen Senior:innen ein Abo für einen Videodienst (EU: 42 Prozent).
- Komfort ist für die Mehrheit ein zentraler Konsumtrios.
- Gesundheit und Bewegung stehen weit oben auf der Prioritätenliste.
- Digitale Angebote werden zunehmend akzeptiert, sind aber noch kein Massenmarkt.
Implikationen für Gesundheitsversorgung und Anbieter
Die Studie hat mehrere direkte Konsequenzen für die Gesundheitsversorgung und Anbieter von Präventions- und Freizeitangeboten: Ältere Menschen investieren in Aktivitäten, die Gesundheit und Teilhabe fördern. Das schafft Nachfrage nach altersgerechten Sportangeboten, digitalen Gesundheitsservices und barrierefreien Angeboten in Gemeinden und Vereinen. Gleichzeitig legen viele Wert auf Preis-Leistungs-Verhältnis, was auf Bedarf nach subventionierten oder kosteneffizienten Programmen hinweist.
| Indikator | Deutschland | EU-Durchschnitt |
|---|---|---|
| Konsum als Komfort | 93 % | 88 % |
| Keine unnötigen Ausgaben | 88 % | 80 % |
| Viel Zeit mit Freizeitaktivitäten | 77 % | 70 % |
| Sportklub-Mitgliedschaft | 20 % | 16 % |
| Digitale Gesundheits-Apps | 18 % | 15 % |
Für Österreich lassen sich aus diesen Werten keine direkten Zahlen ableiten, wohl aber trendsetzende Hinweise: Gemeinden, Krankenkassen und lokale Anbieter sollten das Interesse an gesundheitsfördernden Aktivitäten und digitalen Hilfsmitteln ernst nehmen und niedrigschwellige, kosteneffiziente und barrierearme Angebote ausbauen. Vereinsstrukturen könnten eine wichtige Rolle spielen, um soziale Teilhabe und Bewegung zu verbinden.
Die Studie unterstreicht zugleich, dass finanzielle Zurückhaltung besteht. Maßnahmen, die Angebot und Erschwinglichkeit verbinden — etwa geförderte Kurse, vergünstigte Vereinsbeiträge oder einfache Einführungskurse für digitale Gesundheits-Tools — dürften die Akzeptanz weiter erhöhen.
Insgesamt zeigt das Konsumbarometer 2026 ein Bild: Die Generation 60+ will aktiv und selbstbestimmt altern, legt Wert auf Lebensqualität und wählt ihren Konsum sorgfältig aus. Das eröffnet Chancen für das Gesundheitswesen, die Zivilgesellschaft und die Freizeitbranche — vorausgesetzt, die Angebote treffen sowohl die Bedürfnisse als auch das Budget der Zielgruppe.