Das österreichische Bildungsangebot „Schule am Bauernhof“ wurde um das Modul „Gemeinsam gesund: Mensch – Tier – Umwelt“ erweitert. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen praktische Zugänge zu Landwirtschaft, Tiergesundheit und ökologischen Zusammenhängen zu bieten und damit Konsum- und Gesundheitsbewusstsein zu stärken.
Praxisorientiertes Lernen auf dem Hof
Bei dem Angebot wird der Bauernhof zum Lernort: Stall, Wiese und Feld dienen als unmittelbare Lehrumgebung, in der Kinder beobachten, anfassen und ausprobieren können. Das Programm richtet sich an Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren und kann von Schulen, Horten, Sommerschulen sowie schulischer Nachmittagsbetreuung genutzt werden. Durch die Kombination von Gesundheitsförderung, Ernährungsbildung und Umweltwissen sollen Alltagsbezüge wiederhergestellt werden, die laut den Programmverantwortlichen bei vielen Kindern weniger präsent sind.
„Kinder sind sehr aufnahmefähig in diesem Alter. Es ist erstaunlich, wie viele Eindrücke sie an so einem halben Tag mitnehmen.“
Dieses Zitat stammt von Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich und Obmann-Stellvertreter der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS), der die Stärke des praxisnahen Ansatzes betont.
Entwicklung und Kooperation
Das neue Angebot wurde von der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) und dem Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) der Landwirtschaftskammer entwickelt. Bei der Ausarbeitung war zudem die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik eingebunden. Dieses Netzwerk soll fachliche Qualität sichern und die Verknüpfung von landwirtschaftlicher Praxis mit pädagogischen Zielen gewährleisten.
Bildungsziele und gesellschaftlicher Hintergrund
Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass Mensch, Tier und Umwelt miteinander verbunden sind. Das Programm will Wissen über Herkunft von Lebensmitteln, Bedeutung der Tiergesundheit und Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Klima und persönlichen Konsumentscheidungen vermitteln. Vertreter der Trägerorganisationen sehen darin auch eine Antwort auf veränderte Alltagsgewohnheiten: Die zunehmende Bildschirmzeit und geringere Naturkontakte von Kindern schwächen nach Auffassung der Initiatoren den Bezug zur Natur.
- Alter der Zielgruppe: 8–14 Jahre
- Träger und Entwickler: SVS, LFI, Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik
- Nutzbar durch: Schulen, Horte, Sommerschulen, schulische Nachmittagsbetreuung
Erwartete Wirkung und Qualitätsaspekte
Die Initiatoren betonen, dass unmittelbare Erfahrungen auf dem Hof nachhaltiger wirken als reine Vermittlung im Schulbuch. Durch Beobachten und eigenständiges Tätigwerden sollen Kinder komplexe Kreisläufe begreifen und persönliches Verhalten reflektieren. Peter Lehner, Obmann der SVS, hebt hervor, dass es beim Angebot auch um die Wiederherstellung praktischer Bezüge gehe, die im Alltag vieler Kinder verloren gegangen seien.
Für Schulen und Betreuungsformen bedeutet die Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben organisatorische Abstimmungen: Transport, Aufenthaltsdauer und didaktische Vorbereitung sind Aspekte, die Lehrkräfte und Hofbetreiber gemeinsam planen müssen. Konkrete Zahlen zu Teilnahmeangeboten, Kosten oder Evaluationsplänen sind in der vorliegenden Mitteilung nicht genannt.
Insgesamt stellt das erweiterte Programm einen praxisorientierten Beitrag zur Umwelt- und Gesundheitsbildung dar. Es verbindet landwirtschaftliche Praxis mit pädagogischen Zielen und will damit langfristig Wissen, Haltung und Verhalten von Kindern gegenüber Lebensmitteln, Tieren und Umwelt stärken.