Ausbreitung, Zahlen und Bedeutung
In Baden-Württemberg wurden bis Ende August dieses Jahres deutlich mehr als 2.000 Nester der Asiatischen Hornisse gemeldet. Das geht aus Angaben der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) hervor. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum 2025 waren es etwas mehr als 900 gemeldete Nester. Diese Zahlen bedeuten einen deutlichen Anstieg innerhalb eines Jahres und haben bei Imkerinnen, Naturschützerinnen und Behörden Besorgnis ausgelöst.
Was ist die Asiatische Hornisse und warum ist sie relevant?
Die Asiatische Hornisse ist an ihrem schwarzen Thorax und den gelben Beinen gut erkennbar. Fachleute bewerten sie inzwischen als etablierte, invasive Art in Teilen Deutschlands. Sie jagt heimische Bienen und ernährt sich von zahlreichen anderen Insekten. Für Imkerinnen und Imker bedeutet das zusätzlichen Druck auf Bienenvölker; für die lokale Biodiversität stellt die Hornisse eine Gefahr dar, weil sie Insektenbestände dezimieren kann.
Ursachen des Anstiegs: Ausbreitung oder höhere Aufmerksamkeit?
Die LUBW und die Landesanstalt für Bienenkunde betonen, dass die gestiegenen Meldungen nicht ausschließlich auf eine stärkere Ausbreitung zurückgeführt werden können. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums weist darauf hin, dass auch eine wachsende Bekanntheit der Art sowie eine höhere Meldebereitschaft in der Bevölkerung zu den höheren Zahlen beitragen dürften. In der Mitteilung heißt es:
„Die gestiegenen Meldezahlen im Frühjahr und Sommer seien aber nicht ausschließlich auf eine stärkere Ausbreitung zurückzuführen.“
Hinzu kommt, dass nun die Hochsaison für sogenannte Sekundärnester beginnt: Diese entstehen vor allem im Herbst, wenn zuvor nicht entdeckte Nester von Königinnen neu gegründet werden. Das kann die gemeldete Anzahl weiter erhöhen.
Maßnahmen und Folgen für die Region
Das Land Baden-Württemberg fördert die Entfernung von Nestern. Für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Imkerinnen und Imker heißt das, dass Meldungen an die zuständigen Stellen wichtig sind, um möglichst rasch reagieren zu können. Die Landesanstalt für Bienenkunde dokumentiert die fortschreitende Ausbreitung bis in östliche Landesteile, was zeigt, dass die Art nicht nur punktuell vorkommt, sondern sich zunehmend etabliert.
- Meldung: Sichtungen und Nester an die zuständigen Behörden melden.
- Schutz: Imkerinnen und Imker sollten Völker regelmäßig kontrollieren und Schutzmaßnahmen prüfen.
- Entfernung: Landesförderungen für die Entfernung von Nestern nutzen, wenn vorhanden.
Datenübersicht
| Zeitraum | Gemeldete Nester (Bisher) |
|---|---|
| Jänner – Ende August 2025 | ~900 |
| Jänner – Ende August 2026 | >2.000 |
Für Baden in Niederösterreich sind diese Zahlen kein unmittelbarer Befund der lokalen Lage, wohl aber ein Warnsignal. Invasive Arten kennen keine politischen Grenzen; Wanderungen und Transportwege können Ausbreitungen über große Entfernungen begünstigen. Lokale Behörden, Imkervereine und Naturschutzgruppen sind daher gefordert, wachsam zu bleiben und Präventions- sowie Meldeketten zu stärken.
Die Berichte aus Baden-Württemberg zeigen auch, dass die Aufmerksamkeit der Bevölkerung eine wichtige Rolle spielt: Eine erhöhte Meldungsbereitschaft bringt zwar höhere Fallzahlen in die Statistik, ermöglicht aber zugleich ein schnelleres Eingreifen und bessere Datengrundlagen für die weitere Bekämpfung und Forschung.
Die Entwicklung wird in den kommenden Monaten zu beobachten sein. Besonders im Herbst, wenn Sekundärnester entstehen, sind vermehrte Sichtungen zu erwarten. Bürgerinnen und Bürger in Baden werden daher geraten, bei Beobachtungen von Hornissen-Nestern die lokalen Behörden oder Imkerorganisationen zu informieren und keine eigenmächtigen Maßnahmen an Nestern vorzunehmen.