Die Schauspielerin Vera Borek ist am Samstagabend im Alter von 85 Jahren in Wien gestorben. Aus dem Umfeld der Familie erfuhr die APA, dass Borek kurz zuvor noch im Spital gewesen sei.
„nach einem kurzen Spitalsaufenthalt“
Borek wurde am 20. September 1940 in Breslau geboren und kam als Kind mit der Familie nach Wien. Die Tochter einer deutschen Opernsängerin und eines Wiener Lederwarenhändlers absolvierte eine Schauspielausbildung in Hannover und war zunächst an mehreren deutschen Bühnen engagiert, darunter Bochum, Münster, Wiesbaden und Hamburg. Anschließend kehrte sie beruflich nach Wien zurück und wurde zu einer prägenden Figur der heimischen Theaterszene.
Stationen und prägende Zusammenarbeit
In Wien arbeitete Borek eng mit bedeutenden Regisseuren und Theatermachern zusammen. Sie gehörte lange zum Ensemble des Volkstheaters und war zudem wichtige Stütze der Projekte von Hans Gratzer am Schauspielhaus Wien sowie der Arbeiten von Michael Schottenberg mit dem „Theater im Kopf“.
Ihre Ensemble-Zugehörigkeit am Volkstheater erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte: Von 1976 bis 2005 zählte sie dort zum festen Ensemble. Auch nach ihrer Pensionierung blieb sie auf der Bühne präsent und gab immer wieder Gastauftritte, zuletzt in verschiedenen Rollen bis mindestens 2014.
- Langjähriges Ensemblemitglied am Volkstheater (1976–2005)
- Wichtige Rollen in Stücken der klassischen und zeitgenössischen Literatur
- Zusammenarbeit mit Hans Gratzer und Michael Schottenberg
Zu den bekanntesten Bühnenrollen zählen Partien in Stücken wie „Die Dreigroschenoper“, „Zur schönen Aussicht“, „Geschichten aus dem Wiener Wald“ und „Der zerbrochne Krug“. Borek zeigte zudem eine breite Spannweite: Sie spielte sowohl klassische Figuren als auch Rollen in Werken zeitgenössischer Autoren wie Werner Schwab, Gert Jonke und Elfriede Jelinek.
Film und Fernsehen
Neben der Bühne war Borek auch vor der Kamera präsent. Sie wirkte in beliebten TV-Serien mit, darunter „Tatort“, „Kommissar Rex“ und „Der Bulle von Tölz“. Im Kino sah man sie unter anderem in Xaver Schwarzenbergers Film „Vino Santo“ (1999); bereits zuvor hatte sie in einem Werk von Maximilian Schell mitgewirkt.
Auch nach ihrem offiziellen Rückzug vom Ensemble blieb Borek eine Ansprechpartnerin für Regisseure: 2007 spielte sie Claire Zachanassian in einer Inszenierung von „Der Besuch der alten Dame“, 2009 war sie als Schwester Rosa in der Bühnenfassung von Pedro Almodóvars „Alles über meine Mutter“ zu sehen. 2014 trat sie in Michael Schottenbergs letzter Volkstheater-Saison als Fräulein Dr. von Zahnd in Dürrenmatts „Die Physiker“ auf.
Privates
Aus dem Quellenmaterial geht hervor, dass Borek von 1982 bis 1986 mit dem Schauspieler und Kabarettisten Helmut Qualtinger verheiratet war. Über ihre Familie und frühen Jahre ist dokumentiert, dass sie als Kind nach Wien kam und eine künstlerische Prägung durch ihr Elternhaus erhielt.
| Jahr/Zeitraum | Station/Info |
|---|---|
| 1940 | Geburt in Breslau |
| Kindheit | Zuzug der Familie nach Wien |
| Studium | Schauspielschule in Hannover |
| 1976–2005 | Ensemblemitglied Volkstheater Wien |
| 1999 | Film: „Vino Santo“ (Xaver Schwarzenberger) |
| 2007–2014 | Weitere Gastauftritte am Volkstheater |
Vera Boreks Lebenswerk umfasst eine Bandbreite von klassischen Bühnenpartien bis zu modernen, oft herausfordernden zeitgenössischen Rollen. Damit prägte sie über Jahrzehnte das Profil des Wiener Theaterbetriebs und blieb bis ins hohe Alter eine prägnante Bühnenpersönlichkeit.
Der Tod Boreks wird in der Wiener Kulturszene eine Lücke hinterlassen: Als Ensemblemitglied, als Interpretin anspruchsvoller Rollen und als Verbindungsglied zwischen älteren Theatergenerationen und der Gegenwart. Konkrete Angaben zu Bestattung oder Verabschiedung wurden von der Familie zum Zeitpunkt der Meldung nicht veröffentlicht.
Weitere Berichte und Nachrufe werden in den kommenden Tagen erwartet, wenn Häuser, Weggefährten und Kolleginnen und Kollegen Stellung nehmen.