In österreichischen Gärten führen anhaltende Dürreperioden heuer immer wieder zu braunen, vertrockneten Rasenflächen. Für Besitzer von Grünflächen ist die Frage zentral: Wie gießen, damit der Rasen überlebt, aber nicht unnötig Wasser verschwendet wird? Ein erfahrener Gärtner aus Eisenstadt gibt klar verständliche, praxisnahe Empfehlungen.
Kräftig, aber seltener: Die Grundregel
Statt täglich kurz zu bewässern, empfiehlt der Experte, den Rasen ein- bis zweimal pro Woche kräftig zu gießen. Kurzbewässerungen bringen wenig, weil die Erde einige Zentimeter unter der Oberfläche trocken bleibt und die Wurzeln nicht angeregt werden, in die Tiefe zu wachsen.
„Bei einem älteren Rasen, wo die Wurzeln in die Tiefe gegangen sind, ist das Problem wesentlich geringer... Bei einem jungen Rasen, der mit Wasser verwöhnt wurde, wird der Kipppunkt relativ rasch erreicht sein.“
Diese Aussage erklärt einen zentralen Unterschied: Ältere, gut verwurzelte Rasenflächen sind widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit als neu angelegte oder ständig feucht gehaltene Rasen.
Wie viel Wasser braucht der Rasen?
Konkrete Mengenangaben helfen bei der Umsetzung: Empfohlen werden 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter pro Bewässerungseinheit. Günstigster Zeitpunkt ist der frühe Morgen, weil dann Verdunstung gering ist und das Wasser besser in den Boden einsickert.
- Häufigkeit: 1–2x pro Woche statt täglich
- Menge: 10–20 Liter pro Quadratmeter
- Zeitpunkt: Frühmorgens, um Verdunstung zu minimieren
Mähen, Rasensorten und der Zugtest
Neben der richtigen Bewässerung tragen auch Mähhöhe und Rasensorte wesentlich zur Trockenresistenz bei. Empfohlen wird, im Sommer die Schnitthöhe auf 5–6 Zentimeter einzustellen. Höherer Wuchs beschattet den Boden, reduziert Verdunstung und hilft, die Feuchte länger zu halten.
Außerdem gibt es Rasensorten, die mit weniger Wasser zurechtkommen — eine Überlegung beim nächsten Neuansaat oder bei Austausch von Teilflächen. Ein einfacher Test, ob ein braun erscheinender Rasen noch lebt: der Zugtest. Lässt sich Grasbüschel leicht herausziehen, ist die Fläche wahrscheinlich abgestorben; bleibt es fest, kann der Rasen noch erholen.
Praktische Konsequenzen und Sparpotenzial
Das kombinierte Vorgehen aus seltener, aber ausreichender Bewässerung, angepasstem Mähen und ggf. sortenbewusster Neuanlage bringt zwei Vorteile: Zum einen verbessert sich die Trockenresistenz des Rasens langfristig, zum anderen lässt sich Wasser sparen — ein relevanter Punkt in Zeiten schwindender Wasserreserven.
| Maßnahme | Effekt |
|---|---|
| Kräftig gießen 1–2x/Woche | Tieferes Wurzelwachstum, längere Trockenresistenz |
| Mähen auf 5–6 cm | Weniger Verdunstung, Boden bleibt feuchter |
| Ältere Rasenflächen erhalten | Späterer Kipppunkt bei Trockenheit |
Insgesamt plädiert der Fachmann für ein verantwortungsvolles Gießen „mit Maß und Hausverstand“. Für Besitzer kleinerer Gärten oder Balkone bleibt die Anwendung dieser Regeln ebenso relevant: Auch hier gilt, lieber seltener und gezielter Wasser einzusetzen als verschwenderisch zu spritzen.
Wer heuer neu ansät oder Teilflächen erneuern möchte, sollte bei der Auswahl der Rasensamen auf trockenheitsverträgliche Mischungen achten. Solche Investitionen zahlen sich mittel- bis langfristig aus: weniger Gießaufwand, stabilere Optik und geringerer Stress für das Grün.
Für alle Gartenfreunde gilt letztlich: Beobachten, anpassen und nicht in Panik verfallen. Ein gut gewurzelter Rasen übersteht Trockenzeiten besser, und mit den hier beschriebenen Maßnahmen lassen sich Wasserverbrauch und Pflegeaufwand spürbar reduzieren.