Die Stadt Freistadt hat auf Basis einer aktuellen Bauwerksbewertung Entscheidungen zur Zukunft des städtischen Hallenbades getroffen. Die Untersuchung zeigt, dass das rund 50 Jahre alte Gebäude in weiten Bereichen der tragenden Stahlbetonkonstruktion erhebliche Schäden aufweist. Ursachen sind vor allem die langjährige Chloridbelastung, eine fortgeschrittene Karbonatisierung des Betons sowie teilweise unzureichende oder fehlende Betondeckung; in Teilen ist die Korrosion der Bewehrung bereits weit fortgeschritten.
Kurzfristige Sicherung für die Wintersaison 2026/27
Trotz des schlechten Zustands hat die Stadt bestätigt, dass das Hallenbad für die Wintersaison 2026/27 wieder in Betrieb genommen werden kann. Voraussetzung sind jedoch umgehende Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen. Konkret benannt wurden:
- Unterstützung der südseitigen Dachrandträger mit zusätzlichen Stahlträgern
- zusätzliche Sicherungsteile der Fassadenkonstruktion
- weitere Unterstellungen im Kellerbereich
Diese Maßnahmen dienen ausschließlich dazu, den Betrieb für die genannte Saison zu ermöglichen. Die Stadt betont, dass es sich um temporäre Eingriffe handelt und ein Weiterbetrieb danach nicht mehr auf dieser Grundlage möglich sein wird.
„Die Sicherheit unserer Badegäste und Mitarbeiter hat oberste Priorität. Wir werden die notwendigen Maßnahmen jetzt so rasch wie möglich umsetzen, damit der Hallenbadbetrieb für die kommende Wintersaison wieder aufgenommen werden kann“, erklärte Bürgermeister Christian Gratzl.
Generalsanierung als langfristige Option nicht sinnvoll
Die ausführliche Bauwerksbewertung kommt zu dem Schluss, dass eine klassische Generalsanierung angesichts des fortgeschrittenen Schädigungsgrades nicht mehr sinnvoll sei. Zwar wäre eine technische Durchführung möglich, doch würden dafür umfangreiche Abbruch- und Erneuerungsmaßnahmen nötig. Bei einer solchen Vorgehensweise bliebe im Wesentlichen nur die bestehende Stahlbetonstruktur erhalten; die angedachte Modernisierung würde durch die alte Gebäudestruktur begrenzt.
Für die Stadt bedeutet dies: Kurzfristig wird in den Bestand investiert, um den Betrieb im Winter zu sichern; mittel- bis langfristig braucht es hingegen eine grundlegend neue Lösung für die Freistädter Schwimminfrastruktur. Konkrete Schritte, Zeitplan oder Varianten für einen Neubau sind in der verfügbaren Bewertung nicht ausgewiesen.
Auswirkungen für Beschäftigte, Nutzer und Stadtplanung
Die Entscheidung hat mehrere praktische Folgen für die Lokalpolitik und die Beschäftigten: Zum einen wird durch die Sicherungsmaßnahmen der Badesbetrieb für eine Saison gewährleistet, wodurch Arbeitsplätze erhalten bleiben und das Freizeitangebot für die Bevölkerung kurzfristig bestehen bleibt. Zum anderen besteht weiterhin Unsicherheit über die mittelfristige Perspektive – etwa die Frage, ob ein Neubau, ein kompletter Ersatzstandort oder eine andere Lösung angestrebt wird.
| Zeithorizont | Konsequenz |
|---|---|
| Wintersaison 2026/27 | Geplanter Wiederbetrieb nach kurzfristigen Sicherungsmaßnahmen |
| Mittelfristig | Weiterer Betrieb auf jetziger Grundlage nicht möglich; Bedarf an neuer Lösung |
Für die kommunale Haushaltsplanung und mögliche Fördergespräche mit Land oder Bund ist nun entscheidend, dass die Stadtverwaltung eine belastbare Kosten- und Variantenanalyse für die langfristige Lösung vorlegt. Die Bewertung macht deutlich, dass die bisherige Hülle des Hallenbades die Voraussetzungen für eine moderne und wirtschaftliche Neugestaltung einschränkt.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Stadt Freistadt das Thema in politische Prioritäten einreiht und welche Varianten für einen Ersatz geprüft werden. Bis dahin sichert die angekündigte Sofortmaßnahme den Zugang zu Schwimmmöglichkeiten in der kommenden Wintersaison, ohne die grundsätzliche Frage der Zukunftsinvestition zu beantworten.