Zum Auftakt der Beckenbewerbe bei der Schwimm-EM in Paris konnten die Athletinnen und Athleten des Österreichischen Schwimmverbandes (OSV) die Erwartungen nicht erfüllen. Am Montag gelang zwar der Damen‑200‑Meter‑Kraul‑Staffel ein mehr als zehn Jahre alter nationaler Rekord, doch in den Einzelbewerben blieben Aufstiege in die Semifinals aus – eine deutliche Enttäuschung für die heimischen Hoffnungen.
Rekordleistung der Damen-Staffel reicht nicht fürs Finale
Die 200‑Meter‑Kraul‑Staffel der Damen mit Iris Julia Berger, Aviva Hollinsky, Marlene Kahler und Nida Omid verbesserte den mehr als zehn Jahre alten österreichischen Rekord von 8:05,23 Minuten, aufgestellt bei der WM 2015 in Kasan. Als Startschwimmerin legte Iris Julia Berger in 1:59,07 Minuten die Basis für das schnelle Rennen.
Trotz dieses nationalen Rekords reichte die Zeit der Staffel nicht für den Einzug ins Finale.
Einzelstarts: Mladenovic und Co. scheitern knapp
Für besonderes Aufsehen sorgte das vorzeitige Aus von Luka Mladenovic, einem der heimischen Hoffnungsträger. Der 22‑Jährige, der bei der Kurzbahn‑EM im Vorjahr zweimal Bronze gewonnen hatte und dreifacher U23‑Europameister ist, belegte über 100 Meter Brust den 21. Platz in 1:00,28 Minuten. Für den Aufstieg in das Semifinale fehlten ihm nur 15 Hundertstelsekunden.
„Ich bin überrascht, mit 00,28 nicht im Semi zu stehen“, sagte Mladenovic. „Es ist ein starkes Feld und ein bisschen enttäuschend.“
Er betonte, er habe „volle Kanne“ geschwommen und ergänzte, dass er am Vormittag über die 100 Meter häufig deutlich langsamer sei als am Nachmittag. Mladenovic bleibt im Wettbewerb: Er startet noch über die 200 Meter Brust am Mittwoch, die 50 Meter Brust am Freitag sowie in der Lagen‑Staffel am Sonntag.
Weitere Österreicher in der Konkurrenz
Auch andere heimische Schwimmer konnten nicht in die nächste Runde vordringen. Die Platzierungen und Zeiten der ÖSV‑Starter über 100 Meter Brust:
| Schwimmer | Platz | Zeit |
|---|---|---|
| Valentin Bayer | 29. | 1:00,76 |
| Bernhard Reitshammer | 36. | 1:01,06 |
| Laurin Korber‑Perner | 54. | 1:02,22 |
Weitere Enttäuschung im Delfin‑Sprint
Auch über die 50 Meter Delfin gelang den österreichischen Männern der erhoffte Aufstieg nicht. Simon Bucher, der vor zwei Jahren in Belgrad über die 50 Meter noch EM‑Zweiter gewesen war, fand im Rennen nicht zu seiner früheren Form und blieb unter den Erwartungen.
„Das war nichts Gescheites“, sagte Bucher.
- Österreichischer Rekord der Damen‑200m‑Kraul‑Staffel gebrochen (vorher 8:05,23).
- Luka Mladenovic verpasst das Semifinale über 100m Brust um 0,15 Sekunden (1:00,28, Platz 21).
- Weitere OSV‑Starter über 100m Brust: Bayer 29. (1:00,76), Reitshammer 36. (1:01,06), Korber‑Perner 54. (1:02,22).
Der erste EM‑Tag in Paris brachte damit ein gemischtes Fazit für den OSV: Ein nationaler Rekord auf der Bahn ist ein positives Signal, gleichzeitig fehlen aber in den Einzelbewerben die nötigen Leistungen, um in den Entscheidungsrunden mitmischen zu können. Die kommenden Tage entscheiden, ob Athletinnen und Athleten wie Mladenovic und die Staffeln ihre Chancen noch nutzen können.
Der Fokus richtet sich nun auf die nächsten Einzelsprints und die abschließenden Staffelbewerbe am Ende der Woche, in denen noch weitere Möglichkeiten bestehen, internationale Präsenz und Medaillenambitionen zu untermauern.