Zwischen Oberndorf und Kitzbühel besteht seit Jahrzehnten eine Lücke im Radwegenetz: Das fehlende Teilstück zwischen dem Bereich ArcheNEO (Oberndorf) und der Siedlung Frieden (Kitzbühel) sorgt weiterhin für kritische Passagen für Alltags- und Freizeitverkehr. Nun hat sich durch eine mögliche Änderung der Widmung auf Oberndorfer Seite kurzfristig eine neue Umsetzungsoption aufgetan, wie Bürgermeister Hans Schweigkofler im Gespräch mit MeinBezirk erklärte.
Grundlage: Gewerbegebiet als Hebel für den Radweg
Zentraler Ausgangspunkt ist die Herausnahme eines Grundstücks aus der landwirtschaftlichen Vorrangfläche. Der Raumordnungsbeirat befürwortet laut Schweigkofler diese Herausnahme, wodurch die Ansiedlung eines Gewerbegebiets auf Oberndorfer Seite möglich würde. In Verbindung mit dem Gewerbeprojekt sei auch Platz für den Radweg bis zur Gemeindegrenze vorgesehen. Damit bestünde erstmals eine realistische Möglichkeit, das bislang fehlende Verbindungsstück zu schaffen.
„Der Raumordnungsbeirat befürwortet mittlerweile die Herausnahme des betreffenden Grundstücks aus der landwirtschaftlichen Vorrangfläche, womit das Gewerbegebiet möglich würde. Damit würde auch Platz für den Radweg bis zur Gemeindegrenze verfügbar, das ist Teil der Vereinbarung“, so der Ortschef.
Welche Schritte noch notwendig sind
Allerdings ist der Weg zur Umsetzung mehrstufig und abhängig von Entscheidungen des Landes. Laut Angaben aus Oberndorf sind folgende Schritte vorgesehen bzw. erforderlich:
- Regierungsantrag (geplant für den Herbst)
- Regierungsbeschluss
- Änderung des Raumordnungskonzepts
- entsprechende Flächenwidmung
- Erstellung eines Bebauungsplans
Erst durch diese Abfolge würde das Gewerbegebiet offiziell möglich und der Radwegbaustein Bestandteil des Projekts. Schweigkofler betont jedoch die zeitliche Ungewissheit: „Das alles kann aber noch dauern.“
Planungsfragen auf Kitzbüheler Seite
Für Kitzbühel bleibt die Führung des Radwegs über die Gemeindegrenze hinaus zu klären. In der Nähe des Übergangs gibt es eine Engstelle, die planerische Kompromisse verlangt. Diskutiert werden unter anderem eine kurze Schiebestrecke oder ein Wechsel der Straßenseite, damit der Radweg bis zur Siedlung Frieden fortgeführt werden kann. Eine solche Lösung würde die Lücke im Netz zwar nicht vollständig komfortabel, aber sicherheitstechnisch verbessern.
Lokale Bedeutung und Folgen
Die Realisierung des Teilstücks hätte mehrere lokale Effekte: Sie würde die Verbindung für Pendler und Schüler sicherer machen, den Freizeitverkehr zwischen den Gemeinden attraktiver gestalten und die Verkehrssituation auf kurzen Autostrecken entlasten. Gleichzeitig ist die Verknüpfung mit einem Gewerbeprojekt nicht unumstritten, weil damit Flächen aus der landwirtschaftlichen Vorrangnutzung genommen werden.
| Aspekt | Status |
|---|---|
| Raumordnungsbeirat | Herausnahme befürwortet |
| Regierungsantrag | geplant im Herbst |
| Konkrete Bauplanung | an Bebauungsplan und Widmung gebunden |
Für Kitzbühel bedeutet das: Eine mögliche Verbesserung der Radinfrastruktur ist in Sicht, aber keineswegs beschlossene Sache. Die kommenden Monate bringen politisch-administrative Entscheidungen, die sowohl die regionale Raumordnung als auch den lokalen Verkehr beeinflussen werden.
Die Stadt- und Gemeindebevölkerung wird sich in Debatten über Flächenverbrauch, Verkehrssicherheit und Entwicklungsperspektiven wiederfinden müssen. Öffentliche Sitzungen und die Beratung der zuständigen Gremien werden entscheidend dafür sein, ob aus der aktuellen Perspektive auf ein zusammenhängendes Radwegenetz langfristig konkrete Bauvorhaben folgen.