Akkodis und Ekpo Fuel Cell Technologies erproben gemeinsam einen Brennstoffzellenantrieb für den Schwerlastverkehr im realen Einsatz. Dazu wurde der Brennstoffzellenstack „NM20“ in einen Wasserstoff-Lkw integriert. Der Wagen soll später bei einem Logistikunternehmen Betriebsdaten sammeln, heißt es in der Mitteilung vom 11. September 2026.
Integration und Funktionen des Demonstrators
Beim Demonstrator übernimmt Akkodis nicht nur die mechanische Integration des Stacks, sondern entwickelt und integriert den kompletten brennstoffzellenelektrischen Antriebsstrang. Zu den Aufgaben zählen laut Quelle:
- Integration des Brennstoffzellenstacks „NM20“
- Einbindung des Hochvoltsystems
- Entwicklung der Betriebsstrategie
- Thermomanagement
- Steuergerätesoftware des Demonstrators
Die Erprobung im realen Schwerlastverkehr soll vor allem reale Betriebsdaten liefern, die für die Weiterentwicklung der Antriebstechnik entscheidend sind.
Warum Realdaten wichtig sind
Laborversuche liefern zwar grundlegende Leistungskennwerte, doch für den Einsatz im Güterverkehr sind echte Betriebsprofile, Lastwechsel, Langzeithaltbarkeit und das Zusammenspiel mit Energieinfrastruktur entscheidend. Realdaten erlauben es, Betriebsstrategien und Thermomanagement an die tatsächlichen Anforderungen von Flottenbetreibern anzupassen und die Softwaresteuerung zu optimieren.
| Partner | Rolle im Projekt |
|---|---|
| Akkodis | Integration des Stacks; Hochvoltsystem; Betriebsstrategie; Thermomanagement; Steuergerätesoftware |
| Ekpo Fuel Cell Technologies | Bereitstellung des Brennstoffzellenstacks „NM20" |
Konsequenzen für Verkehr und Klimaziele
Der Schwerlastverkehr ist eine der schwierigsten Sektoren im Klimaschutz, weil hohe Energiedichten und lange Reichweiten gefragt sind. Brennstoffzellen gelten als eine der möglichen technologischen Lösungen, insbesondere dort, wo Batterien aufgrund Gewicht oder Ladezeiten an Grenzen stossen. Die praktische Erprobung von Brennstoffzellenantrieben ist daher ein wichtiger Schritt, um technische Risiken zu reduzieren und wirtschaftliche Voraussetzungen zu prüfen.
Gleichzeitig liefern solche Demonstrationsprojekte wichtige Informationen für die Planung von Infrastruktur – etwa Wasserstoffbetankungsnetzen – und für rechtliche bzw. sicherheitstechnische Anforderungen bei Flottenbetrieben. Realdaten helfen, Aussagen über Zuverlässigkeit, Wartungsaufwand und Lebensdauer zu präzisieren, was wiederum Einfluss auf Total-Cost-of-Ownership-Berechnungen hat.
Ausblick
Wie schnell Brennstoffzellen im Schwerlastverkehr in grössserem Umfang zum Einsatz kommen, hängt von mehreren Faktoren ab: Ergebnisse aus Feldtests wie diesem, Ausbau der Betankungsinfrastruktur, regulatorische Rahmenbedingungen und Wirtschaftlichkeit gegenüber alternativen Antrieben. Das jetzige Projekt liefert konkrete Messwerte und Erfahrungswerte, die Hersteller, Flottenbetreiber und Planer benötigen, um die Technologie weiterzuentwickeln und Einschätzungen zur Skalierbarkeit vorzunehmen.
Die Mitteilung nennt keine Zeitangaben für die Auswertung der Betriebsdaten oder konkrete Ergebnisse aus dem Einsatz. Der demonstrative Einbau des NM20-Stacks und die umfassende Integration durch Akkodis markieren jedoch einen weiteren Schritt von der Laborprüfung hin zu praxisnahen Anwendungen im Schwerlastverkehr.