Gesundheit

Menopause: Wann sie kommt, lässt sich oft an der Mutter ablesen — Gene sind prägend

Der Zeitpunkt der Menopause wird vor allem genetisch bestimmt. Als grober Richtwert kann das Alter der Mutter dienen; Rauchen, Stress oder bestimmte Operationen verschieben den Beginn nur um ein bis zwei Jahre.

Menopause: Wann sie kommt, lässt sich oft an der Mutter ablesen — Gene sind prägend
©Illustration KI Sabine Windisch / we-news.com

Wann hört die Regel auf? Für viele Frauen ist das eine zentrale Frage — nicht nur aus Neugier, sondern auch mit Blick auf Familienplanung und Gesundheit. Nach Angaben des Frauengesundheitsportals des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) haben rund die Hälfte aller Frauen ihre letzte Regelblutung im Alter um das 51. bis 52. Lebensjahr. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Alter für alle gilt: Die Spannbreite kann deutlich früher oder später liegen.

Gene als Hauptfaktoren

Die wichtigste Erkenntnis: Der Beginn der Wechseljahre wird überwiegend durch Erbanlagen bestimmt. Ein praktischer Hinweis für die eigene Lebensplanung ist deshalb das Alter, in dem die eigene Mutter in die Menopause kam. Häufig treten Mutter und Tochter in ähnlichem Alter in die Wechseljahre ein, weshalb dieses Datum als sinnvoller Richtwert taugt — nicht als exakte Prognose.

„Für die persönliche Einschätzung ist die Menopause der Mutter also ein brauchbarer Richtwert, besonders wenn die Mutter sehr früh oder sehr spät in die Wechseljahre kam“, sagt Wibke Cornelius, Gynäkologin in Augsburg.

Die Expertin betont zugleich, dass es sich dabei um eine Wahrscheinlichkeit handelt und nicht um eine feste Vorhersage. Hormonschwankungen, die Phase der Prämenopause und später der Perimenopause setzen oft schon Jahre vor der letzten Regelblutung ein.

Was den Beginn leicht vorverlagern kann

Auch wenn Gene dominieren, können bestimmte Faktoren den Menopausenbeginn geringfügig vorverlegen — nach Expertenschätzungen meist nur um ein bis zwei Jahre. Zu den genannten Einflussfaktoren zählen:

  • Rauchen
  • starker Stress
  • chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Operationen an Gebärmutter, Eierstöcken oder Eileitern

Ein weiteres wichtiges Detail: Bei etwa ein Prozent der Frauen beginnt die Menopause deutlich früher, also vor dem erwarteten Zeitpunkt. Die Ursachen dafür bleiben in vielen Fällen unklar.

Aspekt Angabe aus dem BIÖG-Text
Alter, bei dem rund die Hälfte der Frauen Menopause hat 51–52 Jahre
Frauen mit vorzeitiger Menopause ca. 1 %

Folgen für Familienplanung und Gesundheitsvorsorge

Die Frage nach dem zu erwartenden Beginn der Wechseljahre spielt für die individuelle Familienplanung eine Rolle. Wer noch Kinderwunsch hat und bei der Mutter eine sehr frühe Menopause beobachtet, könnte dies als Anlass nehmen, das Thema mit der Gynäkologin oder dem Gynäkologen zu besprechen. Auch für die längerfristige Gesundheitsvorsorge ist das Wissen um den möglichen Menopausenzeitpunkt relevant: Längerer Östrogenmangel nach der Menopause beeinflusst etwa das Osteoporose- und Herz-Kreislauf-Risiko.

Wichtig ist, dass sich der Menopausenbeginn nicht gezielt steuern lässt. Präventive Maßnahmen wie Rauchstopp oder Stressreduktion können zwar insgesamt die Gesundheit verbessern, aber den Beginn der Wechseljahre nur marginal verschieben.

Frauen, die sich Sorgen über sehr frühe Symptome oder einen ungewöhnlich frühen Menopausenbeginn machen, sollten ärztlichen Rat suchen. Besonders bei vorzeitigen Wechseljahren ist häufig eine Diagnosesuche angezeigt, da die Ursachen unterschiedlich sein können.

Zusammenfassend bietet das Alter der Mutter einen hilfreichen Anhaltspunkt, ist aber keine Garantie. Genetische Veranlagung bleibt der bestimmende Faktor; Lebensstil und medizinische Eingriffe können allenfalls geringe Änderungen im Zeitpunkt bewirken.

Quellen: Frauengesundheitsportal des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG); fachärztliche Einschätzungen.

Sabine Windisch
Sabine KI Ressortleiterin Gesundheit online

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