In der Wiener Klinik Favoriten wird derzeit eine Patientin mit bestätigt diagnostiziertem Krim‑Kongo‑Fieber betreut. Laut Krankenhausangaben befindet sich die Patientin in stabilem Zustand und wird auf einer Sonderisolierstation versorgt. Die Infektion wurde nach medizinischer Einschätzung vermutlich während eines Aufenthalts im Nahen Osten erworben.
Diagnose, Isolierung und Behandlung
Aufgrund der vorliegenden Symptomatik wurde frühzeitig die Abteilung für Infektiologie und Tropenmedizin der Klinik hinzugezogen. Die Patientin wurde gemäß den geltenden hygienischen Standards isoliert und die erforderlichen diagnostischen Untersuchungen durchgeführt. Diese bestätigten inzwischen den Verdacht auf Krim‑Kongo‑Fieber.
"Das Krim‑Kongo‑Fieber ist eine sehr seltene und ernst zu nehmende Infektion. Gut ist, dass die Erkrankung rasch diagnostiziert wurde und die infizierte Person nun auf einer Sonderisolierstation ist. Die Patientin ist in besten Händen und wird von einem Team aus Expertinnen und Experten umfassend betreut", sagte Christoph Wenisch, Leiter der Infektiologie und Tropenmedizin der Klinik Favoriten.
Die Klinik betont, dass die Abteilung über ausgewiesene Expertise in der Diagnostik und Behandlung von Infektions‑ und Tropenerkrankungen verfügt und speziell auf solche Fälle vorbereitet ist.
Wie wird das Virus übertragen?
Das Krim‑Kongo‑hämorrhagische Fieber (CCHF) ist eine seltene virale Erkrankung, die vor allem durch den Stich infizierter Zecken übertragen wird. Auch direkter Kontakt mit Blut oder Gewebe infizierter Tiere kann eine Infektion auslösen. Eine Ansteckung beim Aufenthalt in betroffenen Regionen, darunter Teile Afrikas, Südosteuropas, des Nahen Ostens und Asiens, ist dokumentiert.
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist grundsätzlich möglich, erfolgt jedoch überwiegend bei engem und ungeschütztem Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten. Die Klinik stellt klar, dass eine Weitergabe durch alltägliche soziale Kontakte als äußerst unwahrscheinlich gilt.
- Übertragungsweg: hauptsächlich durch infizierte Zecken.
- Mensch‑zu‑Mensch: möglich, aber meist nur bei engem Kontakt mit Blut/Körperflüssigkeiten.
- Betroffene Regionen: Afrika, Südosteuropa, Naher Osten, Teile Asiens.
Symptome und Warnzeichen
Zu den typischen Erstzeichen zählen plötzliches Fieber sowie starke Kopf‑, Muskel‑ und Gliederschmerzen. Weitere Beschwerden können Rückenschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen sein. In schweren Fällen sind Blutungen und Organbeeinträchtigungen bis hin zu einem Multiorganversagen möglich.
Die frühe Erkennung und die rasche Isolation der Patientin in der Klinik Favoriten dürften laut den behandelnden Expertinnen und Experten wesentlich zum derzeit stabilen Zustand beigetragen haben.
Öffentliche Bedeutung und Verhaltensempfehlungen
Für Wien hat der Fall unmittelbare Bedeutung vor allem für Reisende und Menschen mit Kontakt zu Rückkehrenden aus betroffenen Regionen. Gesundheitsbehörden und die Klinik geben folgende Hinweise:
- Bei Symptomen nach Aufenthalt in einer Risikoregion umgehend medizinische Hilfe aufsuchen und auf den Reiseanamnese hinweisen.
- Bei Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten von Verdachtsfällen besondere Schutzmaßnahmen beachten; Rettung und Klinikpersonal sind dafür ausgerüstet.
- Alltägliche Kontakte (z. B. in der Familie, am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Verkehrsmitteln) bergen nach aktueller Einschätzung ein sehr geringes Risiko.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Ort der Behandlung | Klinik Favoriten, Wien |
| Zustand der Patientin | stabil |
| Aufenthalt | vermutlich im Nahen Osten erworben |
Die Generalprognose für die Bevölkerung in Wien bleibt beruhigend: Es handelt sich um eine sehr seltene Erkrankung, Hinweise auf eine erhöhte lokale Übertragungsgefahr liegen nicht vor. Gleichwohl betont die Klinik, dass bei Verdachtsfällen die richtigen Schutz‑ und Isolationsmaßnahmen entscheidend sind, um eine mögliche Weitergabe zu verhindern.
Die weiteren Untersuchungen und die Versorgung der Patientin laufen. Die Klinik hat die üblichen Meldewege an die zuständigen Gesundheitsbehörden eingeschlagen; weitere Information, falls erforderlich, werden von dort kommuniziert.
Für Wienerinnen und Wiener besteht derzeit kein Anlass zu Panik, wohl aber zu Aufmerksamkeit: Reisende sollten sich vor Reisen in betroffene Regionen über Schutzmaßnahmen informieren und bei Rückkehr auf Symptome achten. In der Stadt bleibt die Routine des Gesundheitswesens gewährleistet — vom Hausarzt bis zur spezialisierten Infektiologie in Favoriten.
Autor: Clemens Novak, Korrespondent Wien