Viele Medikamente können die Haut empfindlicher gegen Sonnenlicht machen und damit das Risiko für Hautschäden auch bei kurzen Aufenthalten im Freien deutlich erhöhen. Besonders in den Sommermonaten ist deshalb Vorsicht geboten: Reaktionen reichen von sonnenbrandähnlichen Symptomen bis zu länger anhaltenden Pigmentstörungen und seltenen allergischen Hautbildern.
Welche Beschwerden auftreten können
Die Symptome variieren in Intensität und zeitlichem Auftreten. Häufig sind Rötungen, Brennen oder Schmerzen der Haut; in schweren Fällen können sich Blasen bilden. Auch eine länger anhaltende Verfärbung der Haut (Pigmentstörung) ist möglich. Gelegentlich entstehen Quaddeln. Seltener werden sogenannte photoallergische Reaktionen beobachtet, die verzögert mit einem juckenden, ekzemartigen Ausschlag auftreten.
„Meist kommt es zu sonnenbrandähnlichen Reaktionen“, erklärt die Dermatologin Prof. Wiebke Ludwig-Peitsch.
Wie Betroffene sich schützen sollten
Wer Medikamente einnimmt, die Lichtempfindlichkeit auslösen können, sollte vorbeugend handeln. Dazu gehören folgende Maßnahmen:
- Direkte Sonneneinstrahlung möglichst meiden, besonders zwischen 11 und 15 Uhr.
- Sich im Freien mit langer, dicht gewebter Kleidung und einer Kopfbedeckung schützen.
- Einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor und gutem UVA-Schutz verwenden.
Wichtig ist: Reaktionen durch Arzneimittel können bereits bei Sonneneinstrahlung auftreten, die sonst keine Probleme verursacht hätte. Deshalb ist der konsequente Schutz auch bei vermeintlich geringer Sonnenexposition notwendig.
Pflege und Verhalten bei Hautreaktionen
Tritt trotz Vorsorge eine Hautreaktion auf, eignen sich rückfettende Pflegeprodukte oder spezielle After-Sun-Lotions zur Beruhigung der Haut. Bei akuten Beschwerden können kurzzeitig kortisonhaltige Salben oder Antihistaminika Linderung bringen; hierzu ist jedoch eine ärztliche Beratung sinnvoll.
| Beschwerde | Empfohlene Sofortmaßnahme |
|---|---|
| Rötung, Brennen | Rückfettende Pflege, kühle Umschläge, Sonnenschutz vermeiden |
| Blasenbildung | Arzt aufsuchen, ggf. fachärztliche Behandlung |
| Juckender, ekzemartiger Ausschlag | Ärztliche Abklärung, Antihistaminikum oder kortisonhaltige Salbe nach Rücksprache |
Wann sollte man zum Arzt?
Bei großflächigen Blasen, starken Schmerzen oder anhaltenden Hautveränderungen ist eine ärztliche Untersuchung dringend anzuraten. Wichtig ist dabei, Medikamente nicht eigenmächtig abzusetzen. Ärztinnen und Ärzte können beurteilen, ob das betreffende Präparat bei anhaltenden Problemen ersetzt oder die Dosis angepasst werden kann.
Die Empfehlung, nicht ohne ärztliche Rücksprache Medikamente abzusetzen, ist zentral: Nur so lässt sich vermeiden, dass durch einen abrupten Abbruch andere gesundheitliche Risiken entstehen oder die Behandlung unwirksam wird. Ärztliche Fachkräfte können zudem alternative Therapien vorschlagen, die weniger photosensibilisierend wirken.
Für Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, ist es ratsam, die Packungsbeilage auf Hinweise zur Lichtempfindlichkeit zu prüfen und das Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt zu suchen. Eine bewusste Kombination aus Schutzverhalten, geeigneter Hautpflege und ärztlicher Beratung reduziert das Risiko für schwerere Hautschäden.
Die Informationen in diesem Beitrag basieren auf Stellungnahmen von Dermatologinnen und Dermatologen und fachlichen Empfehlungen von Spezialistinnen aus der Dermatologie. Bei Unsicherheit über Medikamente und mögliche Nebenwirkungen ist die Hausärztin oder der Hausarzt die erste Anlaufstelle.