Endiorass Kingley hat im Dreisprung-Finale der Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham den 6. Platz belegt und damit für das vierte Top-10-Ergebnis des österreichischen Teams gesorgt. Der 24-Jährige verbesserte seine Weite gegenüber der Qualifikation und notierte im Finale mit 16,57 m seine beste gültige Leistung des Abends.
Wettkampfverlauf und Bedingungen
Der Bewerb im Alexander Stadium fand bei wechselhaften, teils windigen Bedingungen statt. Kingley begann seinen Wettkampf mit einem Sprung über 16,28 m, gefolgt von 16,55 m und 16,57 m. Nach den ersten drei Durchgängen lag er auf Rang fünf und überstand die Kürzung des Feldes vom Zwölfer- auf ein Achterfinale. In den folgenden Versuchen sprang er 16,20 m, hatte einmal einen ungültigen Versuch und kam zuletzt noch auf 15,66 m, wodurch er einen Rang verlor.
Einordnung der Leistung
Trotz des Finaleinzugs bleibt Kingleys Saisonbestleistung offiziell bei 16,46 m, da seine längeren Versuche in Birmingham aufgrund zu starker Rückenwindunterstützung nicht als reguläre Saisonbestwerte anerkannt werden können. Die Bestweite des Wettbewerbs lag bei 3,3 m/s Rückenwind, weshalb die dort erzielten Weiten nicht in die Jahresstatistiken einfließen. Der österreichische Rekord hält bei 16,85 m; als mittelfristiges Ziel gilt die Marke von 17 m.
Europameisterschaft: Podium und Österreicher im Gesamtbild
Die Goldmedaille sicherte sich der Italiener Andy Diaz Hernandez mit einer Weite von 18,15 m (nationaler Rekord und Jahresweltbestleistung). Silber ging an Pedro Pichardo (Portugal, 17,76 m), Bronze an den Italiener Andrea Dallavalle (17,37 m).
| Rang | Athlet | Nation | Weite (m) |
|---|---|---|---|
| 1 | Andy Diaz Hernandez | ITA | 18,15 |
| 2 | Pedro Pichardo | POR | 17,76 |
| 3 | Andrea Dallavalle | ITA | 17,37 |
| 6 | Endiorass Kingley | AUT | 16,57 |
Österreichs Bilanz in Birmingham
Mit Kingleys Platz sechs erhöht sich die Zahl der österreichischen Top-10-Platzierungen bei diesen Europameisterschaften auf vier. Zuvor hatten folgende Resultate für Aufsehen gesorgt:
- Enzo Diessl – Platz 5 im Hürdensprint
- Frauen-Sprintstaffel – Rang 9
- Lukas Weißhaidinger – Platz 10 im Diskus
Am Schlusstag der EM stehen im Marathon noch die Einsätze von Julia Mayer, Eva Wutti und Andreas Vojta aus österreichischer Sicht an. Diese Entscheidungen könnten das Abschneiden des ÖLV-Teams weiter verbessern oder die Bilanz stabil halten.
Blick nach vorn
Kingleys Einzug ins Finale und die vier Top-10-Platzierungen zeigen, dass österreichische Leichtathletik auf kontinentaler Ebene konkurrenzfähig ist, wenn auch mit Luft nach oben. Für Kingley persönlich bleibt die Überschreitung der 17-m-Marke als klares Ziel. Bei künftigen Großereignissen wird entscheidend sein, in welchen Wettkampfbedingungen gültige Saisonbestleistungen erzielt werden und wie die Athleten mit Wind und Konkurrenzdruck umgehen.
Die EM in Birmingham bietet für den ÖLV sowohl Bestätigungen als auch Aufgaben: Junge Athletinnen und Athleten zeigen Potenzial, während erfahrene Starter wie Weißhaidinger weiterhin für Punkte sorgen. Die Marathonläufe am Abschlusstag dürften Aufschluss geben, ob sich die Anzahl der Top-10-Platzierungen noch erhöht.