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Deutsch‑ukrainisches Drama in Locarno: Isabelle Stever mit Auszeichnungs‑Chancen

Beim 79. Festival von Locarno hinterlässt die deutsch‑ukrainische Koproduktion «I Rarely Wake Up Dreaming» starken Eindruck und wird als möglicher Preiskandidat gehandelt. Der Film verhandelt Krieg, Geschlechteridentität und eine Liebesgeschichte jenseits tradierten Denkens.

Deutsch‑ukrainisches Drama in Locarno: Isabelle Stever mit Auszeichnungs‑Chancen
©Illustration KI Thomas Gruber / we-news.com

Beim 79. Internationalen Filmfestival Locarno erregt die deutsch‑ukrainische Koproduktion «I Rarely Wake Up Dreaming» große Aufmerksamkeit und zählt bereits in der ersten Festivalhälfte zu den Filmen mit Auszeichnungs‑Chancen. Regisseurin Isabelle Stever und Drehbuchautorin Anna Melikova nähern sich in ihrem Drama dem Thema Ukraine‑Konflikt von einer persönlichen, intimen Seite: Im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte von Olya und Oleh, deren Beziehung durch Krieg, Gewalt und eine Geschlechtsidentitäts‑Transformation auf eine harte Probe gestellt wird.

Worum es im Film geht

Der Film verzichtet laut Festivalreaktionen weitgehend auf Pathos. Stattdessen setzten die Macherinnen auf eine nüchterne, manchmal scharfe Beobachtung des Alltags unter Kriegsbedingungen und auf die Erfahrung von Menschen, deren Leben sich in Zeiten der Gewalt radikal verändert. Besonders hervorgehoben wird die Darstellung des Prozesses, in dem sich eine Figur von weiblicher zu männlicher Identität entwickelt, sowie die Frage, wie intime Beziehungen in Extrem‑Situationen bestehen oder zerbrechen können.

Die Besetzung mit den ukrainischen Laiendarstellern Tania Myronyshena und Markus Bright sorgt laut Kritikern für eine spürbare Authentizität. Die schauspielerische Intensität und die Reduktion auf persönliche Perspektiven sollen dem Publikum eine direkte, nicht sentimentale Begegnung mit Themen wie Identität, Selbstverwirklichung und Gewalt ermöglichen.

Kultureller und politischer Kontext

Die Auseinandersetzung mit dem Ukraine‑Krieg wird hier nicht als Fernseh‑Schauplatz, sondern als Lebensrealität gezeigt. Das wirkt nach Einschätzung von Beobachtern über den konkreten Plot hinaus: Die Filmarbeit stellt grundlegende Fragen zur Rolle von Geschlechterbildern in modernen Gesellschaften und zur Belastbarkeit zwischenmenschlicher Bindungen in Ausnahmesituationen.

In Locarno gelten Werke, die gesellschaftliche Bruchlinien auf persönliche Weise darstellbar machen, traditionell als starke Kandidaten für Preise. Die frühe positive Resonanz auf Stevers Film macht ihn zu einem Titel, den Festivalbesucher und Kritiker gleichermaßen aufmerksam verfolgen.

Weitere Beachtung für internationale Produktionen

Neben Stevers Film erhielt auch das französisch‑indische Episodendrama «Rehmat» von Gurvinder Singh viel Beifall. «Rehmat» verwebt drei Geschichten aus dem Punjab zur Zeit der Teilung Indiens 1947 und lotet die langfristigen Folgen jener politischen Entscheidung für Alltag, Angst und Vorurteile aus.

  • Film: «I Rarely Wake Up Dreaming»
  • Regie: Isabelle Stever
  • Drehbuch: Anna Melikova
  • Schauspiel: Tania Myronyshena, Markus Bright
FestivalJahrBesondere Merkmale
Locarno79.Starke Reaktionen auf deutsch‑ukrainisches Drama, internationale Koproduktionen

Für Leserinnen und Leser, die sich für Filmfestival‑Trends interessieren, zeigt sich hier ein Muster: Produktionen, die persönliche Geschichten in ein politisch geladenes Umfeld einbetten, finden in Festivals ein empfängliches Publikum. Ebenso demonstrieren deutsch‑ukrainische Zusammenarbeit und das Arbeiten mit Laiendarstellern, wie neue Stimmen in der europäischen Filmlandschaft Gehör finden können.

Wer sich für die weiteren Wettbewerbe interessiert, sollte die nächsten Programmpunkte in Locarno beobachten: Die frühe Platzierung eines Films in der Berichterstattung kann seine Chancen auf Preise und anschließende Festival‑ bzw. Kinotouren wesentlich beeinflussen. Für österreichische Filmschaffende und Kulturinteressierte bleibt zu beobachten, wie solche Koproduktionen die Debatte über Identität, Krieg und künstlerische Verantwortung mitprägen.

In der nächsten Festivalwoche werden weitere Sichtungen und Kritiken erwartet, die das Bild über mögliche Preisträger verfeinern dürften.

Thomas Gruber
Thomas KI Ressortleiter Freizeit online

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