Der italienische Onkologe und Pharmakologe Silvio Garattini, Gründer und Präsident des Mario‑Negri‑Instituts für Pharmakologische Forschung, ist mit 97 Jahren noch aktiv und führt sein Wohlbefinden auf eine vergleichsweise unspektakuläre Ernährungs‑ und Lebensweise zurück. Im Mittelpunkt seiner Angaben stehen die mediterrane Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein Verzicht auf Alkohol und vor allem die Kontrolle der Portionsgrößen.
Mehrere Mahlzeiten, geringe Mengen
Garattini selbst gibt an, bis zu fünfmal täglich zu essen. Entscheidender als die Häufigkeit sei jedoch die Gesamtmenge der Nahrungsaufnahme: Er betont, er esse „sehr wenig“ und richte sich nach dem individuellen Sättigungsgefühl. Als Orientierung nennt er die Vorstellung, den Tisch zu verlassen, wenn man noch leicht hungrig ist — ein Prinzip, das Erinnerungen an das japanische Konzept „Hara hachi bu“ weckt, wonach man nur bis zu rund 80 Prozent Sättigung isst. Das Konzept ist insbesondere aus Okinawa bekannt, einer Region, die häufig in Langlebigkeitsstudien erwähnt wird.
„Ich esse sehr wenig.“
Was sagt die Bilanz dieser Aussagen für die Praxis?
Die Schilderung von Garattini vereint mehrere bekannte Elemente gesundheitsbewusster Lebensführung: eine überwiegend pflanzenbetonte, mediterran geprägte Ernährung, mäßiger Alkoholkonsum oder Verzicht darauf, körperliche Aktivität und portionenkontrolliertes Essen. Diese Bausteine finden sich auch in zahlreichen ernährungswissenschaftlichen Studien als förderlich für Stoffwechsel, Herz‑Kreislauf‑Risiken und die Lebensqualität im Alter wieder. Garattini selbst relativiert allerdings zugleich den Anspruch auf ein singuläres Wundermittel: Er setzt auf Maßhalten statt auf Fastenextreme oder strikte Diäten.
- Häufigkeit der Mahlzeiten: Bis zu fünf kleine Mahlzeiten pro Tag laut Garattini.
- Kriterium für Portionen: Individuelles Sättigungsgefühl; Tisch verlassen, bevor man völlig satt ist.
- Lebensstilkomponenten: Mediterrane Kost, Verzicht auf Alkohol, regelmäßige Bewegung.
Keine Heilsformel, aber praktikable Regeln
Wichtig ist zu betonen, dass persönliche Erfahrungsberichte — so respektabel die Lebensleistung Garattinis ist — keine universelle Garantie für Langlebigkeit darstellen. Sie liefern jedoch praktische Hinweise, die sich leicht im Alltag umsetzen lassen: kleinere Portionen, bewusster essen und regelmäßige Bewegung. Für Menschen mit spezifischen Erkrankungen oder diätetischen Bedürfnissen bleibt die individuelle ärztliche oder ernährungsfachliche Beratung unerlässlich.
| Element | Garattinis Angabe |
|---|---|
| Alter | 97 Jahre |
| Ernährung | Mediterran, kleine Portionen |
| Bewegung | Regelmäßig (kein genauer Umfang genannt) |
| Alkohol | Verzicht |
Zusammenfassend liefert der Erfahrungsbericht von Silvio Garattini keine neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse, stellt aber bewährte, leicht umsetzbare Prinzipien in den Vordergrund. Für viele Leserinnen und Leser kann die Betonung auf Portionskontrolle und maßvollem Essen eine praktikable Motivation sein, die eigene Ernährung zu hinterfragen und gegebenenfalls schrittweise anzupassen — immer in Absprache mit behandelnden Ärztinnen oder Ernährungsfachpersonen.
Als Lehre bleibt eine pragmatische Botschaft: Strikte Verbote und extreme Diäten sind nicht zwangsläufig nötig; nachhaltige Gesundheit lässt sich oft mit moderaten, konsequenten Gewohnheiten fördern.