Am Flughafen Frankfurt am Main sind nach Infektionen mit Malaria zwei Mitarbeitende gestorben. Das Gesundheitsamt der Stadt bestätigte am Mittwoch den zweiten Todesfall. Nach Angaben des Flughafens hatten zuvor bereits Behörden über den Tod eines Beschäftigten informiert.
Verdacht: per Flugzeug eingeschleppte Mücke
Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist es wahrscheinlich, dass die Erkrankungen durch eine per Flugzeug eingeführte Anopheles-Mücke verursacht wurden. In Deutschland tritt Malaria normalerweise nur bei Fernreisenden auf, die sich im Ausland infiziert haben. Eine sogenannte Flughafenmalaria sei hierzulande selten; der letzte dokumentierte Fall liege dem RKI zufolge im Jahr 2023.
Umfang der Fälle und Zeitpunkt
Nach den vorliegenden Informationen infizierten sich insgesamt sechs Mitarbeitende am Standort. Die ersten vier Fälle waren den Behörden bereits Mitte Juli bekannt geworden. Die Betroffenen befinden sich nach Angaben des Flughafens in medizinischer Behandlung; das Gesundheitsamt überwacht die Lage.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Erkrankter | 6 |
| Todesfälle | 2 |
| Erste bekannt gewordene Fälle | Mitte Juli |
Maßnahmen am Flughafen und Untersuchungen
Der Flughafen teilte mit, am Standort seien Mückenfallen installiert worden. Die dort gefangenen Moskitos werden demnach im Tropeninstitut in Antwerpen (Belgien) genetisch untersucht, um Herkunft und Art der Insekten zu klären. Das Gesundheitsamt stehe in regelmäßigem Austausch mit dem Airport, um nötige Schritte zeitnah abzustimmen.
„Unser tiefes Mitgefühl“
„Wir stehen im regelmäßigen Austausch, um erforderliche Maßnahmen frühzeitig abstimmen zu können.“
Darüber hinaus informierte der Flughafen alle Beschäftigten am Standort und bat darum, bei Krankheitssymptomen einen Arzt aufzusuchen und darauf hinzuweisen, dass sie am Flughafen tätig seien und dort Fälle von Airportmalaria bekannt seien.
Wissenschaftlicher Kontext und Übertragungsrisiko
Das RKI weist darauf hin, dass eine Infektion durch die beschriebene Übertragungsart plausibel erscheint. Wichtig ist, dass Malaria nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragbar ist; die Übertragung erfolgt üblicherweise über den Stich infizierter Anopheles-Mücken. Weil hierzulande die Krankheit selten vorkommt, bestehe die Gefahr, dass Diagnosen verzögert gestellt werden, wenn Ärztinnen und Ärzte den Hintergrund nicht berücksichtigen.
- Der Flughafen hat Falleinsatz und genetische Analysen der Moskitos veranlasst.
- Das Gesundheitsamt überwacht die Situation und koordiniert Maßnahmen mit dem Airport.
- Beschäftigte wurden angewiesen, bei Krankheit den Arzt auf die Tätigkeit am Flughafen hinzuweisen.
Folgen und Bedeutung
Die Ereignisse am Frankfurter Flughafen unterstreichen die Anfälligkeit internationaler Verkehrsknotenpunkte für die unbeabsichtigte Einschleppung tropischer Krankheitserreger. Für die betroffenen Beschäftigten hat die Situation bereits schwerwiegende gesundheitliche Folgen. Auf behördlicher Seite stehen nun die Aufklärung der Herkunft der Mücken, die Sicherstellung weiterer Schutzmaßnahmen vor Vektorenausbreitung und die Sensibilisierung von Ärztinnen und Ärzten im Fokus, damit mögliche Fälle frühzeitig erkannt werden.
Die Behörden betonen, dass derzeit keine Übertragung von Mensch zu Mensch vorliegt und weitere Ermittlungen zur genauen Herkunft der Insekten laufen.