In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Bezieherinnen und Bezieher der Grundrente deutlich gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung erhielten Ende 2025 insgesamt gut 47.000 Rentnerinnen und Rentner im Land den Zuschlag zur gesetzlichen Rente. Das entspricht einem Zuwachs von 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Wer profitiert besonders?
Die Verteilung nach Geschlecht zeigt eine klare Schieflage: Von den rund 47.000 Empfängern waren knapp 38.000 Frauen und gut 9.100 Männer. Damit profitieren Frauen in Schleswig-Holstein deutlich häufiger von der Grundrente als Männer. Die Leistung soll Personen unterstützen, die über viele Jahre gearbeitet, dabei aber unterdurchschnittlich verdient haben.
Höhe des Zuschlags und Wirkung
Durch die Grundrente wurde die reguläre Altersrente im Durchschnitt um 110,68 Euro pro Monat erhöht. Für viele Empfängerinnen und Empfänger bedeutet dies eine sichtbare Entlastung im Alltag – etwa bei Miet-, Energie- oder Gesundheitskosten. Gleichzeitig reicht der Zuschlag in vielen Fällen nicht, um tiefgreifende Altersarmut vollständig zu beseitigen.
Regionale und soziale Hintergründe
Die Zahlen spiegeln längerfristige Arbeitsmarkt- und Erwerbsverläufe wider: Frauen sind häufiger von Teilzeit, unterbrochenen Erwerbsbiografien und niedrigeren Löhnen betroffen. Diese Faktoren führen dazu, dass Frauen im Alter vergleichsweise niedrigere Rentenansprüche erwerben und deshalb häufiger für die Grundrente infrage kommen.
- Ende 2025 insgesamt: gut 47.000 Grundrentenempfängerinnen und -empfänger in Schleswig-Holstein
- Frauen: knapp 38.000
- Männer: gut 9.100
- Durchschnittlicher Zuschlag: 110,68 Euro pro Monat
- Jährliche Veränderung gegenüber 2024: +8,8 Prozent
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Gesamtzahl Empfänger (Ende 2025) | gut 47.000 |
| Davon Frauen | knapp 38.000 |
| Davon Männer | gut 9.100 |
| Durchschnittlicher monatlicher Zuschlag | 110,68 € |
| Veränderung gegenüber Vorjahr | +8,8 % |
Konsequenzen für Politik und Beratung
Die Entwicklung stellt Kommunen, Beratungsstellen und politisch Verantwortliche vor Herausforderungen. Steigende Zahlen bei den Anspruchsberechtigten erhöhen den Bedarf an sozialer Beratung, an leicht zugänglichen Informationen zu Rentenansprüchen und an Angeboten zur finanziellen Unterstützung im Alter. Beratungsstellen weisen regelmäßig darauf hin, dass viele Menschen die Antragswege für Leistungen wie die Grundrente nicht voll ausschöpfen.
Praktische Hinweise für Betroffene
Wer prüfen möchte, ob er Anspruch auf die Grundrente hat, sollte Unterlagen zu seinen Erwerbszeiten, Einkommen und gegebenenfalls Nachweise über Kindererziehungszeiten bereithalten. Die Deutsche Rentenversicherung bietet Informationen und Beratung an; außerdem können örtliche Sozialberatungsstellen unterstützen. Eine Klärung der Anspruchsberechtigung kann zu einer spürbaren Entlastung führen, wenn sich durch den Zuschlag das Haushaltseinkommen erhöht.
Die vorliegenden Zahlen stammen aus der Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung. Sie machen deutlich, dass die Grundrente für immer mehr Menschen in Schleswig-Holstein ein wichtiger Baustein zur Sicherung des Lebensunterhalts im Alter ist, auch wenn zusätzliche Maßnahmen nötig erscheinen, um Altersarmut nachhaltig zu reduzieren.
Malte Boysen, Korrespondent Schleswig-Holstein