Neuer Spielort im historischen Quartier
Im dicht bebauten Altstadtquartier am Kolk erhält das Figurentheater Lübeck eine neue, technisch moderne Spielstätte. Träger und Förderer der Maßnahme sind lokale Akteure, allen voran die Possehl-Stiftung, die bereits für das Europäische Hansemuseum und das Museumsquartier größere kulturpolitische Impulse in der Hansestadt gesetzt hat. Das neue Haus ist als Mehrspartenbühne konzipiert und richtet sich an ein breites Publikum von Kindern bis zu Erwachsenen.
Raum, Struktur und technische Ausstattung
Der Zuschauerraum des neuen Puppentheaters bietet 120 Sitzplätze und ist funktional vielseitig angelegt. Die räumliche Neuordnung des Ensembles im Kolk beruht auf einem 2017 ausgelobten Architektenwettbewerb, den die Lübecker Büros Konermann Siegmund gewonnen haben. Das Ensemble besteht aus mehreren Altstadthäusern, die nun in einem zusammenhängenden Konzept für Proben, Aufführung und Ausstellung genutzt werden.
- Kapazität: 120 Sitzplätze
- Architekten: Konermann Siegmund (Wettbewerb 2017)
- Trägerschaft: Possehl-Stiftung (wesentliche Förderin)
- Angebot: Marionetten, Stabfiguren, Schattenfiguren und Handpuppen
„Lübecks Kultur- und Maritimgeschichte ist ein Schatz, den die Hansestadt mit Augenmaß zu heben weiß.“
Repertoire und Tradition
Die neue Spielstätte vereint Traditionspflege und zeitgenössische Möglichkeiten der Figurendarstellung. Auf dem Programm stehen sowohl klassische Geschichten als auch moderne Inszenierungen. Bereits genannte Titel, die künftig zu sehen sein sollen, sind unter anderem Barbier von Sevilla, Der Schimmelreiter, Die Mausefalle, Die Prinzessin auf der Blume sowie Jim Knopf. Die Vielfalt der Spielarten — von Marionetten über Stabfiguren bis zu Schatten- und Handpuppen — unterstreicht das Ziel, das Haus als Dreispartenbühne zu etablieren.
Historische Einbettung und Stadtentwicklung
Die Ansiedlung des Figurentheaters im Kolk steht im Kontext größerer Umgestaltungen in Lübeck. Leerstehende Hafenspeicher und ehemalige Warenhäuser entlang der Trave erfahren Umnutzung und tragen zur Stärkung eines kulturellen Viertels bei. Das neue Puppentheater ergänzt damit das bestehende Museumsangebot und die seit Jahren geförderte Entwicklung hin zu einem lebendigen Museums- und Kulturquartier.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Sitzplätze | 120 |
| Architektenwettbewerb | 2017 — Gewinner: Konermann Siegmund |
| Gründer des Figurentheaters | Fritz Fey, gegründet 1977 |
Bedeutung für die Stadt und Ausblick
Für Lübeck bedeutet die neue Spielstätte eine Stärkung der kulturellen Infrastruktur, insbesondere im Bereich der darstellenden Künste für Familien und Kinder. Die Kombination aus musealer Präsenz, Theater und Umnutzungsprojekten an der Trave fördert die Innenstadtbelebung und bewahrt zugleich Bezüge zur maritimen und stadtgeschichtlichen Identität. Die Initiative zeigt, wie Stiftungskraft, öffentliche Förderung und städtische Stadtentwicklung zusammenwirken können, um kulturelle Einrichtungen nachhaltig zu verankern.
Das neue Haus des Figurentheaters soll künftig nicht nur Aufführungen zeigen, sondern auch als Bildungs- und Begegnungsort dienen. Damit schließt sich in Lübeck ein weiterer Kreis: Die Stadt verknüpft historische Bausubstanz, museumsbezogene Investitionen und puppenspielerische Traditionen zu einem differenzierten Kulturangebot, das sowohl Einheimische als auch Besucher anspricht.