Studie zeigt rückläufigen Kinderwunsch
Wiesbaden – Der Wunsch nach Kindern junger Erwachsener ist nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) erstmals seit vielen Jahren gesunken. Laut der veröffentlichten Auswertung liegt der durchschnittliche Kinderwunsch derzeit bei 1,7 Kindern bei Frauen und 1,6 Kindern bei Männern. Damit wünschen sich junge Menschen zwar mehr Kinder, als tatsächlich geboren werden; die zuletzt gemessene Geburtenrate in Deutschland liegt allerdings bei 1,35 Kindern.
Welche Sorgen beeinflussen die Entscheidung?
Das Institut stellt einen Zusammenhang zwischen wachsender Zukunftsangst und veränderter Familienplanung fest. Besonders ausgeprägt sind demnach Befürchtungen vor militärischen Konflikten und Kriegen. Zudem habe die Sorge um eine mögliche Schwächung der Demokratie deutlich zugenommen. Weitere Themen wie der Klimawandel werden ebenfalls genannt und stehen in Wechselwirkung mit dem individuellen Kinderwunsch.
- Durchschnittlicher Kinderwunsch: Frauen 1,7; Männer 1,6
- Tatsächliche Geburtenrate: Deutschland 1,35 Kinder
- Hauptsorgen: Militärische Konflikte, Schwächung der Demokratie, Klimawandel
„Zukunftssorgen stünden im Zusammenhang mit der Familienplanung“, sagte Miriam Trübner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut.
Lokaler Bezug und mögliche Folgen für Wiesbaden
Für Wiesbaden als Landeshauptstadt Hessens haben solche Befunde Relevanz für die kommunale Planung. Ein sinkender Kinderwunsch kann mittel- bis langfristig Auswirkungen auf die Nachfrage nach Kinderbetreuung, Schulen und wohnungsbezogenen Angeboten haben. Auch die Ausgestaltung lokaler Beratungs‑ und Unterstützungsangebote für Familien sowie Initiativen zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts könnten betroffen sein.
Die Studie dokumentiert jedoch nicht, wie stark sich diese bundesweiten Tendenzen bereits konkret in einzelnen Städten wie Wiesbaden niederschlagen. Kommunen stehen damit vor der Herausforderung, auf unsichere demografische Signale zu reagieren: Maßnahmen zur Stärkung der Familienfreundlichkeit, zur Förderung der demokratischen Bildung und zur Schaffung sicherer Lebensperspektiven könnten für junge Erwachsene künftig eine größere Rolle spielen.
Daten im Überblick
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Kinderwunsch (Frauen) | 1,7 Kinder |
| Kinderwunsch (Männer) | 1,6 Kinder |
| Geburtenrate Deutschland (zuletzt) | 1,35 Kinder |
Die Ergebnisse des BiB legen nahe, dass übergeordnete gesellschaftliche Unsicherheiten eine Rolle bei individuellen Lebensentscheidungen spielen. Für Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft in Wiesbaden eröffnet dies die Frage, wie Vertrauen in demokratische Institutionen und Zukunftsfähigkeit wieder gestärkt werden kann, um langfristig die Lebensplanung junger Menschen positiv zu beeinflussen.
Die Aussagen in diesem Bericht basieren auf der Auswertung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung sowie den darin zitierten Kommentaren von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts.