Hohe Beteiligung, klare regionale Ausrichtung
Auf der Hightech-Messe W3+ Fair in Jena haben am Mittwoch mehr als 250 Aussteller aus 15 Ländern ihre Produkte und Forschungsergebnisse aus den Bereichen Photonik, Optik und Mechanik vorgestellt. Veranstalter und Aussteller beschrieben die diesjährige Ausgabe als die bisher größte seit dem Start der Messe im Jahr 2023. Die hohe Beteiligung signalisiert laut Organisatoren eine gestiegene Bedeutung des Standorts Thüringen für die optische Industrie und verwandte Zukunftstechnologien.
Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John nutzte die Plattform, um die Absicht der Landesregierung vorzustellen, ein „Weimarer Wirtschaftsdreieck“ nach dem Vorbild des politischen Formats anzustoßen. Ziel sei es, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland, Polen und Frankreich zu vertiefen und konkrete Kooperationen zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu fördern.
Delegationen und Messeauftritt
Zur W3+ Fair sind Delegationen aus Frankreich und Polen angereist; insgesamt nehmen sie mit 25 Teilnehmenden an Messe und begleitenden Veranstaltungen in Weimar und Jena vom 22. bis 25. September teil. Nach Darstellung des Veranstalters sollen die Begegnungen nicht nur der Präsentation dienen, sondern ausdrücklich der Anbahnung von partnerschaftlichen Projekten und Geschäftsbeziehungen.
Bei der Eröffnungsrede wies der Veranstalter Jörg Brück auf die Herkunft der Aussteller hin: 39 Prozent kommen aus Mitteldeutschland, 47 Prozent aus anderen Teilen Deutschlands und die verbleibenden 14 Prozent aus dem Ausland. Damit unterstreicht die Messe ihre Rolle als regionale Plattform mit internationaler Reichweite.
- Mehr als 250 Aussteller aus 15 Ländern
- Delegationen aus Frankreich und Polen (insgesamt 25 Teilnehmende)
- Aussteller-Herkunft: 39 % Mitteldeutschland, 47 % übriges Deutschland, 14 % Ausland
„Weimarer Wirtschaftsdreieck“
Konkrete Ansatzpunkte und lokale Bedeutung
Die Messe bündelt nach Einschätzung lokaler Akteure Forschungseinrichtungen, kleine und mittlere Unternehmen sowie international ausgerichtete Anbieter. Für Jena, als traditionsreichem Standort der Optik- und Photonikforschung, bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, bestehende Netzwerke zu vertiefen und neue Partner zu gewinnen. Besonders relevant sind dabei Branchenkooperationen, die von der Grundlagenforschung bis zur industriellen Anwendung reichen.
Das geplante „Weimarer Wirtschaftsdreieck“ soll nach den Angaben der Ministerin genau dort ansetzen: Es geht um den erleichterten Austausch von Forschungsergebnissen, gemeinsame Entwicklungsprojekte und die Förderung von Markteintritten. Die beteiligten Optik-Cluster — darunter Photonics France, die Polish Technological Platform on Photonics und das Thüringer Cluster Optonet — sollen als Schnittstellen fungieren und Unternehmen unterschiedlicher Größe zusammenbringen.
Erwartungen und mögliche Folgen für Jena
Für Unternehmen in Jena kann die Initiative Chancen bieten, etwa durch:
- neue Kooperationsprojekte mit Partnern in Frankreich und Polen,
- erhöhte Sichtbarkeit auf europäischen Märkten,
- Zugang zu Förderprogrammen und gemeinsamen Forschungsanträgen.
Gleichzeitig stehen organisatorische Fragen an: Wie werden konkrete Projekte ausgewählt und finanziert? Welche Rolle spielen Hochschulen, Forschungsinstitute und Wirtschaftsverbände? Diese Details wurden auf der Messe noch nicht abschließend geklärt und dürften Gegenstand der kommenden Gespräche in Weimar und Jena sein.
Insgesamt zeigt die W3+ Fair, dass Jena seine Position als wichtiger Standort für Photonik und Optik weiter stärkt. Die geplanten grenzüberschreitenden Initiativen könnten die regionale Wirtschaft nachhaltig beeinflussen — vorausgesetzt, aus Ankündigungen werden verbindliche Vereinbarungen und umsetzbare Projekte.