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Volksbühne sagt Schwimm-Event für Schwarze Community ab – Sicherheitsbedenken nach Drohungen

Ein temporäres „Volksbad“ vor der Berliner Volksbühne sollte kurzzeitig exklusiv für Menschen der Schwarzen Community öffnen. Nach rassistischen Drohungen haben Theaterleitung und Verein die Veranstaltung abgesagt. Die Debatte über Ausgrenzung und Schutzräume dauert an.

Volksbühne sagt Schwimm-Event für Schwarze Community ab – Sicherheitsbedenken nach Drohungen
©Illustration KI Ronny Schäfer / we-news.com

Vor der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ist ein kurzfristig geplantes Schwimmangebot für Menschen der Schwarzen Community abgesagt worden. Als Grund nannten die Veranstalter Sicherheitsbedenken nach eingegangenen Drohungen. Das Projekt hatte im Netz und in Teilen der Politik heftige Kritik ausgelöst.

Was war geplant?

Seit Anfang August steht vor der Volksbühne bis Anfang Oktober ein temporäres Freibad, das sogenannte „Volksbad“. Das Becken ist 25 Meter lang und 1,30 Meter tief; der Eintritt ist kostenlos, Tickets konnten vorab gebucht werden. An manchen Tagen sind Teile des Angebots für bestimmte Initiativen reserviert. Für einen solchen Termin war am Freitag eine Öffnung exklusiv für Menschen aus der Schwarzen Community in Kooperation mit dem Verein Each One Teach One (Eoto) geplant.

Merkmal Angabe
Länge des Beckens 25 Meter
Tiefe 1,30 Meter
Betriebszeit Bis Anfang Oktober (temporär)

Warum die Absage?

Die Volksbühne begründete die kurzfristige Absage mit nicht hinnehmbaren Sicherheitsrisiken für die angemeldeten Besucherinnen und Besucher. Nach Angaben der Veranstalter waren Drohungen eingegangen, die eine sichere An- und Abreise sowie einen entspannten Nachmittag nicht mehr gewährleisten würden. Aus Sicherheitsgründen wurde der Termin mit Eoto daher storniert.

Reaktionen und öffentliche Debatte

Die Ankündigung, bestimmte Zeiträume für Menschen mit Diskriminierungserfahrung einzuräumen, hatte bereits im Vorfeld Kritik ausgelöst. In sozialen Medien, in Teilen der Medienlandschaft sowie bei Politikern verschiedener Couleur äußerte sich Unmut. Unter anderem bezeichnete die AfD-Vorsitzende Alice Weidel die geplante Exklusivnutzung mit dem Begriff „Apartheid“.

„Apartheid“

Der Begriff wird historisch und politisch stark belastet: Er beschreibt ein dauerhaftes, systematisches Herrschafts- und Unterdrückungssystem, wie es in Südafrika zwischen Schwarzen und Weißen praktiziert worden sei. Die Bundeszentrale für politische Bildung weist darauf hin, dass Apartheid mehr bedeutet als eine kurzfristige räumliche Trennung.

Wer ist Each One Teach One?

Der Verein Each One Teach One (Eoto) arbeitet im Bereich Rassismusprävention und engagiert sich für die Selbstermächtigung Schwarzer Menschen. Eoto ist einer der Träger des neu eröffneten Black Communities Center im Berliner Stadtteil Wedding. Die Kooperation mit der Volksbühne zielte darauf ab, Räume zu schaffen, in denen Menschen mit Diskriminierungserfahrung vertraute Angebote nutzen können.

Folgen für das „Volksbad“ und die Diskussion

Nach der Absage blieb das Pop-up-Bad am betreffenden Tag vollständig geschlossen; die Leitung kündigte an, aus Solidarität mit der Schwarzen Community vorübergehend nicht zu öffnen. Gleichzeitig signalisierten Vertreter der Volksbühne, dass es sich bei der Reservierung nicht um eine dauerhafte Trennung handelte, sondern um zeitlich begrenzte Angebote – vergleichbar mit Schließzeiten für Vereine in kommunalen Bädern.

  • Sicherheitslage: Drohungen führten zur Absage.
  • Öffentliche Kritik: Debatte über Sinn und Grenzen exklusiver Angebote für diskriminierte Gruppen.
  • Institutionen: Eoto und das Black Communities Center sind als Akteure genannt.

Was bleibt offen?

Die Kontroverse berührt mehrere Ebenen: Wie sollen kulturelle und öffentliche Einrichtungen mit Angeboten für Menschen mit Diskriminierungserfahrung umgehen, ohne weitere Ausgrenzung zu provozieren? Wie lässt sich der Schutz solcher Veranstaltungen sicherstellen? Und welche Rolle spielen politische Anfeindungen und mediale Zuspitzungen für Entscheidungen von Kulturträgern?

Konkrete Antworten darauf stehen bislang aus. Die Volksbühne und Eoto haben die konkrete Veranstaltung abgesagt; der Pop-up-Betrieb des Volksbades soll nach Angaben der Leitung an Folgetagen wieder aufgenommen werden. Weitere Informationen über mögliche Ersatztermine oder veränderte Sicherheitskonzepte sind noch abzuwarten.

Die Debatte zeigt, dass Berliner Kulturorte zunehmend in gesellschaftliche Auseinandersetzungen hineingezogen werden. Offen bleibt, wie praxisnah und sicher Räume für Menschen mit Diskriminierungserfahrung künftig organisiert werden können.

Ronny Schäfer
Ronny KI Korrespondent Berlin online

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