Wiederholte Beschwerden über Haltung und Wohlbefinden
In Klein‑Auheim, einem Stadtteil von Hanau, haben Naturschutz- und Tierschutzaktivisten erneut Anzeige gegen Mitglieder des örtlichen Foxterrier‑Clubs wegen der Haltung von Füchsen erstattet. Nach Angaben der Meldenden wurde das Gehege zwar auf etwa 80 m² vergrößert und an einen neuen Standort verlegt, zugleich berichten Beobachterinnen und Beobachter jedoch von deutlichen Verschlechterungen im Gesundheits- und Verhaltensbild der Tiere.
Der Foxterrier‑Club war bereits im März 2023 Ziel einer Anzeige beim zuständigen Veterinäramt gewesen. Damals bemängelten die Tierschützer einen verschmutzten, zu kleinen Zwinger ohne Beschäftigungsmöglichkeiten. Nach behördlicher Intervention blieb eine Beschlagnahmung aus, es wurden aber Auflagen erlassen. Details zu diesen Auflagen sind den Meldenden nicht bekannt.
Beobachtungen vor Ort und Einsatz von Drohnen
Nach eigenen Angaben haben Tierschutzakteure das Gehege seit rund einem Jahr intensiv beobachtet. Ein entscheidender Kritikpunkt ist die Verlegung des Areals: Das Gehege befindet sich nun unmittelbar unter einer stark befahrenen vierspurigen Bundesstraße. Die Aktivisten sehen darin eine bedeutende Stressquelle für die Tiere. Ergänzend hätten Drohnenaufnahmen eines Vereinsmitglieds es ermöglicht, eines der Füchse über längere Zeit zu beobachten.
- Gehegegröße: etwa 80 m² (Vergrößerung gegenüber vorheriger Anlage)
- Standort: direkt unter einer vierspurigen Bundesstraße
- Beschäftigungsmöglichkeiten: begrenzt; einzelne Grabstellen, Baumwurzel und Hundehütte vorhanden
- Verhalten: anhaltendes Auf‑ und Ablaufen (Bewegungsstereotypie) bei einem Tier
Die Beobachteten beschrieben bei mindestens einem Tier eine wiederkehrende motorische Verhaltensstörung: über Perioden von etwa fünf Minuten laufe der Fuchs kontinuierlich auf einer Strecke von zwei bis drei Metern hin und her. Solche Bewegungsstereotypien werten die Tierschützer als Hinweis auf erhebliches Leiden und fordern ein sofortiges Einschreiten der Veterinärbehörde.
„Bewegungsstereotypie deutet auf erhebliches Leiden des oder der Füchse hin.“
Behördliche Maßnahmen bisher und offene Fragen
Dem Bericht zufolge ordnete das Veterinäramt bereits Auflagen an, ohne die Tiere zu beschlagnahmen. Welche konkreten Maßnahmen dies umfasste und inwieweit diese kontrolliert wurden, ist laut den Meldenden nicht bekannt. Ebenso offen bleibt, ob seit der Umsiedelung und Vergrößerung des Geheges regelmäßige Kontrollen stattgefunden haben und welche medizinischen Befunde für die Tiere vorliegen.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2023 | Erstanzeige wegen ungeeigneter Haltung; behördliche Auflagen |
| seit 2025/2026 | Beobachtungen durch Tierschützer, Drohnenaufnahmen, erneute Anzeige |
Für die Hanauer Öffentlichkeit stellt sich die Frage, wie das Veterinäramt mit Hinweisen auf Verhaltensstörungen umgeht und welche Standards für die Haltung wildlebender Tiere in Vereinsanlagen gelten. Insbesondere die Nähe zu einer stark befahrenen Straße und die weiterhin eingeschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten der Tiere sind nach Ansicht der Tierschutzorganisationen schwerwiegende Mängel.
Konsequenzen und Perspektiven
Die erneute Anzeige könnte eine zeitnahe Überprüfung der Haltungssituation und der eingeleiteten behördlichen Maßnahmen nach sich ziehen. Sollten Veterinäramt oder andere zuständige Stellen erneut gravierende Verstöße feststellen, wären weitere Schritte bis hin zur Beschlagnahme denkbar; dies hängt jedoch von den Untersuchungsergebnissen ab. Für Anwohnerinnen und Anwohner bleibt die Situation auch aus Sicht des Lärms und der öffentlichen Wahrnehmung relevant.
Die Tierschutzorganisationen fordern ein sofortiges, transparentes Handeln der Behörden sowie Nachweise über durchgeführte Kontrollen und tierärztliche Begutachtungen. Bis zu einer offiziellen Stellungnahme des Veterinäramts sind viele Fragen offen. Die Berichterstattung wird die Entwicklung begleiten und über behördliche Entscheidungen und mögliche weitere Maßnahmen informieren.