Großinvestition stärkt Industrie-Standort Wittenberg
Der Hersteller von Batteriespeichern Tesvolt hat am Standort Wittenberg ein neues Logistik- und Technologiezentrum in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens wurden rund 23 Millionen Euro in das Gebäude investiert. Ziel ist es, die Produktion zu erweitern, die Logistikkapazitäten deutlich zu erhöhen und zusätzlichen Raum für Beschäftigte zu schaffen.
Das neue Zentrum umfasst eine Nutzfläche von mehr als 6.500 Quadratmetern und bietet laut Tesvolt ein vollständig automatisiertes Hochregallager mit 4.500 Palettenplätzen, das speziell für die Lagerung von Batterien und Gefahrgut ausgelegt ist. Mit dem Neubau werde die Logistikleistung des Unternehmens um das Zehnfache gesteigert, teilte Tesvolt mit. Dadurch sollen auch bei Störungen auf internationalen Märkten kurze Lieferzeiten gewährleistet bleiben.
Produktionskapazität und Beschäftigung
Die Anlage ist nach Unternehmensangaben darauf ausgelegt, in einer Zweischichtproduktion bis zu vier Gigawattstunden jährlich zu erreichen. Dies entspreche einer Fertigungsleistung von bis zu 80.000 Speichersystemen pro Jahr für den gewerblichen und industriellen Einsatz. Auf dem Gelände sollen sukzessive Kapazitäten für bis zu 110 Arbeitsplätze entstehen.
„In den kommenden Jahren ist es noch wichtiger, die Stromnetze zukunftssicher zu machen“, sagte der Energieminister Armin Willingmann (SPD).
Diese Aussage unterstreicht die politische Einordnung des Projekts: Batteriespeicher gelten als ein zentraler Baustein, um Schwankungen beim Ausbau erneuerbarer Energien auszugleichen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Tesvolt selbst nennt die Fertigstellung und Ausstattung von Speichersystemen mit Software als weiteren Schwerpunkt im neuen Gebäudekomplex.
Förderung und logistische Ziele
Das Land Sachsen-Anhalt unterstützte das Vorhaben nach Angaben des Unternehmens mit rund fünf Millionen Euro. Tesvolt betont, dass die neue Infrastruktur insbesondere die Logistikkapazitäten stärkt und damit die Abhängigkeit von internationalen Lieferketten reduzieren soll. Das Unternehmen nennt als Intention, kurze Lieferzeiten auch im Falle von Marktstörungen sicherzustellen.
- Investition: 23 Millionen Euro
- Landesförderung: rund 5 Millionen Euro
- Fläche: mehr als 6.500 m² Nutzfläche
- Hochregallager: 4.500 Palettenplätze
- Jährliche Kapazität: bis zu 4 GWh / bis zu 80.000 Speichersysteme
- Beschäftigung: bis zu 110 Arbeitsplätze (schrittweise)
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Investitionsvolumen | 23 Mio. Euro |
| Förderung Land | ca. 5 Mio. Euro |
| Nutzfläche | > 6.500 m² |
| Hochregallager | 4.500 Palettenplätze |
| Jahreskapazität | bis 4 GWh / bis 80.000 Systeme |
| Beschäftigungsaufbau | bis 110 Arbeitsplätze |
Für Wittenberg bedeutet die Erweiterung des Tesvolt-Standorts eine Stärkung des industriellen Profils der Stadt und eine Zunahme von Arbeitsplätzen im produzierenden Bereich. Zugleich steht das Projekt im Kontext der überregionalen Energie- und Netzentwicklung: Batteriespeicher können überschüssige Energie aus Wind- und Solarparks aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben, wodurch Netzschwankungen ausgeglichen werden.
Die Standorterweiterung zeigt, dass Unternehmen der Energiespeicherbranche die Region Sachsen-Anhalt weiterhin als passenden Produktions- und Logistikstandort ansehen. Für die kommenden Jahre kündigt Tesvolt einen schrittweisen Ausbau der Kapazitäten an, um die genannten Produktions- und Logistikziele zu erreichen.
Mit dem neuen Technologie- und Logistikzentrum setzt Tesvolt einen konkreten Schwerpunkt auf die Kombination von Fertigung, Softwareausstattung und hochautomatisierter Lagerhaltung – ein Modell, das in Wittenberg mittelfristig zusätzliche Zulieferer, Dienstleister und Fachkräfte anziehen könnte.