Von der Personalnot zur Spitzenplatzierung am Pfaffenteich
Die Sternberger Pastinetten haben beim diesjährigen 33. Drachenbootfestival auf dem Schweriner Pfaffenteich gezeigt, wie schnell sich ein Mannschaftsbild verändern kann, wenn Vereinsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit greifen. Noch im Mai hatte der Verein offen nach neuen Paddlern gesucht. Beim Auftakt einigte sich die Mannschaft jedoch rasch: Beim Sprint Cup am Freitagabend gelang ihnen ein unerwartet gutes Ergebnis – Platz 2 hinter dem Team de Zuariner aus Schwerin.
Für den ersten Vorsitzenden, Eric Frank, war das Ergebnis Teil einer längeren Vorbereitung: Der Sprint diente demnach vor allem dazu, den Druck aus der Truppe zu nehmen und die Form vor dem Wochenende zu testen. Dennoch markiert das Abschneiden einen sichtbaren Erfolg für einen Verein, der sich bis vor Kurzem noch als Außenseiter betrachtete und öffentlich um Verstärkung warb.
„Wir sind ja eher der Underdog“, sagte Vereinschef Eric Frank.
Neue Mitglieder, bewährte Teamarbeit
Die Anstrengungen der Pastinetten, neue Aktive zu gewinnen, trugen Früchte: Bei einem Aktionstag im Frühjahr kamen zehn bis elf Interessierte zum Probepaddeln, von denen laut Frank inzwischen fünf dauerhaft beim Verein geblieben sind. Das ist für eine Region, in der die Szene insgesamt älter wird, ein kleiner Erfolg und ein Hoffnungssignal für die Zukunft des Drachenbootsports.
Für das Festivalwochenende stehen den Sternbergern 22 Aktive zur Verfügung, so dass während der Rennen Wechsel möglich sind und Belastung besser verteilt werden kann. Einige der neu Hinzugekommenen erlebten an diesem Wochenende erstmals die besondere Atmosphäre auf dem Pfaffenteich, die für viele Mannschaften einen zusätzlichen Motivationsschub bedeutet.
- Mai: Öffentliche Suche nach Verstärkung
- Aktionstag: 10–11 Interessierte, davon 5 dauerhaft geblieben
- Sprint Cup (Freitag): Platz 2 hinter de Zuariner (Schwerin)
- Festival (14.–16. August): Teilnahme mit 22 Aktiven
Herausforderungen der Szene
Frank beschreibt eine strukturelle Schwierigkeit: Nachwuchsgewinnung werde generell schwerer, weil die Teilnehmerschaft älter werde. Junge Menschen müsse man dort erreichen, wo sie sich bewegten, so der Vereinschef – insbesondere in den sozialen Medien. Konkrete neue Herangehensweisen an Werbung und Mitgliederpflege erscheinen damit als zentral, wenn Vereine auch künftig konkurrenzfähig bleiben wollen.
Die Situation der Pastinetten ist dabei nicht außergewöhnlich: Viele kleinere Vereine in Mecklenburg-Vorpommern spüren den demografischen Wandel und den verschärften Wettbewerb um freie Zeit und Engagement. Vor diesem Hintergrund ist das schnelle Zusammenwachsen eines zuvor knapp besetzten Kaders zu einem Mannschaftsgefüge, das um vordere Plätze mitfährt, bemerkenswert.
Bedeutung für Schwerin und das Festival
Das Drachenbootfestival am Pfaffenteich gehört seit Jahren zu den festen Sommertreffpunkten der Landeshauptstadt. Neben stark besetzten Schweriner Teams sorgen auch Mannschaften aus der Region für Vielfalt und Spannung auf dem Wasser. Dass ein Verein aus dem Umland – in diesem Fall die Sternberger Pastinetten – nicht nur teilnimmt, sondern im Sprint um Podestplätze mitfährt, unterstreicht die Attraktivität des Events und steigert das Zuschauerinteresse.
| Datum | Ereignis | Ergebnis/Angabe |
|---|---|---|
| Mai | Mitgliederwerbung | 10–11 Interessierte |
| Juli/August | Aktionstag Ergebnis | 5 neue Mitglieder dauerhaft |
| 14.–16. August | 33. Drachenbootfestival (Pfaffenteich) | Teilnahme mit 22 Aktiven; Platz 2 im Sprint Cup |
Für die Pastinetten geht es nun darum, den Schwung mitzunehmen: das Zusammenspiel im Boot zu festigen, die neuen Mitglieder zu integrieren und auf dem Pfaffenteich weitere Erfolge anzustreben. Unabhängig von Platzierungen bleibt die Leistung eine Bestätigung dafür, dass Engagement vor Ort und gezielte Nachwuchsarbeit auch kurzfristig Wirkung zeigen können.
Gelassen, genau und mit Liebe zum Küstennorden aus Schwerin.