Ein Defekt an einem Stellwerk in Hamburg-Eidelstedt hat am Donnerstag weite Teile des Zugverkehrs in Richtung Norden massiv beeinträchtigt. Betroffen waren nach Angaben der Deutschen Bahn unter anderem Verbindungen von Hamburg nach Westerland (Sylt), Kiel und nach Dänemark. Am Nachmittag teilte die Bahn mit, der Kurzschluss sei behoben und der reguläre Betrieb laufe wieder an.
„Der reguläre Zugverkehr läuft bereits an“, sagte ein Bahnsprecher der Deutschen Presse-Agentur.
Ausfälle und Umleitungen am Vormittag
Der Ausfall am Stellwerk führte laut Bahn zu Zugausfällen, Haltausfällen und deutlichen Verspätungen. Betroffen war die Strecke von Hamburg-Altona nach Elmshorn, wodurch sowohl Fern- als auch Nahverkehrszüge nicht wie geplant fahren konnten. Insbesondere fielen ECE-Züge nach Dänemark sowie ICE-Verbindungen zwischen Hamburg und Kiel sowie zwischen Hamburg und Westerland aus.
Auch Regionalverbindungen waren in Mitleidenschaft gezogen: Die Züge der Linie RE7 (Flensburg/Kiel–Hamburg) verkehrten nur eingeschränkt zwischen Kieler Hauptbahnhof und Neumünster beziehungsweise Flensburg und Neumünster. Die Linie RE70 (Kiel–Hamburg) endete und begann abweichend in Pinneberg, ähnlich verfuhr die Bahn mit dem RE6 (Westerland–Hamburg-Altona), der in Elmshorn endete und begann.
Empfohlene Ausweichverbindungen
Die Deutsche Bahn gab konkrete Hinweise für Reisende, um die Folgen der Störung zu minimieren. Als Alternative wurden folgende Verbindungen empfohlen:
- Zwischen Hamburg und Pinneberg: Ausweichen auf die S-Bahn (S3).
- Zwischen Pinneberg und Kiel, Pinneberg und Westerland sowie Pinneberg und Flensburg: Nutzung des Nahverkehrs.
- Reisende nach Kiel: alternative Verbindungen über Lübeck.
Die Bahn wies außerdem darauf hin, dass durch die Umleitungen und veränderten Linienführungen mit einer durchschnittlichen Reisezeitverlängerung von etwa 45 Minuten zu rechnen sei.
Betroffene Linien im Überblick
| Linie | Auswirkung | Empfohlene Alternative |
|---|---|---|
| ECE (nach Dänemark) | Ausfall zwischen Hamburg und Neumünster | Umstieg auf andere Fern- oder Nahverkehrsverbindungen |
| ICE (Hamburg–Kiel / Hamburg–Westerland) | Ausfall | RE/Regionalzüge bis Pinneberg, S3 nach Hamburg |
| RE7 (Flensburg/Kiel–Hamburg) | Verkehr eingeschränkt, nur bis Neumünster | RE70 bis Pinneberg, S3 Richtung Hamburg |
| RE70 (Kiel–Hamburg) | Ende/Beginn in Pinneberg | S3 zwischen Pinneberg und Hamburg |
| RE6 (Westerland–Hamburg-Altona) | Ende/Beginn in Elmshorn | Ersetzende Nahverkehrsverbindungen |
Konsequenzen für Pendlerinnen und Reisende
Für Pendlerinnen und Pendler bedeutete die Störung verlängerte Fahrzeiten und Umstiege. Insbesondere Berufspendler zwischen den nördlichen Landesteilen und Hamburg waren betroffen, ebenso touristische Verbindungen nach Sylt sowie grenzüberschreitende Verbindungen nach Dänemark. Die Bahn empfahl, vor Antritt der Reise die aktuellen Verbindungen in der DB-Navigator-App oder auf der Webseite zu prüfen.
Regionalbahnen, die normalerweise direkt nach Hamburg führen, endeten den Angaben zufolge vorzeitig in Pinneberg oder Elmshorn. Dadurch entstand an den Umsteigepunkten zusätzlicher Andrang auf die S-Bahnen und örtlichen Nahverkehrszüge.
Technische Ursache und Behebung
Als Ursache nannte die Bahn einen Kurzschluss an einem Stellwerk in Hamburg-Eidelstedt. Nach Reparaturarbeiten meldete das Unternehmen am Nachmittag, dass die Störung beseitigt sei und der Regelbetrieb wieder aufgenommen werde. Konkrete Angaben zur Dauer der Reparaturmaßnahmen oder zu den genauen technischen Ursachen machte die Bahn nicht öffentlich.
Praktische Hinweise für Fahrgäste
- Vor Fahrtantritt aktuelle Informationen in DB-Navigator prüfen.
- Mehr Zeit für Anschlussverbindungen einplanen; mögliche Reisezeitverlängerungen von etwa 45 Minuten berücksichtigen.
- Bei Ausfall von Fernzügen auf Nahverkehrsverbindungen oder alternative Fernverbindungen ausweichen, gegebenenfalls über Lübeck nach Kiel.
Nach Angaben der Bahn normalisierte sich die Lage am Nachmittag. Ob es in den kommenden Stunden noch zu Nachwirkungen wie verspäteten Zügen durch rollende Reserve oder angepasste Fahrpläne kommen wird, blieb zunächst offen. Reisende wurden gebeten, kurzfristige Hinweise der Bahn zu beachten und gegebenenfalls mehr Zeit für ihre Verbindungen einzuplanen.
Fabian Krüger, Korrespondent Hamburg