Hamburg beginnt das Schuljahr 2026/27 mit der höchsten Schülerzahl seit Jahrzehnten: Insgesamt werden laut Angaben der Schulbehörde 274.420 Schülerinnen und Schüler an staatlichen und privaten Einrichtungen erwartet. Das sind rund 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr und der höchste Stand seit 45 Jahren.
Verteilung nach Schulformen und Trägern
An den staatlichen Schulen sind demnach etwa 254.420 Kinder und Jugendliche eingeschrieben, was einem Zuwachs von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Behörde rechnet bei den weiterführenden Schulen mit einem deutlich stärkeren Anstieg (+2 Prozent), während die Grundschulen einen leichten Rückgang (-0,1 Prozent) verzeichnen.
| Schulform / Kategorie | Anzahl |
|---|---|
| Gesamt (staatlich + privat) | 274.420 |
| Staatliche Schulen | 254.420 |
| Berufsschulen (Jugendliche) | ca. 45.500 |
| Anzahl Schulen | 471 (plus 2) |
Schulbau und Investitionen
Die Stadt hat nach Angaben der Schulsenatorin Ksenija Bekeris (SPD) in den Schulentwicklungsplan investiert und seit 2019 bereits mehrere neue Einrichtungen eröffnet. Für das laufende Schuljahr werden Bautätigkeiten fortgesetzt: Es kamen zwei Schulen neu hinzu, unter anderem in Lohbrügge ein Gymnasium sowie eine Grund- und Stadtteilschule. Zudem sollen im Laufe des Jahres sechs weitere Schulen fertiggestellt werden. Die laufenden Investitionen für das kommende Schuljahr werden von der Behörde mit rund 500 Millionen Euro beziffert.
Personalentwicklung: Mehr Lehrerstellen, kaum Vakanz
Die Zahl der Vollzeitstellen für Lehrkräfte steigt demnach leicht: Insgesamt sind nun 16.166 Stellen vorgesehen, das sind 112 mehr als im Vorjahr. Die Verteilung zeigt die Schwerpunkte der schulischen Infrastruktur:
- Stadtteilschulen: ca. 5.970 Vollzeitstellen
- Grundschulen: ca. 5.329 Stellen
- Gymnasien: ca. 4.013 Stellen
- Sonderschulen: 854 Vollzeitstellen
- Pädagogisch-therapeutisches Fachpersonal: 2.566 Stellen
Gleichzeitig meldet die Behörde nur eine sehr geringe Zahl offener Stellen: Derzeit sind lediglich 33 Stellen unbesetzt, darunter vier Lehrkraftstellen – das entspricht etwa 0,03 Prozent aller Lehrkräftestellen.
Demografischer Ausblick und Planung
Mit Blick auf die langfristige Entwicklung geht die Schulsenatorin von einem Wendepunkt aus: Aufgrund sinkender Geburtenraten rechnet sie damit, dass die Schülerzahlen spätestens ab 2029 wieder zurückgehen werden. Diese Perspektive ist relevant für die mittelfristige Planung von Schulbau, Sanierungen und Personalentwicklung.
„Mit sinkenden Schülerzahlen rechne sie jedoch spätestens 2029.“
Regionale Schwerpunkte und Folgen für den Schulalltag
Die Zunahme der Schülerinnen und Schüler ist nicht gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt. In einigen Quartieren, insbesondere in neu entstehenden Wohngebieten, führt das zu einem erhöhten Bedarf an zusätzlichem Schulraum. Die Schulbehörde hat deshalb in den vergangenen Jahren gezielt neue Schulen eröffnet und plant weitere Fertigstellungen, um Engpässe zu vermeiden.
Für Eltern und Erziehungsberechtigte bedeutet die aktuelle Entwicklung konkrete organisatorische Auswirkungen: In einigen Klassen dürften die Gruppengrößen steigen, Ersatzraum an Übergangsstandorten oder modulare Schulgebäude können zum Einsatz kommen. Die Behörde betont jedoch, dass das Angebot an Lehrkräften durch die Stellenaufstockung stabilisiert werden solle.
Fazit
Hamburg startet mit einer historisch hohen Zahl von Schülerinnen und Schülern ins neue Schuljahr. Kurzfristig setzt die Stadt auf weitere Investitionen in Schulgebäude und eine leichte Aufstockung des Personals. Langfristig bleibt die Frage nach dem demografischen Verlauf maßgeblich für die Planung: Während derzeit noch Ausbau und Neubau Priorität haben, könnte sich die Lage ab 2029 verändern, wenn die prognostizierte Zahl sinkender Geburten in die Schülerstatistik durchschlägt.