Großauftrag stärkt Rostocker Werftstandorte
Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat einem Joint Venture die Lieferung und den Bau weiterer Offshore‑Konverterplattformen übertragen – mit bedeutenden Produktionsanteilen für Rostock‑Warnemünde. Auftragnehmer ist das Gemeinschaftsunternehmen Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe), an dem die Neptun Werft (Meyer Werft‑Gruppe) und das belgische Unternehmen Smulders beteiligt sind. Für die Hochspannungs‑Anlagen zeichne erneut Siemens Energy verantwortlich.
Nach Angaben des Netzbetreibers beläuft sich das Auftragsvolumen für den NSORe‑Anteil an den beiden Konverteranlagen zusammen auf rund 2,5 Milliarden Euro. Ein großer Teil dieses Volumens werde in Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg‑Vorpommern eingesetzt, teilte 50Hertz mit. Auf der Werft in Rostock‑Warnemünde sollen dabei zentrale Bauteile, darunter das Hauptgebäude der Offshore‑Plattform, gefertigt werden.
- Auftragnehmer: Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe)
- Lieferant Hochspannung: Siemens Energy
- Fertigungsorte: Rostock‑Warnemünde (Hauptgebäude), Vlissingen (stählerne Unterkonstruktion)
- Auftragsvolumen NSORe: rund 2,5 Milliarden Euro
Technische Daten und Bedeutung für die Region
Die beauftragten Plattformen sind nach Darstellung des Netzbetreibers vergleichbar mit großen Offshore‑Infrastrukturen: Sie messen in der geplanten Ausführung etwa 90 Meter Länge, 50 Meter Breite und rund 60 Meter Höhe. Solche Konverterplattformen wandeln den von Windenergieanlagen auf See erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom, damit er verlustärmer an Land transportiert werden kann. Visuell ähneln sie damit häufig Ölbohrinseln.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Länge | ca. 90 m |
| Breite | ca. 50 m |
| Höhe | ca. 60 m |
| Auftragsvolumen (NSORe) | rund 2,5 Mrd. € |
Für die lokale Werftbranche bedeutet der Zuschlag eine spürbare Verstärkung der regionalen Wertschöpfungskette: Beschäftigung, Zulieferaufträge und technische Aufträge für Dienstleister könnten in den kommenden Jahren zunehmen, wenn die Produktion der Anlagen in Rostock voranschreitet. Die konkrete Anzahl neuer Arbeitsplätze nannte 50Hertz nicht.
„Als Auftraggeber für 2 Gigawatt‑Konverteranlagen brauchen wir leistungsfähige Partner und belastbare industrielle Strukturen, die in Rostock‑Warnemünde vorhanden sind. Mit diesem zweiten Auftrag stärken wir die gesamte Wertschöpfungskette in der Region noch weiter und tragen dazu bei, dass die Energiewende auch auf dem Meer vorankommt“, sagte 50Hertz‑Chef Stefan Kapferer.
Politische Rahmenbedingungen und Ausblick
50Hertz betonte zugleich die Bedeutung klarer gesetzlicher Vorgaben: Politisch müsse das Wind‑auf‑See‑Gesetz so überarbeitet werden, dass Projekte rechtssicher geplant und termingerecht umgesetzt werden können. Ohne stabile Rahmenbedingungen drohten Verzögerungen beim Bau von Offshore‑Windparks, heißt es in der Mitteilung.
Für Rostock ist der Auftrag ein Signal dafür, dass die Stadt und die Werftstandorte in Mecklenburg‑Vorpommern weiterhin als Standorte für Großprojekte in der Offshore‑Windbranche wahrgenommen werden. Die Ansiedlung solcher Fertigungs‑ und Montagearbeiten kann die regionale Industrie weiter diversifizieren und dazu beitragen, die maritime Wirtschaft am Standort zu stärken.
Welche konkreten Produktionsschritte künftig in Warnemünde erfolgen und in welchem Zeitrahmen die Bauteile entstehen, bleibt in den nächsten Vertragsphasen zu präzisieren. Klar ist hingegen, dass der Auftrag die Bedeutung Rostocks in der deutschen und europäischen Offshore‑Wertschöpfungskette erneut unterstreicht.