Großauftrag für Konsortium – Fertigung in Rostock geplant
Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hat den Bau des Offshore-Konverters für das Nordsee-Netzanbindungsprojekt LanWin3 an das Konsortium Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe) vergeben. Nach Angaben von 50Hertz sollen wesentliche Bauteile der Zwei-Gigawatt-Anlage auf der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde gefertigt werden. Siemens Energy bleibt verantwortlich für die Hochspannungs-Komponenten.
Was in Rostock entsteht
Von der Produktion in Warnemünde ist insbesondere die Topside betroffen, das Hauptgebäude der Offshore-Plattform. Die stählerne Unterstruktur, das sogenannte Jacket, wird demnach von Smulders in Vlissingen (Niederlande) hergestellt. Laut 50Hertz übernehmen die Projektpartner die schlüsselfertige Umsetzung des gesamten Systems – von Planung und Beschaffung bis zur Installation an Land und auf See sowie der Inbetriebnahme.
- Auftragnehmer: Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe)
- Technologiepartner: Siemens Energy (Hochspannungs-Technik)
- Produktionsort Rostock: Neptun Werft, Warnemünde (Topside)
- Jacket-Fertigung: Smulders, Vlissingen (Niederlande)
Volumen und regionale Effekte
NSORe hat nach Angaben von 50Hertz in den Projekten LanWin3 und LanWin6 einen Anteil, der sich zusammen auf ein Auftragsvolumen von rund 2,5 Milliarden Euro beläuft. Ein großer Teil dieses Volumens soll in Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern umgesetzt werden. Für die Region bedeutet das sowohl direkte Aufträge an Werft und Zulieferer als auch Nachfrage nach schweißtechnischen, mechanischen und logistischen Dienstleistungen.
„Ein Großteil davon soll in Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern fließen“, heißt es vonseiten des Netzbetreibers.
Hintergrund: NSORe und die Arbeitsteilung
NSORe ist ein Joint Venture mit Sitz in Rostock, getragen von der Neptun Werft (Teil des Meyer Werft-Konzerns) und dem belgischen Unternehmen Smulders, das zur französischen Eiffage-Gruppe gehört. Für NSORe ist dies nicht der erste Großauftrag von 50Hertz innerhalb kurzer Zeit: Bereits im Juni wurde dem Konsortium zusammen mit Siemens Energy das Projekt LanWin6 übertragen.
| Projekt | Leistung / Rolle |
|---|---|
| LanWin3 | Offshore-Konverter, bis zu 2 GW, Topside in Rostock |
| LanWin6 | Früherer Auftrag an NSORe und Siemens Energy |
Ausblick und Bedeutung für Rostock
LanWin3 soll Offshore-Windstrom mit einer Leistung von bis zu zwei Gigawatt in das deutsche Stromnetz einspeisen. Die Entscheidung, einen Teil der Stahl- und Plattformarbeiten nach Deutschland und konkret nach Rostock zu verlagern, stärkt die maritime Industrie an der Küste. Für die Neptun Werft bedeutet der Auftrag eine große Aufgabe in der Fertigungsplanung und der Koordination mit nationalen und internationalen Zulieferern.
Die Verlagerung des Stahlbau- und Plattformauftrags nach Deutschland war laut 50Hertz eine Änderung des ursprünglichen Vertragsumfangs. Siemens Energy war bereits 2024 mit der Hochspannungstechnologie für LanWin3 beauftragt worden; nun ergänzen NSORe die Leistungen im Stahlbau und in der Plattformerrichtung.
Für Rostock und die gesamte Region bieten solche Projekte nicht nur Beschäftigungspotenzial, sondern auch Chancen für Zuliefernetzwerke, Aus- und Weiterbildungsangebote sowie eine stärkere Verankerung der erneuerbaren Energiewirtschaft an der Küste. Gleichzeitig werden die Anforderungen an Fachkräfte, Logistik und Hafeninfrastruktur zunehmen, wenn die Fertigung für LanWin3 an Fahrt gewinnt.
Von hier aus bleibt zu beobachten, wie rasch die Produktionspläne umgesetzt werden und welche Zusatzaufträge mittelbar für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern entstehen.