Ausstellung in der Parklandschaft: Zeitgenössisches trifft Sammlungen
In der Villa Schöningen in Potsdam ist eine Ausstellung zu sehen, die sich dem Thema Wald und Bäume widmet. Der Kurator Victor Auberjonois hat für die Räume der historischen Villa mehr als 90 Werke zusammengetragen. Zu den Exponaten gehören zeitgenössische Arbeiten sowie Leihgaben aus der Sammlung von Mathias Döpfner, dem Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer.
Auberjonois, der bisher vor allem in urbanen Kontexten gearbeitet hat, etwa mit dem Projekt „Passage“ im U-Bahnhof Hermannplatz, begründet den thematischen Wechsel mit Eindrücken aus einem Aufenthalt in einer waldreichen Region. Er sagt über seine Motivation:
„Bäume machen glücklich“
Der junge Schweizer Kurator, der in Potsdam Räume der Villa für die Präsentation nutzte, hat die Ausstellung als eine Art begehbaren Jahreszyklus konzipiert. In der oberen Etage führt ein Rundgang durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter und verknüpft die Darstellung natürlicher Motive mit zeitgenössischer Bildsprache.
Gegenüberstellungen und ungewöhnliche Kombinationen
Die Hängung und Auswahl der Werke setzt auf Kontraste und Nachbarschaften: So steht eine zarte, gefallene Tanne neben einer Axt aus der Sammlung des New Yorker Künstlers Dash Snow. Daneben sind skulpturale Arbeiten aus Stahl und Ketten von Richie Culver zu sehen; ihnen gegenüber hängt eine großformatige vierteilige Fotografie von Anna und Bernhard Blume mit dem Titel „Kontakt mit Bäumen“, die einen Mann zeigt, der einen Baum umarmt.
- Mehr als 90 Werke aus unterschiedlichen Sammlungen
- Leihgaben aus der Sammlung Mathias Döpfner
- Konzept: Rundgang durch die vier Jahreszeiten
Auch spielerische und poetische Arbeiten sind vertreten: Mooswellen von Lilo Klinkenberg beziehen die Ecken eines Frühlingsraums ein, über einem Kamin hängen farbkräftige Kirschblüten in Öl auf Leinwand von Srijon Chowdhury. Eine reich illustrierte Erstausgabe von „Hänsel und Gretel“, die Auberjonois auf einer Internetplattform ersteigerte, ist ebenfalls Teil der Präsentation. Solche Gegenüberstellungen sollen die kulturelle und emotionale Verwurzelung des Waldes in der deutschen Bild- und Erzähltradition sichtbar machen.
Ort und Kontext
Die Villa Schöningen als Ausstellungsort steht in einer Brandenburger Parklandschaft und bietet damit einen passenden Rahmen für eine Ausstellung, die sich mit Natur und Landschaft auseinandersetzt. Die Auswahl von Werken aus privaten Sammlungen, ergänzt durch Leihgaben, verleiht der Schau eine Bandbreite von historischen Bezügen bis zu zeitgenössischer Provokation.
| Ort | Villa Schöningen, Potsdam |
|---|---|
| Kurator | Victor Auberjonois |
| Anzahl Werke | Mehr als 90 |
| Sammlung | Teile aus der Sammlung Mathias Döpfner sowie Leihgaben |
Die Präsentation verbindet regionale Kulturorte mit internationaler Gegenwartskunst. Für Potsdam bedeutet die Schau eine Bereicherung des Angebots an bildender Kunst, insbesondere durch die Konzentration auf ein Thema, das in Deutschland eine lange kulturelle Resonanz hat. Besucherinnen und Besucher können die unterschiedlichen Annäherungen an den Wald unmittelbar erleben — von poetischer Naturbeschreibung bis zu kritischer oder ironischer Reflexion.
Die Gestaltung des Rundgangs durch die Jahreszeiten, das Nebeneinander von intimen Zeichnungen, großformatigen Fotografien und skulpturalen Arbeiten sowie die Einbindung ungewöhnlicher Objekte sollen sowohl lokale als auch überregionale Publikumsschichten ansprechen und zum Verweilen in der Parklandschaft rund um die Villa einladen.