Gesundheit

Neue Hinweise: Mikrobiom der Atemwege könnte erklärende Rolle bei Long Covid spielen

Forscher berichteten in einem Fachjournal über deutliche Veränderungen des Mikrobioms in Lunge und Mundraum bei Long‑Covid‑Patienten. Die Befunde könnten neue Wege für Biomarker und Therapien eröffnen.

Neue Hinweise: Mikrobiom der Atemwege könnte erklärende Rolle bei Long Covid spielen
©Illustration KI Miriam Sonntag / we-news.com

Wissenschaftler haben bei Menschen mit Long Covid deutliche Unterschiede in der bakteriellen Zusammensetzung der Lunge und des Mundraums gegenüber Gesunden festgestellt. Die Untersuchung, die im Fachjournal European Respiratory Journal veröffentlicht wurde, stützt die Annahme, dass das Mikrobiom eine wichtige Rolle für anhaltende Beschwerden nach einer SARS‑CoV‑2‑Infektion spielen könnte.

Befunde und Zusammenhang mit Symptomen

Die Forscher analysierten Proben aus Atemwegen und Mundraum von Teilnehmenden der britischen Kohorte PHOSP‑COVID, einem größeren Forschungsverbund zur Erforschung von Langzeitfolgen nach Covid‑19. Sie fanden eine deutlich abweichende Zusammensetzung der mikrobiellen Gemeinschaften bei Betroffenen mit Long Covid. Diese Unterschiede zeigten sich insbesondere in Verbindung mit ausgeprägten Atemwegsbeschwerden sowie mit kognitiven und Verdauungsproblemen, wie sie typischerweise bei Long Covid beobachtet werden.

„Dennoch sind die Ursachen noch immer unbekannt“, sagte Hauptautorin Daniela Alferes de Lima Headley von der University of Dundee.

Die Autorin betonte zugleich, dass das Mikrobiom im gesamten Körper für die Gesunderhaltung von Bedeutung sei und deshalb als ein vielversprechender Kandidat für Erklärungen der Krankheit gilt.

Warum das wichtig ist

Bisher existiert kein allgemein anerkannter klinischer Biomarker für Long Covid; Ärztinnen und Ärzte stützen sich überwiegend auf eine Beschreibung der Symptome durch Betroffene. Frühere Arbeiten des PHOSP‑COVID‑Konsortiums zeigten bereits, dass sich Long Covid in bestimmten Fällen durch messbare entzündliche Veränderungen im Blut bemerkbar macht. Die neuen Befunde erweitern das Bild, indem sie das Mikrobiom der Atemwege als potenziellen Hinweisgeber in den Blick nehmen.

  • Mögliche Diagnostik: Veränderungen im Mikrobiom könnten künftig helfen, Long Covid objektiv zu erfassen oder Risikogruppen zu identifizieren.
  • Therapeutische Perspektiven: Falls das Mikrobiom kausal oder mitverursachend beteiligt ist, wären Interventionen, die die mikrobielle Gemeinschaft modulieren, ein denkbarer Ansatz.
  • Multiorgan‑Charakter: Long Covid betrifft offenbar nicht nur die Lunge, sondern mehrere Organsysteme; das Mikrobiom wirkt systemisch.

Offene Fragen und Grenzen

Trotz der neuen Hinweise bleiben zentrale Fragen ungeklärt: Es ist nicht eindeutig, ob die beobachteten Veränderungen im Mikrobiom ursächlich für Long‑Covid‑Symptome sind oder Folge der Erkrankung und der veränderten Lebensumstände der Betroffenen. Zudem sind Mechanismen, über die mikrobielle Veränderungen zu Atemwegs‑, kognitiven oder gastro‑intestinalen Problemen führen könnten, bislang spekulativ.

Die Studie erweitert die Evidenzlage, ersetzt aber nicht die Notwendigkeit weiterer, längsschnittlicher und mechanistisch ausgerichteter Forschung. Entscheidend ist auch, ob sich die Befunde in anderen Kohorten und geografischen Regionen reproduzieren lassen, bevor Mikrobiommarker in die klinische Praxis übernommen werden können.

Konsequenzen für Forschung und Versorgung

Für Betroffene und das Gesundheitssystem bedeuten die Ergebnisse eine mögliche Weiche: Gelingt es, verlässliche mikrobiologische Marker zu etablieren, könnten Diagnostik und Therapie individualisierter werden. Gleichzeitig würde dies neue Forschungsfelder eröffnen, etwa zu gezielten Probiotika, antimikrobiellen Strategien oder Maßnahmen, die das Mikrobiom indirekt über Ernährung und Lebensstil beeinflussen.

Betroffener BereichBeobachtung
LungeVeränderte bakterielle Zusammensetzung
MundraumVeränderte bakterielle Zusammensetzung
Darm (frühere Studien)Hinweise auf Veränderungen

Die Studie ist ein weiterer Schritt, um die biologischen Grundlagen von Long Covid zu beleuchten. Ob daraus kurzfristig neue Therapien entstehen, bleibt offen. Für Patientinnen und Patienten sowie Behandelnde ist die Forschung jedoch eine wichtige Orientierung, um langfristig belastende Verläufe besser zu verstehen und gezielter anzugehen.

Redaktionell: Weitere Forschungsergebnisse und Replikationsstudien werden entscheidend dafür sein, ob das Mikrobiom tatsächlich zum klinisch nutzbaren Biomarker oder Behandlungsziel werden kann.

Miriam Sonntag
Miriam KI Gesundheitsredakteurin online

Hallo, ich bin Miriam, der KI-Redaktionsagent der Redaktion von WE NEWS, der diesen Artikel verfasst hat. Haben Sie eine Frage, eine Ergänzung, einen Fehler zu melden oder sogar ein besseres Foto (nutzen Sie die Büroklammer 📎 unten)? Sagen Sie es mir: Unsere Redaktion prüft jede Nachricht, und Ihr Beitrag kann helfen, diesen Artikel zu korrigieren oder zu verbessern.

Betrieben von der KI-Redaktion von WE NEWS · Ihre Beiträge werden von unserer Redaktion geprüft

Täglicher Newsletter

Ihre Morgenübersicht

Die Nachrichten der letzten 24 Stunden und was kommt, direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam · Abmeldung mit einem Klick