Stadtfest erweitert seine Bühne — Rückkehrer, Familien und Alltagspointen
Neubrandenburg präsentierte sich am Wochenende als lebendige Feststadt: Das Vier‑Tore‑Fest bot an insgesamt 16 Orten mehr als 120 Programmpunkte und lockte damit Besucherinnen und Besucher zu großen Hauptbühnen, zu kleinen Spielstätten und in neu gestaltete Ruhebereiche. Für viele, die inzwischen weggezogen sind, war das Fest Anlass zur Rückkehr – ein Beleg dafür, dass die Veranstaltung für die lokale Identität wichtig bleibt.
Die Mischung aus Unterhaltung, Mitmachangeboten und ruhigen Orten zeigte die Bandbreite des Programms. Neben klassischen Bühnenauftritten wurde das Gelände an verschiedenen Stellen bewusst als Treffpunkt ausgebaut: Die Regionalbibliothek und der jüngst angelegte Stadtgarten in der Dümperstraße dienten als Ruheinseln inmitten des Festtrubels. Diese Zonen boten einen Kontrast zu den belebteren Flächen wie der Festwiese am Stargarder Tor oder dem Marktplatz.
Kleine Bühnen, große Resonanz
Ein Anziehungspunkt waren die kleineren Bühnen, wo lokale Künstlerinnen und Künstler persönliche Programme stellten. Der Neubrandenburger Komiker Marcel Bruhn sorgte vor dem Publikum im Stadtgarten für viele Lacher, indem er Alltagsbeobachtungen über die mecklenburgische Kommunikationsweise teilte. Sein Appell an die Besucher lautete:
„Besucht auch die kleinen Bühnen!“
Die Empfehlung fand Resonanz: Das Publikum lachte mit und nahm die kleineren Auftritte als zusätzliche Entdeckungsperspektive wahr. Für Gäste bedeutete das Festival nicht nur große Acts, sondern auch die Chance, verborgene Perlen der städtischen Kulturszene zu entdecken.
Aktionen für Kinder, Vereine und lokale Wirtschaft
Das Angebot richtete sich auch stark an Familien. Auf der Festwiese am Stargarder Tor hatten der Verein Blizzards und Helfer eine große Plastikfläche ausgelegt, mit Seifenwasser präpariert und mit zwei Toren versehen. Beim sogenannten Seifenhockey konnten Kinder mit Hockeyschlägern über die Piste gleiten, ausrutschen und sich austoben. Die Aktion verband sportliche Anregung mit Spaß und bot dem Verein zugleich die Möglichkeit, Nachwuchs anzusprechen.
Auch wirtschaftliche Akteure trugen zum Stadtbild bei: Auf dem Marktplatz war ein echter Rennwagen zu sehen, eine Idee des örtlichen Autovermieters City‑Car, der das Fahrzeug als Sponsor bereitstellte. Solche Beiträge unterstreichen die Rolle lokaler Unternehmen als Unterstützer kommunaler Veranstaltungen.
Programmstruktur in Kürze
Die Vielfalt des Festes lässt sich knapp in Überblicksform darstellen:
- Orte: 16 Spielorte im Faltplan
- Programmpunkte: mehr als 120 Angebote
- Ruhige Zonen: Regionalbibliothek, neuer Stadtgarten Dümperstraße
- Familienangebote: Seifenhockey auf der Festwiese am Stargarder Tor
- Lokale Wirtschaft: Rennwagen auf dem Marktplatz, Sponsor City‑Car
| Schwerpunkt | Beispiel |
|---|---|
| Kleine Bühnen | Stand‑Up von Marcel Bruhn im Stadtgarten |
| Familien/Spiel | Seifenhockey der Blizzards am Stargarder Tor |
| Kommerz/Präsentation | Rennwagen auf dem Marktplatz (City‑Car) |
Ausblick und Bedeutung für die Stadt
Das Vier‑Tore‑Fest hat sich in diesem Jahr vergrößert und die Bandbreite des Programms erweitert. Für Neubrandenburg bedeutet das Fest mehr als nur Unterhaltung: Es ist eine Gelegenheit, Stadtteile erlebbar zu machen, lokale Kulturakteure ins Rampenlicht zu rücken und Verbindungen zwischen Vereinen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürgern zu stärken. Die Mischung aus lauten und leisen Angeboten, aus Kommerz und Gemeinwohl zeigt, wie vielfältig die Stadtgesellschaft ist und welche Potenziale in der Pflege lokaler Veranstaltungen liegen.
Obwohl die großen Bühnen oft die Schlagzeilen bekommen, war eines der klaren Ergebnisse des Wochenendes die Wertschätzung für die kleineren Formate. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass das Fest als Stadtfest empfunden wird und nicht nur als Eventreihe. Für viele Besucherinnen und Besucher galt: Wer die kleinen Bühnen ausgelassen hat, hat etwas verpasst.
WE NEWS, Korrespondenz aus Neubrandenburg.