Am 6. September 2026 bestimmen die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt die Zusammensetzung des neuen Landtages. Wahlberechtigt sind nach den geltenden Bestimmungen alle deutschen Staatsangehörigen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die Auseinandersetzung im Wahlkampf konzentriert sich auf Personalfragen, mögliche Bündnisse und zentrale Landesthemen wie soziale Gerechtigkeit, Energiewende und Bildung.
Wer kandidiert an der Spitze der Parteien?
Mehrere Landespolitikerinnen und -politiker führen ihre Parteien in die Wahl. Angeführt wird die Liste der bekannten Spitzenpersonen von Sven Schulze (CDU). Schulze ist derzeit Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Er hat deutlich gemacht, dass er die bisherige Regierungskoalition aus CDU, SPD und FDP fortsetzen wolle und eine Zusammenarbeit mit der AfD oder den Linken ausschließt.
Die AfD tritt mit Ulrich Siegmund an. Siegmund ist Co-Fraktionschef seiner Partei im Landtag. Im Wahlkampf setzt er auf direkte Ansprache der Bürgerinnen und Bürger, eine starke Präsenz in sozialen Medien und klare Botschaften.
Die Linke wird von Eva von Angern angeführt. Ihre Schwerpunkte liegen nach eigenen Angaben auf Maßnahmen zur sozialen Gerechtigkeit und in der Bekämpfung von Kinderarmut.
Die SPD schickt Armin Willingmann ins Rennen. Willingmann hebt seine langjährige Erfahrung in der Landesregierung hervor und stellt eine klare Abgrenzung zur AfD heraus.
Die Grünen nominieren Susan Sziborra-Seidlitz als Spitzenkandidatin. Im Zentrum ihrer Kampagne stehen Zukunftsthemen wie die Energiewende, die Sicherung der medizinischen Versorgung und Investitionen in Bildung sowie der Einsatz gegen Rechtsextremismus.
Für die FDP tritt Lydia Hüskens an. Hüskens legt den Schwerpunkt ihres Wahlkampfs auf Digitalisierung, Freiheitsrechte und Bildungspolitik.
Welche Themen prägen den Wahlkampf?
Die genannten Spitzenkandidaten setzen unterschiedliche inhaltliche Akzente, die sich in den öffentlichen Diskussionen widerspiegeln. Zu den dominierenden Feldern zählen:
- Regierungsstabilität und Koalitionsfragen: CDU-Spitzenkandidat Schulze wirbt für die Fortsetzung des bisherigen Bündnisses mit SPD und FDP.
- Soziale Sicherung und Bildung: Linke und SPD betonen soziale Gerechtigkeit und Maßnahmen gegen Kinderarmut beziehungsweise Investitionen in Bildung.
- Energiewende und Versorgung: Die Grünen fokussieren sich auf die Transformation der Energieversorgung und die Sicherstellung medizinischer Daseinsvorsorge.
- Digitalisierung und Freiheit: Die FDP stellt digitale Infrastruktur und Freiheitsrechte in den Mittelpunkt.
- Populismus und politische Abgrenzung: SPD und CDU betonen die Notwendigkeit, sich von der AfD abzugrenzen; die AfD wiederum setzt auf direkte Mobilisierung.
Koalitionen: Was ist möglich, was ist ausgeschlossen?
Konkrete Mehrheiten lassen sich erst nach Auszählung der Stimmen absehen. Ministerpräsident Schulze hat bereits erklärt, er strebe die Fortführung der bisherigen Koalition mit SPD und FDP an. Gleichzeitig schloss er eine Zusammenarbeit mit der AfD und mit den Linken aus. Damit wird das Verhältnis zwischen den etablierten Parteien und der AfD ein zentrales Verhandlungsthema nach der Wahl sein.
| Partei | Spitzenkandidat/in | Schwerpunkte |
|---|---|---|
| CDU | Sven Schulze | Regierungsfortsetzung, Stabilität |
| AfD | Ulrich Siegmund | Direkte Ansprache, Präsenz in sozialen Medien |
| Linke | Eva von Angern | Soziale Gerechtigkeit, Kinderarmut |
| SPD | Armin Willingmann | Erfahrung in Regierung, Abgrenzung zur AfD |
| Grüne | Susan Sziborra-Seidlitz | Energiewende, medizinische Versorgung, Bildung |
| FDP | Lydia Hüskens | Digitalisierung, Freiheit, Bildung |
Wie bei jeder Landtagswahl werden regionale Themen und lokale Kandidatinnen und Kandidaten zusätzlich Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Die Zusammensetzung des künftigen Parlaments entscheidet darüber, welche politischen Prioritäten in den kommenden fünf Jahren gesetzt werden.
Praktische Hinweise für Wählerinnen und Wähler
Rechtlich wahlberechtigt sind in Sachsen-Anhalt ausschließlich deutsche Staatsangehörige mit Vollendung des 18. Lebensjahres. Wahlbenachrichtigungen geben Auskunft über den jeweiligen Wahlsitz; wer seine Wahlbenachrichtigung nicht erhalten hat, kann sich bei der zuständigen Gemeinde erkundigen. Informationen zu Briefwahl und Fristen werden von den Kommunen bereitgestellt.
Die Wahl am 6. September wird landesweit beobachtet: Parteien, Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen werden die Ergebnisse genau auswerten, insbesondere in Hinblick auf mögliche Koalitionsverhandlungen und Aussagen zur politischen Stimmung im Land.
Die politische Debatte in den verbleibenden Wochen bis zur Wahl dürfte sich weiter zuspitzen. Parteien werden ihre Kampagnen intensivieren, um unentschlossene Wählerinnen und Wähler zu erreichen. Die Entscheidung am Wahltag wird die politische Ausrichtung von Sachsen-Anhalt für die nächste Legislaturperiode bestimmen.