Die Stadt Kassel hat vorsorglich eine Sperrung für schwere Fahrzeuge über einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen auf einem Teil des Königsplatzes angeordnet. Ursache sind laut Mitteilung der Stadt schwerwiegende Schäden an unterirdischen Räumen unter dem Platz, die nach bisheriger Erkenntnis durch jahrelange Grundwassereinwirkung an Bausubstanz verloren haben.
Gefährdete Technikräume unter dem Platz
Unter dem Königsplatz liegen nach Angaben der Stadt Gewölbe, die als Technikräume von mehreren Versorgern genutzt werden. Dass sich diese Hohlräume unter dem zentralen Platz befinden, sei nur wenigen Menschen bewusst, heißt es. Bei einer Überprüfung sei deutlich geworden, dass die Tragfähigkeit der Gewölbe beeinträchtigt ist und größere Belastungen möglicherweise nicht mehr uneingeschränkt standhalten.
„Jahrelange Grundwassereinwirkung habe die Bausubstanz geschädigt,“
Aus Sicherheitsgründen dürfen deshalb schwere Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen den betroffenen südlichen Bereich des Königsplatzes bis auf Weiteres nicht befahren. Nach Angaben der Stadt sind dort vor allem Transporter und Lkw beim Auf- und Abbau von Veranstaltungen regelmäßig im Einsatz. Die gesperrten Flächen sollen entsprechend markiert werden; kurzfristig werde zusätzlich eine Beschilderung angebracht.
Ausmaß der Hohlräume und geplante Baumaßnahmen
Die unter dem Königsplatz vorhandenen Räume erstrecken sich den Angaben zufolge über eine Länge von 32 Metern und eine Breite von 4 Metern. Geplant ist, diese Hohlräume Anfang des kommenden Jahres zu verfüllen. Vor diesem Arbeitsschritt müssen jedoch noch Leitungen und Leitungstechnik umgelegt werden, damit die Versorgung nicht beeinträchtigt wird.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Betroffene Fahrzeugklasse | > 3,5 Tonnen |
| Länge der Hohlräume | 32 Meter |
| Breite der Hohlräume | 4 Meter |
| Geplanter Zeitraum Verfüllung | Anfang kommenden Jahres |
Die Stadt betonte, dass der restliche Königsplatz weiterhin wie gewohnt genutzt werden könne. Für Besucherinnen und Besucher sowie Veranstalter bedeutet die Einschränkung jedoch eine veränderte Logistik, insbesondere beim Auf- und Abbau größerer Veranstaltungen, die auf Lkw zurückgreifen.
Folgen für Veranstaltungen und Aufbauarbeiten
- Bereiche des Platzes werden markiert und beschildert, um Zufahrtsbeschränkungen deutlich zu machen.
- Kurzfristige Veranstaltungen wie die angekündigte „Blaulichtfamilie“ und die „Casseler Herbst‑Freyheit“ sollen nach jetziger Einschätzung wie geplant stattfinden können.
- Für den Weihnachtsmarkt laufen bereits Abstimmungen hinsichtlich der Aufbauplanung.
Die angekündigten Maßnahmen zielen darauf ab, Gefährdungen für Verkehrsteilnehmende und Aufbauer zu vermeiden, bis die technischen und baulichen Voraussetzungen für eine dauerhafte Sicherung des Untergrunds geschaffen sind. Konkrete Angaben zu Umfang und Dauer der Arbeiten zur Umverlegung von Leitungsanlagen machte die Stadt bislang nicht.
Die Sperrung betrifft vor allem Unternehmen und Dienstleister, die für Veranstaltungen auf Lkw-Zufahrten angewiesen sind. Für Anwohnerinnen und Anwohner sowie Besucher der Innenstadt bedeutet die Maßnahme vorerst Einschränkungen bei Lieferungen und Anlieferlogistik. Die Stadtverwaltung kündigte an, die betroffenen Bereiche deutlich zu kennzeichnen und im Vorfeld der Verfüllung die erforderlichen technisch-organisatorischen Schritte mit den beteiligten Versorgungsunternehmen abzustimmen.
Ob die Untersuchungsergebnisse zu weiteren Beschränkungen oder zu zusätzlichen Sanierungsmaßnahmen führen, hängt von den noch anstehenden Prüfungen und der Umsetzung der Umverlegungsarbeiten ab. Solange bleibt der südliche Abschnitt des Königsplatzes für schwere Fahrzeuge gesperrt, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.