In Zeiten häufiger Trockenperioden rücken einfache, bewährte Gartenpraktiken wieder in den Fokus. Laut Empfehlungen von Gartenfachstellen lässt sich mit wenigen Maßnahmen der Wasserverbrauch im Garten merklich reduzieren. Besonders hervorgehoben wird eine traditionelle Faustregel, die darauf abzielt, Feuchtigkeit im Boden zu halten und Verdunstung zu verhindern.
Alte Regel, moderne Wirkung
Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz verweist auf eine alte Gärtnerregel: „Einmal hacken spart dreimal gießen“. Hinter der Formulierung steht ein einfacher physikalischer Effekt: Durch das Auflockern der Bodenoberfläche wird der Kapillareffekt unterbrochen, sodass gespeicherte Feuchtigkeit nicht so leicht wieder an die Oberfläche gelangt und verdunstet. Besonders nach starkem Regen oder unmittelbar nach dem Gießen trägt Hacken demnach zur Konservierung von Wasser im Boden bei.
„Einmal hacken spart dreimal gießen.“
Mulchen, Vlies, Schafswolle: Schutz gegen Verdunstung
Als weiterer zentraler Rat gilt das Mulchen der Beete. Organisches Material wie Rasenschnitt, Miscanthushäcksel oder Stroh bildet eine schützende Schicht, die die Verdunstung reduziert. Die Bayerische Gartenakademie ergänzt die Liste um weniger gebräuchliche, aber wirksame Materialien: Schafswolle kann Wasser speichern und eignet sich demnach ebenfalls als Mulch.
Für frisch ausgesäte Flächen ist gleichmäßig verteilte Feuchtigkeit besonders wichtig. Hier empfiehlt es sich, nach dem Gießen ein dünnes Vlies auszulegen, um junge Saaten vor schnellem Austrocknen zu schützen.
- Hacken: Oberflächenschicht lockern, Kapillarwirkung unterbrechen.
- Mulchen: Rasenschnitt, Stroh, Miscanthus, Schafswolle – reduzieren Verdunstung.
- Vlies bei Aussaat: Schützt frisch gesäte Bereiche vor Austrocknung.
Rasenpflege und Bewässerung in heißen Zeiten
Beim Umgang mit Rasenflächen ist Vorsicht geboten: Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau rät davon ab, den Rasen in der Mittagshitze zu mähen, weil die Sonne ansonsten Halmbereiche verbrennen kann, die sonst geschützt wären. Ein oft empfohlener Tipp lautet, den Rasenschnitt liegenzulassen: Er wirkt wie ein Mulch und hilft, Feuchtigkeit im Boden zu halten. Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass nicht in allen Fällen das Liegenlassen des Schnittguts sinnvoll ist, da eine zu dicke Schicht das gepflegte Erscheinungsbild und die Grasgesundheit beeinträchtigen kann.
Zur Bewässerung des Rasens werden automatische Systeme wie Sprinkleranlagen genannt. Solche Systeme können helfen, gleichmäßiger zu wässern; zur Kontrolle der Wassermenge wird ein einfacher Haushaltstrick empfohlen: Ein leeres Trinkglas auf dem Rasen platzieren, um abzuschätzen, wie viel Wasser ankommt.
| Maßnahme | Wirkung |
|---|---|
| Hacken | Reduziert Kapillarverdunstung |
| Mulchen | Schützt Bodenfeuchte, reduziert Bewässerungsbedarf |
| Vlies bei Aussaat | Sichert gleichmäßige Feuchtigkeit für Keimung |
| Rasenschnitt liegenlassen | Dient als Mulch, kann Feuchtigkeit speichern |
Praktischer Nutzen für Gärtnerinnen und Gärtner
Für Gartenbesitzerinnen und -besitzer in Gießen bedeuten diese Hinweise: Mit vergleichsweise geringem Aufwand lassen sich Wasserverbrauch und die Häufigkeit des Gießens reduzieren. Die Maßnahmen sind größtenteils kostengünstig und lassen sich in bestehenden Gärten umsetzen. Wichtig bleibt, die individuellen Bedingungen — Bodenart, Pflanzentypen, Mikroklima — zu berücksichtigen und Maßnahmen entsprechend anzupassen.
Angesichts wiederkehrender Hitze- und Trockenperioden könnten solche Praktiken auf kommunaler Ebene an Bedeutung gewinnen, etwa in Beratungsangeboten der Stadtgärtnerei oder durch Informationskampagnen. Bis dahin bieten die empfohlenen einfachen Schritte eine unmittelbare Hilfe, um Gärten resilienter gegen Wassermangel zu machen.