Spatenstich in der Wilhelmstraße
In Fulda hat die Caritas im Bistum Fulda am Donnerstag in Anwesenheit von Vertretern aus Lokalpolitik, Verwaltung und Kirche den symbolischen Spatenstich für die Grundsanierung und einen Anbau in der Wilhelmstraße 6 gesetzt. Ziel ist die Schaffung neuer Räumlichkeiten für ein tagesstrukturierendes Angebot im Rahmen der Eingliederungshilfe nach SGB IX.
Nach Fertigstellung sollen dort nach Angaben der Caritas 12 bis 16 Klientinnen und Klienten eine verlässliche Tagesstruktur und individuelle Unterstützung erhalten. Der Verband saniert dafür ein denkmalgeschütztes Gebäude, das der Bischöfliche Stuhl kostenfrei im Rahmen eines langfristigen Erbbaupachtvertrages zur Verfügung stellt. Die Laufzeit des Vertrags beträgt 30 Jahre.
Umzug aus Lehnerz und Gründe für den Standortwechsel
Das bisherige tagesstrukturierende Angebot ist derzeit in der Straße „An der Grillenburg“ in Fulda-Lehnerz untergebracht. Der Umzug in die Wilhelmstraße sei eine Reaktion auf die Anforderungen an Barrierefreiheit und auf veränderte sozialpolitische Rahmenbedingungen durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG). Caritas-Finanzvorstand Ansgar Erb betonte die Bedeutung der Innenstadtlage für die Sozialraumorientierung:
„Wir schaffen hier barrierefreie Räumlichkeiten, die gleichzeitig die Sozialraumorientierung im Sinne des BTHG fördern. Die Innenstadtlage ermöglicht es den Klientinnen und Klienten, Angebote und Einrichtungen des täglichen Lebens eigenständig zu nutzen und soziale Kontakte außerhalb der Einrichtung zu pflegen.“
Ziele und Angebotsausrichtung
Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch erklärte bei der Veranstaltung, das Projekt verfolge nicht nur die Sicherstellung von Unterstützung, sondern vor allem die Ermöglichung von Teilhabe und selbstbestimmtem Leben. Konkret nannte er die Förderung alltäglicher Fähigkeiten und die Eröffnung neuer Perspektiven für die Betroffenen.
- Standort: Wilhelmstraße 6, Fulda (denkmalgeschütztes Gebäude)
- Kapazität: 12 bis 16 Plätze
- Vertragsform: Erbbaupacht durch den Bischöflichen Stuhl (30 Jahre)
- Zielgruppe: Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen
- Gründe für den Neubau: Barrierefreiheit, Sozialraumorientierung, BTHG-Anforderungen
Raumangebot und städtebauliche Einordnung
Geplant ist neben der denkmalgerechten Grundsanierung ein Anbau im hinteren Bereich des Grundstücks, um genügend Platz für das tagesstrukturierende Angebot zu schaffen. Durch die Innenstadtlage sollen Teilhabechancen erhöht werden: Die Klientinnen und Klienten sollen leichter Zugang zu Einkaufsmöglichkeiten, öffentlichen Verkehrsmitteln und sozialen Angeboten haben.
| Aktueller Standort | Neuer Standort | Kapazität |
|---|---|---|
| An der Grillenburg, Fulda-Lehnerz | Wilhelmstraße 6, Innenstadt | 12–16 Personen |
Die Nutzung eines denkmalgeschützten Hauses in zentraler Lage bringt zugleich Herausforderungen mit sich: Denkmalpflegeauflagen, ein erheblicher Sanierungsbedarf und finanzielle Belastungen sind Aspekte, die bereits bei vergleichbaren Projekten in Fulda eine Rolle gespielt haben. Die Caritas betonte, dass die Umgestaltung den Anforderungen an moderne, barrierefreie Angebote gerecht werden solle.
Für Betroffene und Angehörige bedeutet die Verlagerung in die Innenstadt eine Änderung der Erreichbarkeit: Einerseits fallen längere Wege für bisherige Nutzerinnen und Nutzer aus Lehnerz an, andererseits eröffnen sich neue Möglichkeiten zur Teilnahme am städtischen Leben. Die Caritas sieht in dem Projekt eine Chance, sozialräumliche Teilhabe stärker zu verankern und zugleich konkrete Unterstützungsstrukturen zeitgemäß zu gestalten.
Konkrete Termine für den Abschluss der Bauarbeiten und den Umzug nannte die Caritas in der vorliegenden Mitteilung nicht. Fest steht zunächst der Beginn der Maßnahmen durch den Spatenstich – ein Schritt, der das Angebot in Fulda neu ordnen und die Versorgungslage für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen in der Innenstadt verändern kann.