Im Berliner Tierpark hat es in den vergangenen Wochen gleich mehrere Nachwuchsfreuden gegeben: Drei Somali-Wildesel sind geboren worden und sind mittlerweile gemeinsam mit der Herde auf der Anlage zu sehen. Die Jungtiere heißen Bruce, Amy und Suzan und kamen am 27. Juli, 30. Juli und 5. August zur Welt, teilte der Tierpark mit. Ein weiteres Jungtier wird in den kommenden Wochen erwartet.
Spieltrieb und Mutterverhalten
Der Tierpark zitiert Kurator Martin Kränzlin, der das Verhalten der Jungtiere beschreibt. Besonders der Hengst Bruce sei bereits sehr verspielt, werde von seinen Halbschwestern aber noch etwas gebremst. „Der kleine Bruce würde seine beiden Halbschwestern am liebsten schon zum Spielen auffordern, doch ihre Mütter bremsen den verspielten Hengst noch etwas aus“, heißt es in der Mitteilung.
„Der kleine Bruce würde seine beiden Halbschwestern am liebsten schon zum Spielen auffordern, doch ihre Mütter bremsen den verspielten Hengst noch etwas aus.“
Der Tierpark berichtet, dass die Stuten Beatrice, Kitara und Suri sich aufmerksam um ihren Nachwuchs kümmerten. In ein bis zwei Wochen werde man die Jungtiere sicherlich gemeinsam herumflitzen sehen, fügte Kränzlin hinzu. Schon jetzt seien die Neugeborenen zusammen mit der Herde auf der Anlage zu beobachten.
Artenschutz und Bedeutung der Nachzucht
Der Somali-Wildesel gehört zu den seltensten Huftieren weltweit. Er fällt unter anderem durch die charakteristisch gestreiften Beine auf. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gilt die Art als vom Aussterben bedroht. Nach der letzten Bestandsschätzung aus dem Jahr 2014 leben in freier Wildbahn noch höchstens etwa 200 Tiere. Aktuellere Untersuchungen gebe es nach Angaben des Tierparks nicht.
In europäischen zoologischen Einrichtungen lebten laut Tierpark rund 150 Somali-Wildesel. Diese Tiere bildeten damit die für die Art bedeutendste Reservepopulation außerhalb der ursprünglichen Lebensräume. Die Berliner Geburten sind demnach nicht nur eine Attraktion für Besucherinnen und Besucher, sondern Teil eines internationalen Arterhaltungsprogramms.
Was Besucherinnen und Besucher erwarten können
Die Jungtiere sind bereits gemeinsam mit der Herde sichtbar. Der Tierpark wies darauf hin, dass Mütter und Jungtiere noch geschützt werden und dass Besucher Rücksicht nehmen sollten, um Stress zu vermeiden. Näheres zur Beobachtungssituation und zu Angeboten des Tierparks kann auf den offiziellen Informationskanälen der Einrichtung erfragt werden.
- Geburtsdaten und Namen: 27. Juli – Bruce; 30. Juli – Amy; 5. August – Suzan.
- Eltern: Stuten Beatrice, Kitara, Suri (je nach Jungtier).
- Status der Art: IUCN: vom Aussterben bedroht; wild geschätzte Restpopulation ≤ 200 (2014).
Hintergrund: Lebensraum und Bedrohungen
Der Somali-Wildesel war früher in Teilen des Horn von Afrika verbreitet. Heute sind die Bestände durch Lebensraumverlust, Jagd und Konkurrenz mit Nutztieren stark dezimiert. Die kleinen Bestände in Zoos übernehmen deshalb eine doppelte Funktion: Sie dienen der direkten Erhaltung der Art und bieten Forschungspotenzial etwa zu Fortpflanzung und Verhalten unter geschützten Bedingungen.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Wildbestand (letzte Schätzung) | höchstens 200 Tiere (2014) |
| Bestand in europäischen Zoos | etwa 150 Tiere |
| Anzahl jüngster Geburten in Berlin | 3 (plus ein erwartetes Jungtier) |
Die Nachzucht in zoologischen Einrichtungen ist kein Ersatz für den Schutz freilebender Populationen, aber sie erhöht die Chancen, dass genetische Vielfalt erhalten bleibt und dass langfristig Wiederansiedlungsprojekte unterstützt werden können, falls sich die Sicherheitslage in den Herkunftsregionen verbessert.
Lokale Bedeutung
Für Berlin ist die Nachricht ein lokales Naturschutzsignal: Der Tierpark trägt mit gezielter Betreuung zur Erhaltung einer hochbedrohten Art bei. Besucherinnen und Besucher erhalten die Gelegenheit, seltene Tiere zu sehen und mehr über globale Schutzprobleme zu erfahren. Zugleich erinnert die Geburt daran, wie fragil Bestände in der Natur sind und welche Rolle zoologische Einrichtungen für den Arterhalt spielen.
Der Tierpark kündigte an, die Entwicklung der Jungtiere weiter zu beobachten und über weitere Fortschritte zu informieren. Für die kommenden Wochen dürften die kleinen Somali-Wildesel die Aufmerksamkeit vieler Gäste auf sich ziehen – für den Moment aber vor allem die Fürsorge ihrer Mütter genießen.