Das vietnamesische Ministerium für Bildung und Ausbildung hat für das kommende Schuljahr 2026–2027 umfassende Massnahmen angekündigt, die Sicherheit, Disziplin und eine verstärkte Aufsicht an allgemeinbildenden Schulen sichern sollen. Im Zentrum stehen die Prävention und konsequente Verfolgung von Verstössen gegen die Lehrerethik sowie der Schutz von Schülern vor Gewalt und Missbrauch.
Konkrete Schwerpunkte der Anordnung
Die Behörden verlangen von den Bildungsverwaltungen, die Schulen anzuweisen, ein sicheres, gesundes, demokratisches und diszipliniertes Lernumfeld zu schaffen. Dazu sollen Leitungspersonen und Lehrkräfte verbindliche Regeln zur Schulorganisation, zum Verhalten und zur Prävention umsetzen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Sensibilisierung für unangemessenes Verhalten von Lehrpersonen und dem Umgang mit entsprechenden Vorfällen.
- Sanktionen gegen Verstösse gegen die Lehrerethik sollen verschärft werden.
- Proaktive Prävention und Aufklärung von Gewalt an Schulen, Kindesmissbrauch und Cyberkriminalität werden gefordert.
- Schutzmassnahmen für Internats‑ und Tagesschüler, insbesondere für jene, die weit von ihren Familien entfernt leben, sind vorgesehen.
Das Ministerium betont, dass Vorfälle, die die Ehre oder Würde von Lehrpersonen und Lernenden verletzen, frühzeitig erkannt und streng geahndet werden müssen. Zudem soll die Verantwortung von Schulleitungen bei der Prävention, Aufdeckung und Bewältigung von Vorfällen gestärkt werden.
Vielschichtiger Ansatz: von Ernährung bis psychologische Beratung
Die Anweisungen umfassen nicht nur disziplinäre Massnahmen, sondern auch organisationale und pädagogische Elemente. So sollen die Verpflegung, Unterbringung, Tagesabläufe, medizinische Versorgung und die psychologische Betreuung von Internatsschülern streng organisiert werden. Damit will das Ministerium auch Risiken wie Unfälle, Probleme mit der Lebensmittelsicherheit oder Diskriminierung vermindern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der schulischen Sozialarbeit und der psychologischen Beratungsangebote. Personalressourcen sollen entsprechend zugewiesen und professionell geschult werden, damit gefährdete Kinder und Jugendliche frühzeitig identifiziert, beraten und unterstützt werden können.
| Bereich | Geplante Massnahme |
|---|---|
| Disziplin und Ethik | Strengere Sanktionen; verstärkte Aufsicht |
| Sicherheit | Präventionspläne, Reaktionsmechanismen |
| Schulische Betreuung | Mehr psychologische Beratung; Schulsozialarbeit |
Konsequenzen für Schulalltag und Führung
Die angekündigten Vorgaben verlangen von Schulleitungen eine bessere Dokumentation und proaktive Risikoprävention. Leitungspersonen sollen Verantwortlichkeiten klarer wahrnehmen, damit Vorfälle nicht nur aufgearbeitet, sondern bereits in ihrem Entstehen verhindert werden. Für Lehrpersonen bedeutet dies eine verschärfte Kontrolle ihres beruflichen Verhaltens und mögliche disziplinarische Folgen bei Verstössen gegen die geltenden Ethikstandards.
Für die praktische Umsetzung werden Ressourcen für Fortbildungen und die Aufstockung von Personal in den Bereichen Psychologie und Sozialarbeit nötig sein. Das Ministerium nennt keine konkreten Budgets in der Mitteilung; die Ausführung liegt bei den regionalen Bildungsbehörden und den einzelnen Schulen.
Die Betonung von Cyberkriminalität und digitalen Risiken zeigt, dass die Behörden die Gefährdungen des digitalen Lernens ernst nehmen. Schulen sollen Pläne entwickeln, wie auf unsichere Situationen rasch reagiert werden kann.
Insgesamt signalisiert die Anordnung des Ministeriums eine verstärkte Kontrolle und eine breitere Auffassung von Schulverantwortung, die sowohl disziplinäre als auch fürsorgliche Elemente umfasst. Wie schnell und wirkungsvoll diese Vorgaben in der Praxis ankommen, hängt wesentlich von der Umsetzung auf Kantonsebene und der Verfügbarkeit von Fachpersonal ab.