Das vietnamesische Bildungsministerium führte am Morgen des 18. August 2026 in Dien Bien Phu eine landesweit ausgerichtete Fortbildungskonferenz durch. Ziel war, die Vermittlung, Verbreitung und Bewahrung der traditionellen kulturellen Identität der ethnischen Gruppen der Thai und Mong an Grundschulen in ethnischen Minderheitengebieten und Bergregionen zu stärken.
Teilnehmende und Trägerschaft
An der Veranstaltung nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Bildungsministeriums, Mitarbeitende von Save the Children Vietnam, Führungskräfte und Fachleute der zuständigen Bildungswerke sowie der Vorstand des Projekts zur Verbesserung der Bildungsqualität für ethnische Minderheiten und Kinder mit Behinderungen in Vietnam teil. Ebenfalls anwesend waren Schulleiterinnen und Schulleiter sowie Lehrkräfte aus Grundschulen der Provinzen Dien Bien, Son La, Nghe An und Lao Cai.
Bildungspolitische Zielsetzungen
Die Konferenz stellte die Bewahrung und Förderung nationaler kultureller Identität als strategische Aufgabe dar. Diese diene der Stärkung des nationalen Zusammenhalts und fördere Stolz, Verantwortungsbewusstsein sowie Entwicklungsperspektiven in den Gemeinschaften. Insbesondere für die Thai- und Mong-Gemeinschaften betonte die Fachlichkeit der Veranstaltung, dass Sprache, Schrift, Bräuche, Feste und Volkskunst zentral für die Erhaltung einer einzigartigen kulturellen Identität seien und zur kulturellen Vielfalt Vietnams beitragen.
Die Organisatoren machten deutlich, dass es sich hierbei nicht allein um eine bildungspolitische, sondern auch um eine staatspolitische Verantwortung handle, die mit den Richtlinien der Partei und staatlicher Kultur‑ und Bevölkerungsentwicklung verknüpft sei. Ziel der Fortbildung ist es, Schülerinnen und Schüler von früh an eine Verbundenheit zur Heimat und ein Bewusstsein für traditionelle Werte zu vermitteln.
Praxisorientierte Ansätze für den Unterricht
Die Tagung richtete ihren Fokus auf praktische und schulnahe Methoden, damit Schulleitungen und Lehrkräfte Konzepte in den Unterricht integrieren können. Erwartet wurde, dass die Fortbildung folgende Bereiche fördert:
- Entwicklung von Lehrinhalten, die lokale Sprache und Traditionen einbeziehen
- Schulung von Lehrkräften in kultursensiblen Unterrichtsmethoden
- Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schulen, Gemeinden und kulturellen Trägern
Die Teilnehmenden kamen aus Provinzen mit hohen Anteilen an ethnischen Minderheiten und speziellen Herausforderungen in ländlichen und bergigen Gebieten. Die Einbindung von NGO-Expertise, namentlich durch Save the Children Vietnam, sollte den Transfer erprobter Unterstützungsmodelle in den Schulalltag erleichtern.
Erwartete Folgen und Umsetzung
Die Konferenz setzt auf Kapazitätsaufbau bei lokalen Akteuren, damit Bildungsangebote die kulturelle Vielfalt widerspiegeln und zugleich nationale Bildungsziele erfüllen. Eine enge Kooperation zwischen Ministerium, Projektträgern und Schulen soll sicherstellen, dass curricularer Wandel nachhaltig wirkt und lokale Identität nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil der Schulbildung verstanden wird.
| Schlüsselakteure | Rolle |
|---|---|
| Bildungsministerium | Konzeption, politische Steuerung |
| Save the Children Vietnam | Fachliche Unterstützung, Ressourcen |
| Projektvorstand (Bildungsqualität) | Koordination spezifischer Massnahmen |
| Schulleitungen / Lehrkräfte | Umsetzung im Unterricht |
Die Veranstaltung betonte, dass die Bewahrung kultureller Identität nicht nur retrospektiv sei, sondern aktiv in Bildungsprozessen verankert werden müsse, um Zusammenhalt und Entwicklungsperspektiven für marginalisierte Regionen zu fördern. Die Konferenz in Dien Bien Phu stellt einen weiteren Schritt dar, um national abgestimmte Massnahmen in Kontexten mit grosser ethnischer Vielfalt zielgerichtet umzusetzen.