Der Nationale Lenkungsausschuss 389 in Vietnam stellt in einem aktuellen Bericht eine Zunahme und eine wachsende Komplexität bei Schmuggel, Handelsbetrug und Produktpiraterie fest. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres entdeckten, verfolgten und bearbeiteten zuständige Einheiten laut Bericht insgesamt 67'937 Verstösse — ein Anstieg von 36,66 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Massive Einnahmen, viele Fälle
Die an den Staatshaushalt abgeführten Einnahmen beliefen sich dem Bericht zufolge auf 9'647,747 Milliarden VND, was einem Anstieg von 49,36 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. In strafrechtlicher Hinsicht wurden in dieser Periode 1'676 Fälle eingeleitet, in denen 2'789 Personen involviert waren.
Geografische Schwerpunkte und Methoden
Der Bericht nennt mehrere Schlüsselregionen an den Grenzen, in denen organisiertes Schmuggeln und komplexe Verlagerungsstrategien festgestellt wurden. Besonders betroffen sind die Provinzen Lang Son, Quang Ninh, Lao Cai, Tay Ninh und An Giang. Dort nutzen Schmuggler nach Angaben des Lenkungsausschusses unter anderem:
- inoffizielle Grenzübergänge und die Aktivitäten von Grenzbewohnern,
- Schlupflöcher in der Zollabfertigung und getarnte Transportfahrzeuge,
- die Aufteilung von Waren in kleine Chargen, Konsolidierung in Grenzlagern und mehrstufigen Transport ins Landesinnere,
- Ausnützung von Transitregelungen, um Waren mit Verletzungen geistiger Eigentumsrechte weiterzuleiten.
Auch auf See- und Flugrouten dokumentiert der Bericht eine Reihe taktischer Anpassungen. Auf dem Seeweg verwenden Schmuggler nach wie vor vorübergehende Import-/Reexportaktivitäten, Transitwaren sowie Schwächen in der Zollabfertigung. Gängige Taktiken sind dem Bericht zufolge die falsche Deklaration von Namen, Codes und Herkunft, die Unterbewertung von Waren zur Steuerhinterziehung, das Mischen gefälschter oder verbotener Waren mit legalen Gütern in Containern sowie die Ausnutzung niedriger Kontrollraten in Seehäfen.
Auf Flugrouten würden Schmuggler aufgegebenes Gepäck, Handgepäck, internationale Expresslieferungen und Geschenke nutzen, um illegal Gold, Devisen und gefälschte Waren zu transportieren.
Konsequenzen für Kontrolle und Prävention
Der Bericht des Ständigen Büros des Lenkungsausschusses 389 macht deutlich, dass Behörden vor allem auf strategischer und operativer Ebene reagieren müssen. Die beschriebenen Methoden — etwa die Zerlegung von Sendungen in kleinere Einheiten oder die Nutzung legaler Transitregelungen — erschweren die Entdeckung durch klassische Kontrollverfahren. Demgegenüber stehen die deutlichen Einnahmensteigerungen, die Behörden zwar finanziell registrieren, die aber zugleich auf das Ausmass der illegalen Aktivitäten hinweisen.
| Indikator | Wert | Veränderung gegenüber Vorjahr |
|---|---|---|
| Entdeckte Verstösse (1. HJ) | 67'937 | +36,66 % |
| Eingenommene Mittel (VND) | 9'647,747 Mrd. | +49,36 % |
| Strafrechtliche Fälle | 1'676 | — |
| Betroffene Personen | 2'789 | — |
Für die betroffenen Grenzregionen bedeutet dies einen anhaltenden Druck auf zivile Strukturen: Grenzbewohner, lokale Logistikanbieter und kleinere Händler geraten in den Fokus der Ermittlungen oder werden von Schmugglern instrumentalisiert. Gleichzeitig zwingt die Vielfalt der Tricks die Behörden, ihre Kontrollen flexibler zu gestalten und besser mit internationalen Partnern zusammenzuarbeiten.
Der Bericht zeigt beispielhaft, wie sich illegale Handelsströme an neue Rahmenbedingungen anpassen. Für staatliche Stellen bleibt die Herausforderung, Gesetzeslücken zu schliessen, Kontrollen zu modernisieren und die Zusammenarbeit zwischen Zoll, Polizei und Justiz zu stärken — national wie im grenzüberschreitenden Austausch.
Die Zahlen des Lenkungsausschusses 389 belegen, dass das Problem in Umfang und Tücken gewachsen ist. Wie die Behörden konkret reagieren wollen und welche Massnahmen kurzfristig ergriffen werden, geht aus dem veröffentlichen Auszug nicht hervor; der Bericht legt jedoch nahe, dass eine Kombination aus verstärkter Kontrolle und präventiven Massnahmen notwendig sein wird.