Viele Sporttreibende sehen trotz regelmässigem Training kaum Fortschritte. Die Fitnessexpertin Sarah Mackay hat in einem Social-Media-Beitrag vier häufige Fehler beim Krafttraining beschrieben, die den Muskelaufbau ausbremsen können. Aus dem verfügbaren Material lassen sich insbesondere zwei Probleme klar herausarbeiten: die ungünstige Kombination von intensivem Ausdauer- und Krafttraining sowie die falsche Gewichtung des sogenannten Muskelpumps als Trainingsziel.
Trennung von intensivem Cardio und Krafttraining
Laut Mackay lenkte sie früher jeweils 20 Minuten intensives Cardio sowohl vor als auch nach dem Krafttraining ein. Sie berichtet, dass sie sich anschliessend zu erschöpft fühlte, um bei den Kraftübungen volle Leistung zu bringen. Heute trenne sie die beiden Trainingsarten möglichst: hartes Cardio absolviere sie morgens und das Krafttraining nachmittags, oder umgekehrt. Kurzes, lockeres Cardio vor dem Krafttraining lasse sie weiterhin zu.
Diese Praxis stützt sich auch auf wissenschaftliche Übersichtsarbeiten, die Mackays Beitrag zufolge analysiert wurden: Demnach kann die Kraftentwicklung, insbesondere im Unterkörper, stärker ausfallen, wenn das Krafttraining vor dem Ausdauertraining stattfindet. Für die Verbesserung der Ausdauer spielte die Reihenfolge in den untersuchten Studien weniger eine Rolle. Die verfügbaren Ergebnisse deuten somit darauf hin, dass Athletinnen und Athleten, deren Fokus auf Muskelaufbau liegt, von einer zeitlichen Trennung oder der Priorisierung des Krafttrainings profitieren können.
Der Pump ist kein verlässlicher Massstab
Mackay weist ausserdem darauf hin, dass der sogenannt ‹Pump› — das vorübergehende Anschwellen des Muskels durch vermehrte Durchblutung und Flüssigkeitsansammlung während der Belastung — nicht als zentrales Trainingsziel dienen sollte. Der Pump entsteht typischerweise bei Übungen mit vergleichsweise vielen Wiederholungen und kurzen Pausen; auch Drop Sets und Supersätze fördern ihn deutlich. Zwar fühlt sich ein aufgepumpter Muskel oft «stärker» oder definierter an, doch dieser Effekt sagt nichts Verlässliches über langfristige Kraft- oder Hypertrophiegewinne aus.
Aus Sicht der Trainingsplanung sollte der Pump als kurzfristiges Phänomen verstanden werden, nicht als Mass für Effektivität. Wer nachhaltigen Muskelaufbau anstrebt, muss Belastungsintensität, Trainingsvolumen, Progression und Erholung gezielt steuern, statt allein auf das subjektive Pump-Gefühl zu vertrauen.
- Sequenz beachten: Krafttraining vor intensivem Ausdauertraining kann bei Fokus auf Muskelaufbau vorteilhaft sein.
- Trainings-Einteilung: Intensive Cardio-Sessionen zeitlich trennen (z. B. morgens/abends) statt unmittelbar vor oder nach schweren Krafteinheiten.
- Pump richtig einordnen: Kurzfristiger Muskelpump ist kein Indikator für langfristigen Hypertrophie-Erfolg.
| Fehler | Kernaussage |
|---|---|
| Ungünstige Kombination von Cardio und Kraft | Kraftleistung leidet, wenn intensives Cardio vor Krafttraining ausgeführt wird; Trennung möglich |
| Pump als Hauptziel | Pump ist kurzfristig und nicht gleichbedeutend mit effektivem Muskelaufbau |
Die vollständige Liste der vier von Mackay genannten Fehler wurde in der hier vorliegenden Quelle nur teilweise ausgeführt. Die dargestellten Punkte lassen sich jedoch mit vorhandener Fachliteratur in Einklang bringen: Trainingssequenz, Intensität und Erholungsmanagement gelten in der Sportmedizin und Trainingswissenschaft als entscheidende Parameter für Anpassungsprozesse.
Konsequenzen für Trainingspraxis und Gesundheit
Für Hobbysportlerinnen und -sportler sowie Berufstätige mit begrenzter Trainingszeit bedeutet das konkret: Wer Muskelzuwachs priorisiert, sollte:
- intensive Ausdauereinheiten nicht unmittelbar vor schweren Kraftsessions legen;
- falls nötig, Cardio und Kraft auf verschiedene Tageszeiten legen;
- die Trainingsplanung an Zielsetzungen (Kraft vs. Ausdauer) ausrichten und den Pump lediglich als temporäres Feedback betrachten.
Für medizinische Betreuerinnen und Betreuer, Physiotherapeutinnen sowie Trainerinnen ist wichtig, Klientinnen und Klienten evidenzbasierte Empfehlungen zur Trainingsstruktur zu geben und Missverständnisse über kurzfristige Effekte wie den Pump aufzuklären. Eine klare Priorisierung und Periodisierung des Trainings minimiert zudem das Risiko von Überlastung und fördert nachhaltige gesundheitliche Effekte.
Weitere Details zu den weiteren zwei von Mackay genannten Fehlern und konkrete Übungsempfehlungen wurden in der vorliegenden Quelle nicht vollständig dokumentiert. Die hier wiedergegebenen Hinweise beruhen auf dem veröffentlichten Material sowie den darin zitierten Forschungsübersichten.