Beim Flussbad Unterer Letten in Zürich ist am Donnerstag eine scharfe Handgranate aus der Limmat geborgen worden. Schwimmerinnen und Schwimmer hatten den verdächtigen Gegenstand am Morgen gemeldet, wie die Stadtpolizei Zürich mitteilte. Taucher der Wasserschutzpolizei stellten beim ersten Erkundungstauchgang fest, dass es sich um eine echte Granate handelte.
Einsatz von KAMIR und Forensischem Institut
Die Stadtpolizei alarmierte daraufhin das Kommando KAMIR (Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung) der Schweizer Armee. Zwei Spezialisten des Kommandos führten weitere Tauchgänge durch und identifizierten den Fund als eine scharfe Handgranate aus dem ehemaligen Jugoslawien. Die Bergung erfolgte am Nachmittag, gegen 15.30 Uhr.
Das Forensische Institut Zürich übernahm den Transport der Granate mit einem Spezialfahrzeug. Gemäss Mitteilung wurde der Gegenstand zur fachgerechten Sprengung abtransportiert. Während der Bergungsarbeiten sperrte die Stadtpolizei den betroffenen Bereich beim Unteren Letten ‹aus Sicherheitsgründen› ab.
Gefahr, Herkunft und Auffindesituation
Die Granate lag laut Polizeibericht etwa einen Meter vom Ufer entfernt auf dem Flussgrund. Der Fundort ist ein populärer Badeort der Stadt Zürich; das Vorkommnis hat damit sofortiges Sicherheitsinteresse ausgelöst. Dass es sich um eine scharfe, nicht entschärfte Munition handelt, erhöht die Dringlichkeit und erklärt den Einsatz spezialisierter Kräfte.
Die Behörden geben an, dass die Herkunft in den Balkan-Konflikten liegen könnte, weshalb die Einordnung als Objekt aus dem ehemaligen Jugoslawien erfolgte. Konkrete Hinweise, wie oder wann die Granate in die Limmat gelangte, liegen bislang nicht vor.
Konsequenzen vor Ort
Während der Bergung war das Areal beim Unteren Letten abgesperrt. Es gibt keine Hinweise auf verletzte Personen oder auf weitere gefährliche Objekte im unmittelbaren Umfeld. Die Stadtpolizei bilanziert den Einsatz als routiniert: Erstmeldung, Erkundung durch die Wasserschutzpolizei, Ergänzung durch KAMIR, Bergung und anschliessender Abtransport durch das Forensische Institut.
- Meldung: Schwimmerinnen und Schwimmer am Donnerstagmorgen
- Erkundung: Taucher der Wasserschutzpolizei
- Spezialisten: KAMIR der Schweizer Armee
- Bergung: ca. 15.30 Uhr
- Abtransport: Forensisches Institut Zürich zur Sprengung
Zeitliche Übersicht
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| Donnerstagmorgen | Schwimmer melden verdächtigen Gegenstand beim Unteren Letten |
| Vormittag | Erkundungstauchgang der Wasserschutzpolizei; Bestätigung: echte Handgranate |
| Nachmittag, ca. 15.30 Uhr | Bergung durch KAMIR-Spezialisten |
| Nach Bergung | Transport durch Forensisches Institut Zürich zur fachgerechten Sprengung |
Was bedeutet das für Badegäste und Anwohnende?
Der Untere Letten ist ein stark frequentiertes Bade- und Naherholungsgebiet. Die rasche Sperrung und das koordinierte Vorgehen der Einsatzkräfte verhinderten nach Angaben der Stadtpolizei grössere Gefährdungen. Nutzerinnen und Nutzer der Limmat werden aufgefordert, bei Auffälligkeiten sofort die Polizei zu informieren und keine Gegenstände selbst aus dem Wasser zu bergen.
Die Behörden behalten den Bereich im Auge und raten, Verdachtsmomente den Einsatzkräften zu melden, damit Fachleute die Situation beurteilen können. Unachtsames Hantieren mit Munition kann lebensgefährlich sein; deshalb bleibt in solchen Fällen immer die Polizei oder das zuständige Kampfmittelkommando der Ansprechpartner.
Einordnung
Funde von Munition in Gewässern sind selten, aber nicht einzigartig. In gewissen Regionen Europas können Überreste aus vergangenen Konflikten oder unsachgemäss entsorgte Waffen solche Funde möglich machen. Die Identifikation durch die Spezialisten von KAMIR und der anschliessende Abtransport durch das Forensische Institut gehören zur Standardprozedur, um Gefahren für die Öffentlichkeit zu beseitigen.
Die Stadtpolizei Zürich führt weiterhin ihre Kontrollen fort. Bislang ist kein Zusammenhang zu weiteren Funden bekannt.