Beim Flussbad Unterer Letten in Zürich haben Badegäste am Donnerstagmorgen eine scharfe Handgranate auf dem Grund der Limmat entdeckt. Taucher der Wasserschutzpolizei Zürich bestätigten den Fund, die Spezialisten des Kommandos Kampfmittelbeseitigung und Minenräumung (KAMIR) der Schweizer Armee bargen den Sprengkörper am Nachmittag.
Fund, Identifikation und Bergung
Nach Angaben der Stadtpolizei Zürich sichteten Schwimmerinnen und Schwimmer den Gegenstand am Vormittag und alarmierten die Polizei. Die Wasserschutzpolizei kontrollierte die Stelle per Taucheinsatz und stellte fest, dass es sich tatsächlich um eine Handgranate handelte. Sie lag rund einen Meter vom Ufer entfernt.
Das KAMIR brachte zwei Spezialisten vor Ort, die die Granate als Modell aus dem ehemaligen Jugoslawien identifizierten. Die Bergung gelang kurz nach 15.30 Uhr. Anschliessend übergab das Forensische Institut Zürich den Sprengkörper in ein Spezialfahrzeug, das ihn zur fachgerechten Sprengung abtransportierte.
Absperrungen und Sicherheit
Während der Bergungsarbeiten sperrte die Stadtpolizei den betroffenen Bereich der Limmat beim Unteren Letten aus Sicherheitsgründen ab. Konkrete Evakuationsmassnahmen wurden nicht öffentlich gemacht, ebenso gab es keine Angaben zu Verletzten. Es wurde weder bekannt, wie lange die Granate bereits im Wasser lag, noch wer sie dort deponiert haben könnte.
Der Fund unterstreicht die Gefahr durch im oder am Gewässer entsorgte Kampfmittel: Unbekannte Sprengkörper können über Jahrzehnte scharf bleiben und stellen bei unsachgemässem Umgang ein hohes Risiko dar. Behörden rufen dazu auf, gefundene Objekte nicht zu berühren und sofort die Polizei zu informieren.
Praktische Hinweise für Badegäste
- Bei Auffinden eines verdächtigen Gegenstands: Nicht anfassen, sofort die Polizei 117 oder die örtliche Wasserschutzpolizei alarmieren.
- Gefahrenzone meiden und Anweisungen der Einsatzkräfte folgen.
- Fotos nur aus sicherer Distanz machen und diese bei Bedarf den Behörden zur Verfügung stellen.
Die Stadtpolizei betonte, dass in einem dicht genutzten urbanen Raum wie Zürich Vorsicht geboten sei. Insbesondere bei beliebten Freibadstellen wie dem Unteren Letten, wo viele Menschen schwimmen und sich am Ufer aufhalten, könne ein solcher Fund kurzfristig zu Einschränkungen führen.
Kurzfristiger Ablauf – Zeitachse
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| Donnerstagmorgen | Schwimmer entdecken verdächtigen Gegenstand am Grund der Limmat |
| Vormittag | Wasserschutzpolizei taucht und bestätigt: Handgranate, ca. 1 m vom Ufer |
| Nachmittag (kurz nach 15.30) | KAMIR-Spezialisten bergen die Granate |
| Unmittelbar danach | Forensisches Institut Zürich transportiert den Sprengkörper zur Sprengung |
Die Abläufe zeigen eine koordinierte Reaktion zwischen Stadtpolizei, Wasserschutzpolizei, Armee und forensischer Fachstelle. Solche Einsätze erfordern speziell ausgebildetes Personal und geeignete Transportmittel, um die Gefahr für Bevölkerung und Einsatzkräfte zu minimieren.
Für den Badebetrieb am Unteren Letten bedeutete der Vorfall eine temporäre Einschränkung. Wann der Bereich wieder vollständig freigegeben wurde, teilte die Stadtpolizei in der ursprünglichen Mitteilung nicht mit.
Kontext und Bedeutung
Zürich ist an heissen Tagen auf seine Fluss- und Badestellen angewiesen; der Untere Letten gehört zu den meistfrequentierten Stellen im Stadtgebiet. Ein Fund wie dieser trifft unmittelbar die Erholungssuchenden und kann das Sicherheitsgefühl beeinträchtigen. Für die Behörden ist es wichtig, solche Funde schnell und transparent zu behandeln, um Vertrauen zu erhalten und Gefahren zu bannen.
Der konkrete Ursprung des Fundes bleibt unklar. Die Identifikation als Ex-Jugoslawien-Modell gibt Hinweise auf Herkunft und Alter des Sprengkörpers, erlaubt aber keine Rückschlüsse darauf, wie oder wann er in die Limmat gelangte. Die Untersuchung und die fachgerechte Vernichtung durch das Forensische Institut Zürich sind im Moment die wichtigsten Schritte, um eine Gefährdung auszuschliessen.
Die Stadtpolizei empfiehlt weiterhin Wachsamkeit an Flussufern und bittet um umgehende Meldung bei Verdacht auf Kampfmittelfunde. Für Badegäste gilt: Ruhe bewahren, Abstand halten und auf Anweisungen der Einsatzkräfte achten.
Weitere Informationen folgen, sobald die Behörden ergänzende Angaben zur Herkunft und zum weiteren Vorgehen veröffentlichen.